"Hatte Hand und Fuß": Eberls Bayern-Plan könnte zum Ass im PSG-Rückspiel werden

Rückblende: Es lief die 89. Minute, als Luis Díaz die Allianz Arena zum Explodieren brachte. Ein Schuss, ein Knall, der Lucho. Das Tor zum 3:3 gegen Real Madrid im Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League (Endstand 4:3).
Fans aus der Südkurve purzelten über den Zaun. Es wurde gejubelt, gefeiert. Ganz so euphorisch war die Stimmung am vergangenen Dienstag im Pariser Prinzenpark nicht.
Eberl: "Wir wollen ins Champions-League-Finale"
Trotzdem sorgte auch hier ein Díaz-Tor für positive Emotionen. Der 4:5-Anschlusstreffer gegen Paris Saint-Germain, das Tor der Hoffnung für das Rückspiel. Von 2:5 noch auf 4:5. Ein Sieg gegen die Mannschaft von Trainer Luis Enrique im Rückspiel und der FC Bayern steht mindestens in der Verlängerung. Ob dem Kolumbianer, Bayerns Mann für die wichtigen Tore, der nächste Geniestreich gelingt?
Nach dem 3:3 am Wochenende gegen Heidenheim wollte Díaz bei den Reportern in der Mixed-Zone keinen Stopp einlegen, um seine Pläne zu verraten. Er grinste beim Vorbeigehen nur verschmitzt. Reden ließ Díaz – der ohnehin kaum Englisch spricht – die anderen. "Das Hinspiel war pervers geil", haute Sportvorstand Max Eberl einen raus, ehe er die Marschroute für die Partie am Mittwoch (21 Uhr) formulierte: "Jeder Spieler muss 100 Prozent geben, damit wir weiterkommen."
Jeder Spieler muss 100 Prozent geben, damit wir weiterkommen.
Díaz steht bei 26 Toren und 21 Vorlagen für den FC Bayern
Dass Díaz seiner Meinung nach erneut den Unterschied machen könnte, ließ der Bayern-Boss schon in den letzten Wochen mehrfach durchklingen. "Lucho hatte, mit all seinen Fähigkeiten, die wir in Liverpool gesehen haben, einen stolzen Preis", so Eberl über den 70-Millionen-Neuzugang: "Aber der Preis ist auch gerechtfertigt." Díaz steht bei starken 26 Toren und 21 Assists in dieser Saison.
Ohnehin sieht Eberl seine Einkaufspolitik als wesentlichen Faktor des Erfolgs. "Was wir im Sommer getan haben, hatte Hand und Fuß", verteidigte sich der 52-Jährige gegen die Kritik, die er vor der Spielzeit für seine Transfers abbekam: "Das sieht man jetzt am Ende der Saison, ohne dass ich mich loben muss. Ich bin ein Freund, der sagt, dass man erstmal schauen sollte, was tatsächlich passiert." Klare Ansage.

Eberl: "Jona ist ein unfassbarer Stabilisator"
Einbezogen in seine Worte ist neben Díaz auch Jonathan Tah, der ebenfalls direkt zur Stammkraft wurde und am Wochenende sogar erstmals von Beginn an die Bayern-Kapitänsbinde am Arm trug. "Jona ist ein unfassbarer Stabilisator, was die Defensive betrifft", so Eberl. Einer, auf den es gegen Paris in ähnlicher Weise wie auf den Flügelflitzer ankommen wird. Denn nochmal fünf Gegentore zu kassieren, wäre wohl gleichzusetzen mit einem folgenschweren Reifenschaden auf dem Weg zum Finale nach Budapest.
Und das soll dem FC Bayern nicht passieren. "Es ging alles extrem schnell", sagte Tah jüngst über seine ersten Monate in München: "Ich kann es gar nicht glauben, dass wir in der Endphase der Saison angekommen sind." Der Innenverteidiger habe das Gefühl, dass er "gestern erst angekommen ist". Und das, obwohl sein Medizincheck knapp ein Jahr her ist.
Ich kann es gar nicht glauben, dass wir in der Endphase der Saison angekommen sind.
Bischof hat sich ebenfalls schnell eingefunden
Auf dem Feld dagegen hat er sich an der Seite von Dayot Upamecano schnell zurechtgefunden. Tah ist Bayerns neuer Abwehrboss. "Es fühlt sich auf dem Platz so an, als wäre ich schon länger da", meint Tah: "Ich habe mich da super eingelebt." Das gilt auch für den dritten und letzten festen Sommerneuzugang, Tom Bischof. Neben dem Platz mit Josefine Scholl (Tochter von Bayern-Legende Mehmet Scholl) eine Freundin gefunden, ist man an der Säbener Straße mehr als zufrieden mit seinen Leistungen.
Man traut ihm an der Säbener Straße zu, in Zukunft eine größere Rolle einzunehmen. Gegen Paris könnte Bischof, der jüngst aufgrund eines Muskelfaserrisses ausfiel, aber erstmal als Joker in der Schlussphase oder Verlängerung nochmal frischen Wind in die Partie bringen. Und womöglich mit seinen Teamkollegen dafür sorgen, dass die Münchner Arena wie vor drei Wochen explodiert.