Gerd Müller (†75) ist tot: Verehrter Müller und geliebter Gerd

Der größte Torjäger, den Deutschland jemals hatte, ist gestorben. Die ganze Fußballwelt trauert um den Bomber der Nation, dessen Tore den FC Bayern einst erst zu dem machten, was er er heute ist.
| Patrick Strasser
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Abgang mit Wehmut: 1983 verabschieden tausende Fans im Olympiastadion Gerd Müller in die Fußball-Rente – nun ist er für immer gegangen.
Abgang mit Wehmut: 1983 verabschieden tausende Fans im Olympiastadion Gerd Müller in die Fußball-Rente – nun ist er für immer gegangen. © picture alliance / dpa/Archivbild

München –Ein ganzer Verein ist in Moll, ein Land in Trauer um den "Bomber der Nation", um einen der größten Fußballer dieser Erde – nicht zu vergessen der Schmerz der Angehörigen, der Familie um seine Frau Uschi und seine Tochter Nicole. Gerd Müller ist tot.

Am Sonntag verstarb Müller im Alter von 75 Jahren in einem Pflegeheim südlich von München. Man kann nur hoffen, dass es so gekommen ist, wie seine Ehefrau es vor wenigen Wochen angesichts der unablässig fortschreitenden Demenz infolge der Alzheimer-Erkrankung formuliert hatte: "Er schläft langsam hinüber."

Gerd Müller machte seine Alzheimer-Erkrankung 2015 öffentlich.
Gerd Müller machte seine Alzheimer-Erkrankung 2015 öffentlich. © imago images/Waelischmiller/Sven Simon

Seine Frau Uschi stand Gerd Müller im Pflegeheim bei, begleitete ihn bis zum Schluss

Uschi Müller, die ihren Mann seit Dezember 2014 jeden Tag in der Einrichtung besuchte und pflegte, bis sie wegen strenger Auflagen in der ersten Welle der Corona-Pandemie drei Monate Besuchsverbot hatte, hoffte inständig, "dass er nicht nachdenken kann über sein Schicksal, über eine Krankheit, die dem Menschen die letzte Würde raubt".

Zuletzt war sie froh, wenn er wenigstens ihre Stimme, die Stimme, der ihm seit der Hochzeit 1967 nahestehendsten Person, erkannte. Den Kampf gegen das Vergessen hatte Müller bereits verloren, nun ist er sanft entschlummert.

Die Erinnerung an das Ich, an sein Leben, an den Fußball, an die fantastische Karriere, an all die Erfolge, an die Rekorde und Rekordtore – all das verflog unaufhaltsam. Die schreckliche Erkrankung nahm ihm einen fröhlichen Lebensabend. Müller wurde seit längerem nur noch palliativ behandelt. Sein Tod war eine Frage der Zeit.

Gerd Müller 1999 mit seiner Ehefrau Uschi.
Gerd Müller 1999 mit seiner Ehefrau Uschi. © imago images/Sven Simon

"Die Welt des FC Bayern steht still", schrieb der Rekordmeister am Sonntagmittag auf der Website, die komplett in schwarz-weiß gehalten ist. "Es ist ein trauriger, schwarzer Tag für den FC Bayern. Gerd Müller war der größte Stürmer, den es je gegeben hat – und ein feiner Mensch, eine Persönlichkeit des Weltfußballs", sagte Präsident Herbert Hainer tief betroffen. Vorstandsboss Oliver Kahn bezeichnete "kleines dickes Müller", wie ihn der frühere Bayern-Coach Tschik Cajkovski einst liebevoll nannte, als "eine der größten Legenden in der Geschichte des FC Bayern, seine Leistungen sind bis heute unerreicht und werden auf ewig Teil der großen Geschichte des FC Bayern und des gesamten deutschen Fußballs sein. Gerd wird für immer in unseren Herzen sein."

Gerd Müller ist tot: Rückblick auf eine beispiellose Karriere

Des Bombers Zahlenwerk in aller Kürze: Von 1964 bis 1979 erzielte er in 602 Pflichtspielen 555 Tore für den FC Bayern – mit allen erdenklichen Körperteilen, aus allen erdenklichen Lagen. Der Schrecken aller Verteidiger, der Akrobat im Strafraum, holte 13 Titel mit den Münchnern, gewann von 1974 bis '76 drei Mal hintereinander den Europapokal der Landesmeister. Sieben Mal wurde er Torschützenkönig in der Bundesliga, die scheinbar unerreichbare Bestmarke von 40 Treffern in einer Saison hatte 49 Jahre Bestand ehe Bayerns aktueller Ballermann Robert Lewandowski in der vergangenen Saison noch ein Tor mehr erzielte. Für die deutsche Nationalmannschaft traf er 68 Mal (und das in nur 62 Spielen!), wurde 1972 Europa- und zwei Jahre darauf Weltmeister. Der Siegtreffer im WM-Finale 1974 von München gegen Holland war sein wichtigster.

Gibt es im Himmel einen Bolzplatz, wird es nun dort müllern

Franz Beckenbauer, selbst mittlerweile 75 Jahre alt, brachte es einst auf den Punkt: "Alles, was der FC Bayern geworden ist, verdankt er Gerd Müller. Ohne die Tore von Gerd würden wir heute immer noch in der Bretterbude an der Säbener Straße sitzen." Und Paul Breitner sagte einmal: "Gerd Müller ist der wichtigste und größte Fußballer, den Deutschland nach 1954 gehabt hat. Der FC Bayern und die Nationalelf sind das, was sie geworden sind, durch Gerd Müller. Ich auch." Tiefer kann man sich nicht verbeugen. Vor ihm, dem gefürchteten Bomber, dem allseits verehrten Müller, dem geliebten Gerd.

