"Ganz schwierige Situation": Dreesen gibt Update zum Disziplinarverfahren der Uefa gegen den FC Bayern

Nach der Jubelexplosion im Duell gegen Real Madrid hat die Uefa ein Disziplinarverfahren gegen den FC Bayern eingeleitet. CEO Jan-Christian Dreesen: "Wir sind nach wie vor in der Aufklärung des Zwischenfalls."
Kilian Kreitmair
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Reagierte nach dem Sieg gegen den VfB Stuttgart auf die Jubelexplosion aus dem Real-Spiel: Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen.
Reagierte nach dem Sieg gegen den VfB Stuttgart auf die Jubelexplosion aus dem Real-Spiel: Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen. © IMAGO

Emotionen wie nach dem 4:3-Sieg gegen Real Madrid kamen am Sonntagabend nicht auf. Und das, obwohl es Silberware zu feiern gab. Die 35. Meisterschaft ist dem FC Bayern nach dem 4:2 gegen den VfB Stuttgart nicht mehr zu nehmen. Dennoch wurde nur ein bisschen vor der Südkurve gehüpft und der Kakadu in den Münchner Abendhimmel gestreckt. Der höchste der Emotionen war der Jubel von Trainer Vincent Kompany. Der Belgier mutierte kurzzeitig zum Feierbiest.

Uefa leitet Disziplinarverfahren gegen den FC Bayern ein

Später marschierte Kompany gesittet, wie seine Spieler, in die Players Lounge der Allianz Arena. Es wurde zusammen angestoßen auf das, was man schon erreicht hat, weil man das, was man noch nicht erreicht hat, noch erreichen will: Den Gewinn der Champions League und des DFB-Pokals. Alles war nicht zu vergleichen mit jenen Szenen, die sich in den letzten Minuten gegen Real abspielten. 

Man erinnere sich an die Jubelszenen. Die Fans standen an der LED-Bande, umarmten die Spieler nach dem 3:3 und dem 4:3. Ein Bild für die Ewigkeit. Aber auch eines, das dem Klub noch teuer kommen könnte. Denn die Uefa leitete nach der Jubelexplosion ein Disziplinarverfahren gegen die Bayern ein. Der Grund: Die Anhänger verletzten, von Emotionen getrieben, mehrere Fotojournalisten.

Begruben die Fotografen unter sich: Die Bayern-Fans nach den Last-Minute-Treffern gegen Real Madrid.
Begruben die Fotografen unter sich: Die Bayern-Fans nach den Last-Minute-Treffern gegen Real Madrid. © IMAGO

Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Konkret wirft der Verband den Münchnern eine "Störung durch Zuschauer" vor. Zusätzlich wird von einer "Blockierung öffentlicher Wege" und dem "Werfen von Gegenständen" gesprochen. "Ich muss ganz offen sagen, dass so ein unglaubliches Spiel noch so einen Teilaspekt hat, ist schon sehr schade", reagierte Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen nach dem Sieg gegen die Schwaben auf die Aktion. 

Der Verein sei laut dem Norddeutschen "nach wie vor in der Aufklärung dieses Zwischenfalls". Wie jüngst bekannt wurde, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Sogar ein Zeugenaufruf wurde gestartet, um den Sachverhalt genauer zu erklären. "Wie viele Verletzte es wirklich waren, ist noch unklar", so Dreesen, der die Fans allerdings in Schutz nahm. 

Ich hatte nicht das Gefühl, dass das Seitens der Fans eine aggressive, bösartige Aktion war.

Jan-Christian Dreesen

Dreesen: "Da ist halt die Euphorie übergeschäumt"

Wer bei dem Kracher im Stadion war, "wird gesehen haben, dass das ganze Stadion voller Euphorie war". "Ich hatte nicht das Gefühl, dass das seitens der Fans eine aggressive, bösartige Aktion war", betonte der 58-Jährige. "Sie saßen einfach auf dem Zaun und dann ist das 3:3 gefallen. Da waren alle total glücklich. Und mit dem 4:3 hat das Stadion gebebt und die Euphorie ist übergeschäumt." 

Eingreifen konnten die Beamten und Ordnungskräfte dabei nur bedingt. Und das, obwohl laut Dreesen mehr Einsatzkräfte vor Ort waren, als es das Sicherheitskonzept vorsah. "Aber wenn so viele Menschen auf einmal über einen Zaun klettern, hält das kein Ordner dieser Welt auf", erklärt er. Wie die Uefa den Fall bewertet? Das geht aus dem bisherigen Schreiben nicht hervor. 

Die Südkurve des FC Bayern blieb schonmal in dieser Saison leer.
Die Südkurve des FC Bayern blieb schonmal in dieser Saison leer. © IMAGO

FC Bayern wurde bereits zu Sperre der Südkurve verurteilt 

Klar ist aber: Der Verein war nach wiederholten Pyro-Aktionen bereits im Heimspiel gegen Union St. Gilloise zu einer Sperre der Südkurve verurteilt worden. Diese Sanktion wurde vom Kontroll-, Ethik- und Disziplinargremium der europäischen Fußball-Union zur Bewährung ausgesetzt. Im schlimmsten Falle könnte den Bayern im so wichtigen Halbfinalrückspiel gegen Paris Saint-Germain also womöglich ähnliches drohen. 

"Wir werden sehen, wie die Uefa damit umgeht", sagt Dreesen, der nochmal betont: "Entscheidend ist, dass es kein Platzsturm war. Bei der Beurteilung muss man sehen, dass es in der Euphorie war." Ob das die Uefa genauso sieht? Klar ist laut Dreesen: "Es ist eine ganz schwierige Situation."

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2 Kommentare
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  • Flansi Hick am 20.04.2026 14:34 Uhr / Bewertung:

    Der gute ,JENZZ', seines Zeichen Freizeitpolizist ! .....noch nie was von Emotionen und Gefühlsausbrüchen gehört, wahrscheinlich auch noch nie in einem Stadion geschweige denn bei so einem Fussballfest dabei gewesen, aber immer schön auf den Paragraphen der Gesetzgebung reitend - Beworfen wurde übrigens niemand, es flogen vereinzelte zusammengeknüllte Papierbögen von der Choreo, wie auch in jedem anderen Stadion - Die UEFA geht schon seit Jahren mit zweierlei Maß vor. Schaut man sich so manche Vorkommnisse in süd- bzw. osteuropäischen Stadien an, die nicht sanktioniert wurden, mutet das Vergehen der Bayernfans eher harmlos an. Zumal es nicht auf Randale basiert, sondern der kollektiven Freude geschuldet ist. Deutsche Clubs werden aber ganz offensichtlich härter sanktioniert, weil deren Fans immer wieder auf die unerträgliche Preispolitik und den ganzen anderen Klamauk der UEFA aufmeksam machen.

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  • JENZZ am 20.04.2026 12:45 Uhr / Bewertung:

    Natürlich versucht Herr Dreesen in erster Linie die Interessen des Vereins zu vertreten. Da aber beim Spiel gegen Madrid Personen zu Schaden gekommen sind, Spieler mit Gegenständen beworfen wurden, Zuschauer in den Innenraum eingedrungen sind und es offensichtlich Versäumnisse bei der Sicherheit gegeben hat, wird die UEFA, auch unter Berücksichtigung der "laufenden Bewährung" vermutlich eine umfangreiche Geldstrafe aussprechen und für das Heimspiel gegen Paris die betreffende Tribüne leer bleiben.

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