Fünf gute Gründe, warum der FC Bayern Real Madrid rauswirft
Für Real Madrid gab es schon vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch beim FC Bayern (21 Uhr/DAZN) einige Kratzer und Beulen, besonders für Kylian Mbappé. Der französische Stürmerstar zog sich beim 1:1 gegen den FC Girona am Freitag eine blutende Wunde am Kopf zu, sein Schädel brummt noch immer. Am Sonntag konnte Mbappé deshalb nicht mit der Mannschaft trainieren, am Montag war er wieder dabei. Bis zum Anpfiff soll Mbappé fit sein. Der 27-Jährige (45 Torbeteiligungen in 38 Pflichtspielen) ist neben Vinicius Junior Reals größter Hoffnungsträger für die Partie in der Allianz Arena - gemeinsam mit der eigenen Historie: Der Königsklassen-Rekordsieger aus Madrid (15 Titel) hat drei der vergangenen vier Partien in München gewonnen. Und diesmal?

Bayerns Chancen auf das Halbfinale
Nicht nur wegen Reals verpatzter Generalprobe spricht deutlich mehr für ein Weiterkommen des FC Bayern. Die AZ nennt fünf gute Gründe.
1. Die Heimstärke: Bayern ist zu Hause traditionell eine Macht. In dieser Königsklassen-Saison hat Vincent Kompanys Team alle fünf Partien in der Arena gewonnen und dabei 16:3 Tore erzielt. Von den vergangenen 28 Champions-League-Heimspielen haben die Münchner nur eines verloren: mit 1:2 im Viertelfinale der vergangenen Saison gegen Inter Mailand. Es folgte das Ausscheiden. Sonst gab es 22 Siege und fünf Remis. Top!
Musiala als X-Faktor
2. Jamal Musialas Formkurve: Bayerns Zehner steht vor seinem 50. Einsatz in der Königsklasse. Es wäre ein besonderes Jubiläum im Alter von 23 Jahren und 48 Tagen für Musiala: So jung erreichte vor ihm kein deutscher Spieler diese Marke. Thomas Müller, der den Rekord hält, war bei seinem 50. Champions-League-Spiel 24 Jahre und 53 Tage alt. Ob Musiala in die Startelf rückt? Offen. Serge Gnabry soll nach leichten Knieproblemen rechtzeitig fit werden. Musiala könnte als Joker wichtig sein. Beim 5:0 gegen St. Pauli zeigte er, dass seine Verfassung nach der schweren Verletzung stabiler wird. "Ich habe gesehen, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Mein Fuß fühlt sich viel besser an als vor einem Monat", sagte Musiala.

Kane liebt Spiele gegen Real
3. Harry Kanes Real-Bilanz: Beim 2:1 im Hinspiel vergangene Woche in Madrid erzielte der englische Topstürmer das zwischenzeitliche 2:0, es war sein elfter Treffer im laufenden Wettbewerb - eingestellter persönlicher Rekord. Kane ist gerne erfolgreich gegen Real: In jedem der vergangenen vier Duelle mit den Königlichen war Kane an einem Tor direkt beteiligt, in fünf Spielen in Folge gelang dies noch keinem Akteur gegen Real in der Königsklasse. Anreiz genug also für Tormaschine Kane!

Neuer als Sicherheitsgarant
4. Manuel Neuer im Tor: Der Torhüter war im Hinspiel der herausragende Akteur, zeigte mehrere Weltklasse-Paraden. Darauf setzt Bayern auch im Rückspiel. Neuer habe "gehalten, da hätte es mich früher zerrissen im Tor", sagte Bayern-Legende Sepp Maier bei Sport1: "Das ist doch keine normale Leistung mehr - das ist Zauberei mit Handschuhen. Wer da noch diskutiert, ob der gut genug ist, hat vom Torwartspiel ungefähr so viel Ahnung wie ich vom Ballett." Neuer in dieser Form braucht Bayern auch am Mittwoch.

Historie spricht für Bayern
5. Die eigene Historie: In großen Champions-League-Nächten wird die Arena regelmäßig zum Hexenkessel, da sind nicht nur die Fans in der Südkurve laut und emotional. Eine solche Atmosphäre ist auch gegen Real zu erwarten. Zumal die Ausgangslage passt: In der Champions League verteidigte Bayern einen Sieg im Hinspiel in 21 von 22 Fällen auch ins Ziel, insgesamt im Europacup sogar 29 von 30 Mal. Nur gegen Inter Mailand war 2010/11 im Achtelfinale nach einem 1:0-Auswärtssieg noch Schluss. Inter gewann in München mit 3:2. Das soll, ja das darf sich aus Bayern-Sicht nicht wiederholen.