Gibt es im Himmel einen Bolzplatz, wird es nun dort müllern. Kurze Drehung und rein das Ding. Wenn es dieser Tage blitzt und donnert, ist es kein Sommergewitter. Dann macht es bumm – da oben. Hier unten bleiben Müller und seine Tore unvergesslich.


Deutschland und die Fußballwelt in Trauer: Die Reaktionen zum Tode Gerd Müllers

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern: "Wie traurig: Gerd Müller ist tot. Er war der wohl beste deutsche Stürmer aller Zeiten. Ohne ihn hätten der FC Bayern und die deutsche Mannschaft nie diesen Erfolgsweg beschreiten können. Ich war selbst großer Fan. Ganz Bayern trauert um diesen bescheidenen Erfolgsmenschen."

Joachim Watzke, Geschäftsführer Borussia Dortmund: "Gerd Müller war eines der größten Idole meiner Kinder- und Jugendzeit. Ich hatte die große Ehre, ihn persönlich als einen sehr bescheidenen und angenehmen Menschen kennenlernen zu dürfen. Er war ein außergewöhnlicher Spieler, dem der FC Bayern und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unendlich viel zu verdanken haben."

Reinhard Rauball, Präsident Borussia Dortmund: "Ich habe Gerd Müller als absolut vorbildlichen Sportler kennengelernt, dessen 365 Tore in 427 Bundesligaspielen unübertroffen sind. Wenn der Ball im Strafraum auch nur irgendwie in seine Nähe gekommen war, hat man Müller alles zugetraut. Seiner Familie gilt unser aufrichtiges Beileid." 

Borussia Dortmund: "Auch Borussia Dortmund trauert um Gerd Müller. Wir verneigen uns vor einem der größten Spieler der Bundesliga-Geschichte, der immer unvergessen bleiben wird. Wir sind mit unseren Gedanken bei seiner Familie, seiner Frau und allen Angehörigen."

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Rainer Koch. Präsident des Bayerischen Fußballverbands: "Er wurde schon zu Lebzeiten zur Fußball-Legende, war das Idol einer ganzen Generation, auch meiner Jugend. Wir sind traurig, von dieser Ikone unseres Sports Abschied nehmen zu müssen und mit den Gedanken bei seiner Familie und seinen Angehörigen."

Peter Peters, DFB-Vizepräsident: "Für mich ist er der beste Stürmer in der Geschichte des Fußballs."

Bastian Schweinsteiger, Ex-Spieler des FC Bayern: Danke, Gerd! Ohne diesen Mann wäre der FC Bayern nicht das, was er heute ist, und die meisten unserer Karrieren wären wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, ich bin dankbar, ihn einen meiner Trainer nennen zu dürfen.

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Rudi Völler, Geschäftsführer Sport Bayer Leverkusen: "Gerd Müller war einer der größten Torjäger aller Zeiten, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Natürlich war er auch für mich als Stürmer ein Vorbild. Es ist ein trauriger Tag für den Fußball, Gerds Leistungen werden unvergessen bleiben."

Stefan Effenberg, Ex-Nationalspieler und Ex-Bayern-Kapitän (bei t-online): "Ob für den FC Bayern, den deutschen Fußball oder den Weltfußball: Mit Gerd Müller ist ein ganz Großer gegangen. Es ist schwer, Worte zu finden. Für mich persönlich war es immer eine riesige Ehre, mich beim FC Bayern mit ihm austauschen zu dürfen. Er war auch menschlich und einfach in jeder Hinsicht ein ganz, ganz Großer."

Gary Lineker (ehemaliger Torjäger aus England): "Es tut mir sehr leid zu hören, dass Gerd Müller verstorben ist. Ich habe ihm als Kind gerne zugesehen und dabei so viel gelernt. Der beste Strafraumstürmer, den ich je gesehen habe."

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1. FC Köln: "Der Fußball verliert einen der größten Spieler aller Zeiten. Gemeinsam mit dem  FC Bayern und der gesamten Fußballwelt trauert der Effzeh um Gerd Müller."

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Hertha BSC: "Wir trauern um einen der größten deutschen Stürmer. Gerd Müller, der 'Bomber der Nation', ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Unsere Gedanken sind bei Familie und Freunden. Ruhe in Frieden!"

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TSG Hoffenheim: "Du bleibst unvergessen! Ruhe in Frieden, Gerd Müller."

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Schalke 04: "Die Fußballwelt verliert mit Gerd Müller eine wahre Legende. Unser Beileid gilt der Familie, Freunden und dem FC Bayern München. Ruhe in Frieden, Bomber der Nation!"

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Hamburger SV: "Wir trauern um Fußball-Legende Gerd Müller, der heute Morgen im Alter von 75 Jahren verstorben ist Ruhe in Frieden, Gerd."

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Borussia Mönchengladbach: "Die Fußballwelt wird Gerd Müller immer ein würdiges Andenken bewahren. Unser Beileid und Mitgefühl gilt seinen Angehörigen."

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Eintracht Frankfurt: "Eine der größten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs ist von uns gegangen. Ruhe in Frieden, Gerd Müller! Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft - die Eintracht ist in Gedanken bei euch."

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FC Augsburg: "Gerd Müller war eine absolute Legende, einer der größten Fußballer unseres Landes. Wir sind in Gedanken bei deiner Familie und wünschen den Angehörigen in diesen schweren Stunden viel Kraft."

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VfL Bochum: "Unser aufrichtiges Beileid! Wir wünschen der Familie von Gerd Müller und all unseren Freunden beim FC Bayern viel Kraft! Gerd Müller war ein Idol für so viele Fußballer. Aber nicht nur seine unzähligen Tore bleiben in Erinnerung. Ein ganz Großer unseres Sports."

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