Gomez, Braafheid, Demichelis: Drei verpatzte Chancen

Die Chancen als Joker nicht genutzt: Die Leistungen von Gomez, Demichelis und Braafheid stehen sinnbildlich für die bisherige Saison des FC Bayern.
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Mario Gomez hatte gegen Dortmund viele Chancen, aber ein Tor gelang ihm nicht
Rauchensteiner/Augenklick Mario Gomez hatte gegen Dortmund viele Chancen, aber ein Tor gelang ihm nicht

DORTMUND - Die Chancen als Joker nicht genutzt: Die Leistungen von Gomez, Demichelis und Braafheid stehen sinnbildlich für die bisherige Saison des FC Bayern.

Der einzige, der sich stellte, war Mario Gomez. Und das ausführlich. Der Bayern-Stürmer ging den Reportern nicht aus dem Weg. Geduldig beantwortete er jede Frage, ein paar Meter vom Mannschaftsbus entfernt. Die Bedingungen hätten in diesem Moment nicht unschöner sein können. Sein Team hatte 0:2 verloren, er selbst war es, der bei 0:0 die besten Chancen vergeben hatte. An der Absperrung standen Dortmunder Fans und grölten: „Absteiger! Absteiger!“

Der 25-Jährige blieb cool. Er war einer von drei Profis, denen Trainer Louis van Gaal in Dortmund die Chance gegeben hatte, sich zu zeigen, zu beweisen, dass sie mehr sind als Joker oder Adabeis. Während Gomez sprach, verschwanden die anderen beiden wortlos im Bus. Martin Demichelis schüttelte den Kopf, Edson Braafheid konnte durch seine dicken Kopfhörer hindurch wohl nicht mal hören, dass er angesprochen wurde. Gomez, Demichelis, Braafheid – drei Männer, drei Einzelschicksale und doch stehen sie sinnbildlich für den Saisonverlauf des FC Bayern: verkorkste Saison, verpatzter Abend.

Mario Gomez: Erster Einsatz von Beginn an bei Bayern seit dem 10. April. Bisher wurde der 25-Jährige in acht der neun Pflichtspiele der Saison eingewechselt, das Höchste der Gefühle waren 45 Minuten Spielzeit, zuletzt beim 2:1 in der Champions League in Basel. Seine Ausbeute: ein Treffer beim 4:0 gegen die fünftklassigen Amateure von Germania Windeck. In Dortmund spielte er gut mit, erarbeitete sich Chancen – eine Mischung aus Pech und Unvermögen verhinderte die Bayern-Führung. „Ich habe mein Bestes gegeben, es hat nicht gereicht“, sagte der National(ersatz-)stürmer gefrustet. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer meinte bei „sky“: „Bei ihm war schon viel Pech dabei. Er hat sich ja die Chancen schön heraus gearbeitet, hat mir sehr gut gefallen, wesentlich besser als in den letzten Spielen, als er eingewechselt wurde.“ Immerhin ein zartes Kaiser-Lob. Wird ihn aber auch nicht glücklich stimmen.

Martin Demichelis: Vor Saisonbeginn hatte sich Trainer van Gaal für das Innenverteidigerduo van Buyten/Badstuber entschieden. Demichelis verarbeitete dies nach Absprache in den ersten beiden Spielen tief gekränkt daheim vor dem Fernseher. Weil in Dortmund van Buyten zur Pause raus musste, kam unverhofft Demichelis' Chance – sein erster Saisoneinsatz abgesehen von einer mickrigen Viertelstunde gegen Bremen. Und der ging völlig schief. Vor dem 0:1 köpfte er den Ball im eigenen Strafraum unbedrängt in die Mitte – ein Fehler, der einem schon in der Jugend vorgehalten wird. „Wenn man klärt, dann bitte nicht zur Mitte! Er ist schließlich argentinischer Nationalspieler“, schimpfte Beckenbauer, der noch nie ein großer Fan von Demichelis war. Dem Freistoßtreffer von Sahin zum 0:2 war ein Handspiel von Demichelis vorangegangen. Weitere Chancen in der Startelf? Eher ausgeschlossen.

Edson Braafheid: Ja, der Holländer ist noch beim FC Bayern, tatsächlich. Wegen der Verletzung von Linksverteidiger Contento probierte es van Gaal mit Braafheid, der in der letzten Saison nach schwacher Hinrunde an Celtic Glasgow ausgeliehen wurde. Im Sommer lehnte er einen Wechsel ab, pochte auf seinen Vertrag. Nach 61 ordentlichen Minuten im Rahmen seiner Möglichkeiten war Schluss. Van Gaal hatte genug gesehen. Für immer? Patrick Strasser

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