"Hören ja auch gar nicht auf": FC Bayern steht im Achtelfinale des DFB-Pokals

Das Achtelfinale im DFB-Pokal gebucht, nach 26 Jahren endlich Revanche genommen – und dann auch noch die erleichternde Nachricht, dass Trainer Vincent Kompany nach seinem Zusammenbruch das Krankenhaus verlassen hat: Der Mittwoch war für den FC Bayern zweifellos ein sehr guter Tag.
FC Bayern macht Frieden mit Magdeburg
Gegen Zweitligist 1. FC Magdeburg setzte sich die Mannschaft von Interims-Chefcoach Aaron Danks verdient mit 6:1 durch. Michael Olise (10., 50./Foulelfmeter), Ismael Saibari (21.), Alphonso Davies (70.), Nathaniel Brown (73.) und David Santos Daiber (90.+3) erzielten die Tore für die Münchner, Mateusz Zukowski hatte zwischenzeitlich zum 1:1 (15.) getroffen.
Damit machten die Münchner auch ihren Frieden mit Magdeburg. 2000 war Bayern in der 2. Pokalrunde im Elfmeterschießen beim damaligen Viertligisten ausgeschieden – eine der größten Blamage der Vereinsgeschichte. Diesmal löste der Titelverteidiger seine Aufgabe souverän.
Bischof: "Am Ende ein hochverdienter Sieg"
"Wir wussten schon, dass sie Qualität haben, sie spielen einen guten Fußball, versuchen uns mit dem Ball übers ganze Feld zu jagen. Es ist nicht ganz so einfach, aber das haben wir erwartet", sagte Tom Bischof nach der Partie am ARD-Mikrofon. Sein Fazit: "Am Ende ein hochverdienter Sieg für uns."
Magdeburgs Alexander Nollenberger brachte es auf den Punkt: "Was für eine Maschinerie." Und: "Die hören ja auch gar nicht auf." Auf der Bayern-Bank gab erneut Danks die Kommandos, Kompany wird wohl mindestens bis zum Spiel in Mainz am 7. November und der folgenden Länderspielpause fehlen.

Kompany wurde aus Klinik entlassen
Positiv: Der Belgier wurde am Mittwoch aus der Klinik entlassen, die offizielle Diagnose lautet: Hirnhautreizung. Kompany wird sich nun zu Hause weiter erholen. "Das ist die größte und die schönste Nachricht für uns alle", sagte Sportvorstand Max Eberl. Gott sei Danks!
Der Co-Trainer musste gegen den Außenseiter ohne Manuel Neuer (Fußverletzung), Luis Díaz (Muskelbündelriss) und Jamal Musiala (Reha nach Muskelfaserriss) auskommen. Aleksandar Pavlovic und Minjae Kim kehrten in den Kader zurück und saßen auf der Bank. Dort hatten sie prominente Gesellschaft: Ballon-d’Or-Sieger Harry Kane wurde zunächst geschont nach intensiven Feierlichkeiten in London.

Schweinsteiger: "Vielleicht die einfachste Aufgabe auf dem Papier"
Magdeburg sei "jetzt vielleicht die einfachste Aufgabe auf dem Papier. Da ist es schon wichtig, dass gewisse Spieler in guter Verfassung sind", sagte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger mit Blick auf das Bundesliga-Topspiel gegen Dortmund am Samstag. Kane selbst, für den die Mitspieler vor dem Aufwärmen Spalier standen, schwelgte noch in Erinnerungen an seinen großen Triumph: „Es war verrückt, eine unglaubliche Nacht für uns, episch. Ich habe ungefähr 200 Nachrichten bekommen, ich wusste gar nicht, dass ich 200 Leute kenne.“
Die Bayern, die als Kane-Ersatz auf Saibari und in der Innenverteidigung auf Hiroki Ito vertrauten, setzten den Außenseiter von Beginn an unter Druck. Olise versuchte es mit seinem schwächeren rechten Fuß – links am Tor vorbei (7.). Kurz darauf schoss Saibari knapp drüber (9.), ehe es beim dritten Anlauf klingelte: Toller Tiefenpass von Lennart Karl, toller Querpass von Saibari – und Olise musste nur noch zum 1:0 einschieben.
Die Münchner früh auf Kurs, aber das störte den Magdeburger Anhang nicht im Ansatz. Die mehr als 10.000 Gästefans machten in der Nordkurve eine Stimmung, wie man sie sonst wohl nur gegen Schalke oder den BVB erlebt. Beeindruckend.

FC Bayern steht im Achtelfinale
Und es wurde noch viel lauter. Zukowski schoss nach einem Konter einfach mal aus der Distanz drauf, Ito fälschte unhaltbar für Jonas Urbig ab – 1:1. Doch Bayern hielt sich damit nicht lange auf. Diesmal passte Olise auf Saibari, der Marokkaner lupfte hübsch zum 2:1 ins Tor. Magdeburg blieb frech und gefährlich. Nadjombe schoss von rechts im Strafraum drüber (38.), dann traf Atik den Pfosten (45.+2). Urbig packte im Nachfassen zu. Puh, durchatmen.
Nach der Halbzeitpause stellte Bayern schnell auf 3:1. Der eingewechselte Davies wurde gehalten, Olise verwandelte den fälligen Elfmeter lässig per Chip. Die Vorentscheidung. Der FCM gab allerdings nie auf, spielte weiter nach vorne. Es gab Chancen auf beiden Seiten, Davies erhöhte nach Karls Pass auf 4:1. Brown und Santos Daiber legten das 5:1 und 6:1 nach. Das war’s. Ab ins Achtelfinale Anfang Dezember, Bayern!