Goretzka vor Abgang: Bayern hat zwei Wunderkinder als Nachfolger im Visier

An Selbstvertrauen hat es Leon Goretzka nie gemangelt, sonst wäre er auch nicht so lange beim FC Bayern unter Vertrag. "Ich glaube, ich bin in der Prime meiner Karriere von meinem Alter her und fühle mich topfit. Dementsprechend bin ich da ganz entspannt", sagte der Nationalspieler zuletzt gegenüber RTL, als er auf seine Zukunft angesprochen wurde.
Der Vertrag des 30-Jährigen läuft im kommenden Sommer aus und soll nicht verlängert werden. Nach acht Jahren in München wird Schluss sein für Goretzka, einen der Sextuple-Helden von 2020. Noch kommt er beim Rekordmeister einigermaßen regelmäßig zum Einsatz, von seinem einstigen sportlichen Stellenwert ist der Mittelfeldspieler mittlerweile aber weit entfernt. Wettbewerbsübergreifend kommt er in der laufenden Saison auf 28 Einsätze, erzielte dabei lediglich einen Treffer und bereitete keinen einzigen vor.
Im Bayern-Mittelfeld bleibt für Goretzka kein Platz mehr
Zu wenig für die eigenen Ansprüche und die, die der Klub an einen Spieler im Mittelfeld-Zentrum stellt. Youngster Aleksandar Pavlović (21) hat dem Platzhirsch in den vergangenen Jahren zunehmend den Rang abgelaufen, mit Tom Bischof (20) drängt sich das nächste hoch veranlagte Juwel auf. Für Goretzka, der Anfang Februar seinen 31. Geburtstag feiert, bleibt da kein Platz mehr.
Interessenten am gebürtigen Bochumer gibt es genug, international genießt er noch immer einen guten Ruf. Er selbst soll sich einen Wechsel in die englische Premier League, in die er mit seiner physischen Spielweise gut passen würde, vorstellen können. Auch ein Abgang in die italienische Serie A, wo man traditionell auf erfahrene Führungspersönlichkeiten setzt, wäre möglich. "Erstmal ist die Situation ja so, dass mein Vertrag ausläuft. Alles Weitere wird man dann sehen. Ich bin da tiefenentspannt", sagt Goretzka über seine Zukunft.
Vergibt Bayern den Goretzka-Platz an ein Supertalent?
Im Mittelfeld wären die Bayern mit Vize-Kapitän Joshua Kimmich (30) als zentralem Denker und Lenker sowie den aufstrebenden Pavlovic und Bischof qualitativ noch immer gut, aber nicht besonders breit besetzt. Zuletzt wurde daher spekuliert, dass der Rekordmeister den frei werdenden Platz von Goretzka an ein Top-Talent vergibt, das an der Seite der arrivierten Stars wachsen kann.
Dabei werden vor allem zwei Namen immer wieder genannt: Kennet Eichhorn von Hertha BSC und Nathan de Cat von RSC Anderlecht – zwei der hoffnungsvollsten Mittelfeld-Talente Europas.
Hertha-Juwel Eichhorn könnte zum Schnäppchen werden
Der erst 16 Jahre alte Eichhorn ist der große Shootingstar der bisherigen Zweitliga-Saison und zählte in Berlin zum Stammpersonal und den Leistungsträgern. Der "Kicker" hat den jungen Mittelfeldspieler in seiner renommierten "Rangliste des deutschen Fußballs" sogar in die Kategorie "Auffällig" eingestuft. Wohlgemerkt nach seiner ersten Hinrunde im Profibereich! Zuletzt hat sich Eichhorn allerdings eine schwere Sprunggelenksverletzung zugezogen, die einen längeren Ausfall zur Folge haben wird.

Fußballerisch bringt der 16-Jährige ein extrem spannendes Gesamtpaket mit. Der 1,86 Meter große U17-Nationalspieler ist technisch beschlagen, bringt Physis und Dynamik mit und verfügt über ein für sein Alter bemerkenswertes Spielverständnis. Was ihn noch interessanter macht: Laut Sky ist in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 12,5 Millionen Euro verankert – dabei taxiert das Portal "transfermarkt.de" seinen Marktwert bereits jetzt auf 20 Millionen Euro. Neben den Bayern sollen auch Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Real Madrid und mehrere Klubs aus der Premier League Interesse an einer Verpflichtung haben.
Bayern hat de Cat auf dem Zettel: Gibt Landsmann Kompany den Ausschlag?
Eine große Zukunft wird auch Nathan de Cat zugetraut. Der 17-Jährige ist trotz seines jungen Alters bereits jetzt eine der zentralen Figuren beim belgischen Top-Klub RSC Anderlecht, einem der Ex-Vereine von Bayern-Trainer Vincent Kompany.

De Cats Spielerprofil ähnelt dem von Eichhorn, wenngleich der Belgier mit 1,92 Metern noch ein Stück größer ist. Ansonsten bringt auch er ein rundes Gesamtpaket ohne nennenswerte Schwächen mit – egal ob in der Defensive oder Offensive. Der große Haken: Anderlecht soll die Ablöseforderung für sein Top-Talent auf satte 35 Millionen Euro festgelegt haben. Auch de Cat steht bei zahlreichen deutschen und internationalen Top-Klubs auf dem Zettel. Mit Landsmann Kompany als Trainer haben die Bayern aber ein gewichtiges, nicht-monetäres Argument auf ihrer Seite.