Franck Ribéry: Seine gesammelten Jähzorn-Attacken

Franck Ribéry lässt sich gegen Braunschweig zu einem Tritt hinreißen – und hat Glück, dass er nicht vom Platz fliegt. Es war nicht der erste Ausraster des Franzosen. Die Fehltritte im Überblick.
| P. Strasser, R. Nachtwey
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Ein Duell mit nicht immer ganz fairen Mitteln: Braunschweigs Verteidiger Benjamin Kessel gegen Bayerns Franck Ribéry.
dpa Ein Duell mit nicht immer ganz fairen Mitteln: Braunschweigs Verteidiger Benjamin Kessel gegen Bayerns Franck Ribéry.

München - Pep Guardiola speichert alles. Jeden Gefahrenmoment: Alonso in Donezk. Benatia im Herbst in Manchester. Und – letzte Saison im Viertelfinale – Schweinsteiger bei ManU. Der Bayern-Trainer erinnerte an die Champions-League-Partien in Unterzahl, „an die Situationen, dass wir mit zehn Mann spielen mussten“. Er hasst diese individuellen Ausraster oder Patzer. Ein Foul bedeutet in Peps Welt, dass der Spieler seinen Gegner nicht taktisch im Griff hat.

Lesen Sie hier: Guardiola rüffelt Ribéry

Und daher war er sauer auf Franck Ribéry. Den Übeltäter, der noch einmal davon gekommen war im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Eintracht Braunschweig.

Zugegeben, es war ein rustikales Foul von Benjamin Kessel in der 3. Minute. Doch so früh im Spiel und schon so überhitzt? Der Bayern-Flügelstürmer trat im Affekt erbost in Richtung des Eintracht-Verteidigers. Ohne Folgen. Glück gehabt. Eine Rote Karte wäre vertretbar gewesen, in der Champions League greifen Schiedsrichter anders als Jochen Drees härter durch.

„Monsieur Jähzorn“ klang hinterher nicht wirklich einsichtig. „Das ist ein Problem, das ist so in jedem Spiel. Das ist schwierig ab und zu, aber das ist nicht schlimm. Er ist mit beiden Füßen reingegangen. Das kann gefährlich sein für mich“, rechtfertigte sich Ribéry.

Doch der 31-Jährige, ganz der alte Filou, weiß schon, warum die Gegenspieler ihn hin und wieder so aggressiv attackieren. „Ich bin ein Mann, will mit meinen Dribblings provozieren. Der Tritt von mir war nicht böse gemeint. Dann war Ruhe, nachdem er die Gelbe Karte bekommen hat. Das kann passieren, das ist Fußball, das ist Pokal.“ Womit er sagen will: höchstes Niveau, Flutlicht, Adrenalin, K.o.-Partien, Emotionen eben. „Nein, das ist nicht böse, das ist Fußball. Für mich war das nicht so extrem“, meinte er und verschwand.

Früher haben Schiedsrichter oft zu Ribéry gesagt: „Das ist Fußball. Das ist Champions League.“ Und zeigten ihm die Rote Karte. Der Filou ist Wiederholungstäter. Monsieur Jähzorn. Er wird es nicht los. Sein folgenreichstes Vergehen: Im Halbfinale 2010 gegen Olympique Lyon tritt er Lopez in den Knöchel – Rot. Der Franzose wird für drei Spiele gesperrt und verpasst das Finale gegen Inter Mailand, das Bayern vielleicht auch deshalb 0:2 verliert.

Weitere Jähzorn-Attacken

April 2009:
Gegen Schalke (0:1) fliegt Ribéry nach einem Frustfoul gegen Farfan erstmals im Bayern-Dress vom Platz, kassiert Gelb-Rot (76. Minute). Es war das letzte Spiel unter Coach Jürgen Klinsmann. Bei diesem Platzverweis gelten also mildernde Umstände.

Dezember 2011:
Im Ligaspiel gegen Köln gerät Ribéry mit Sereno aneinander. Auf ein hitziges Wortgefecht folgt eine Handgreiflichkeit – wieder Gelb-Rot. Bayern siegt mit zehn Mann trotzdem 3:0.

Dezember 2012:
Ribéry schlägt Augsburgs Koo im Pokal-Achtelfinale (2:0) ins Gesicht – dafür bekommt er Rot. Der Täter empfindet später wenig Reue: „Ein anderer als ich hätte kein Rot bekommen, da bin ich sicher.“

April 2013:
Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin (2:0) bekommt sich Ribéry mit Vidal in die Wolle. Einige Provokationen, ein Tritt zu viel – doch das Ganze hat keine Folgen. „Ich habe viel abbekommen und auch verteilt“, verteidigt sich Ribéry hinterher und sagt: „Das ist Fußball, das ist Champions League. Kein Problem.“

Auch diesmal alles wieder gut? Nicht ganz. Guardiola wird mit ihm sprechen. „Wir müssen das kontrollieren, in Zukunft darf das aber nicht mehr passieren“, meinte er, „in der Liga hast du eine neue Möglichkeit. Ein Pokalspiel oder die Champions League ist ein Finale.“ Ist Ribéry ein Sicherheitsrisiko? Pep: „Franck hat seine eigene Persönlichkeit, er ist ein großer Wettkämpfer und will es immer gut machen.“

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