FC-Bayern-Vorstand schlägt Alarm: "Müssen uns selbst in den Hintern treten"
Er ist der große Asien-Fachmann im Führungsteam des FC Bayern: Rouven Kasper, seit Januar Vorstand für Marketing und Vertrieb und zuvor zwischen 2016 und 2021 schon "President Asia", als er das Büro der Münchner in Shanghai leitete. Daher kennt sich Kasper international bestens aus – und ärgert sich, dass so wenige deutsche Klubs im Ausland für die Bundesliga werben.
Kasper: Appell an die Bundesliga-Klubs
"Es würde mich sehr freuen, das ist absolut notwendig und das ist der klare Appell, dass mehr Bundesliga-Klubs ins Ausland reisen", sagte Kasper während der diesjährigen Sommer-Tour auf der südkoreanischen Insel Jeju: "Es muss gar nicht Asien sein. Aber wir müssen uns alle gemeinsam die Märkte aufteilen und dynamischer sein. Wir haben in diesem Sommer nur zwei Klubs, die reisen. Das sind Dortmund und Bayern, das ist nicht ansatzweise ausreichend."

Der BVB war gerade in Japan, sonst aber halten sich die Klubs mit weiten Reisen zurück – ein entscheidender Nachteil bei der Vermarktung im Vergleich zu England. "Wenn wir in die Premier League schauen: Die reisen zu neunt. Und dann beschweren wir uns, dass die Einnahmen nicht hochgehen", sagte Kasper knallhart: "Da brauchen wir uns nicht zu beschweren. Sondern wir müssen uns selbst in den Hintern treten und schauen, dass wir aktiver sind. Bayern alleine schafft das nicht. Wir sind eine Liga und da muss der Ligaverbund stärker zusammenarbeiten."
Kaspers Klartext.

Asien als Wachstumsmarkt für FC Bayern
Der FC Bayern fokussiert sich seit vielen Jahren auf die Märkte in den USA und Asien, veranstaltet fast jedes Jahr Marketingreisen. Besonders Asien sei "ein extrem euphorischer Markt", ergänzte Kasper: "Das haben wir am Flughafen schon gesehen. Die Menschen konsumieren uns, sie stehen mitten in der Nacht auf und schauen die Champions-League-Spiele an. Der asiatische Markt ist extrem dynamisch. Hier gibt es große Menschenmengen, die wir bespielen können. Es gibt auch wirtschaftliches Wachstum. Hier kommen einfach viele Aspekte zusammen, die enormes Potenzial versprechen."

Nur FC Bayern und BVB unterwegs
Das habe er bereits "2017 erlebt, als ich das Asien-Büro des FC Bayern eröffnen und die Tour organisieren durfte", sagte Kasper: "Da waren Tausende Fans am Flughafen. Wir haben auch um halb vier Uhr nachts Public Viewings organisiert, wo in einer Halle 2000 Menschen mit dir gemeinsam bayerische, deutsche Lieder singen. Das ist eine ganz euphorische Fan-Crowd. Da gilt es, ihnen Respekt zurückzugeben. Die wollen auch Bayern München sein."
Für die Münchner ist daher klar, dass sie weiter regelmäßig nach Asien und in die USA reisen. Doch ob die Bundesliga-Konkurrenz da in Zukunft mitzieht?
- Themen:
- FC Bayern München
- Premier League

