FC Bayern trauert um Peter Hermann: "Ein toller Mensch ist von uns gegangen“

Niko Kovac kämpfte spürbar mit den Tränen, die Stimme stockte. "Ein toller Mensch ist von uns gegangen", sagte der Trainer von Borussia Dortmund: "Das ist natürlich ein Schock." Ein Interview später für das "Sportstudio" des ZDF sagte Kovac sogar ab. Der Tod von Peter Hermann, dem Co-Trainer in Deutschland, nahm aber nicht nur ihn emotional mit an diesem Bundesliga-Spieltag.
"Der Fußball lebt nicht zuletzt von Persönlichkeiten wie Peter Hermann, die nicht immer im Rampenlicht stehen und dennoch dafür sorgen, dass immer alles glänzt", sagte Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer. Hermann war Co-Trainer unter Jupp Heynckes, als der deutsche Rekordmeister 2013 zum ersten Mal das Triple aus Meisterschaft, Pokal und vor allem der Champions League holte.
Hermann starb am Samstag. Er wurde 74 Jahre alt, wie sein früherer Club Bayer Leverkusen unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Hermann litt an einer nicht heilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems.
Heimspiel mit Trauerflor
"Er war der Co-Trainer schlechthin in Deutschland. Renommierter und geschätzter in der Branche als manch ein Chefcoach", schrieb der Werksclub, den Hermann in seinen fast 30 Jahren bei Bayer maßgeblich mitgeprägt hatte. Ob als Interimscoach oder Co-Trainer des Profiteams, als Trainer zweiten Mannschaft oder Scout.
Für das Heimspiel gegen RB Leipzig am Sonntag kündigte der Club aus Leverkusen eine Schweigeminute und einen Trauerflor an. "Peter Hermann war für ganz viele Spieler, mit denen er gearbeitet hat, schlicht und einfach Bayer 04", erklärte Geschäftsführer Sport Simon Rolfes: "Mit seiner eigenen herzlichen Art, war er immer für jeden Einzelnen da. Er hat unterstützt, gefördert und vor allem auch gefordert, um uns als Fußballer besser zu machen. Auf Peter konnte man sich verlassen."
Bodenständig - was alle über Hermann sagen
Ob in Leverkusen, Dortmund, auf Schalke, in Hamburg, München, Düsseldorf oder in Frankfurt am Main am Sitz des Deutschen Fußball-Bundes, für den Hermann als Co-Trainer für Junioren-Teams gearbeitet hatte: Hermann hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Der Chefcoach ist immer der, der vor die Kameras tritt, der Co-Trainer bleibt eher im Hintergrund. Und Hermann ging in dieser Rolle auf. "Ich habe dem Fußball alles zu verdanken", sagte er 2025 einmal in einem WDR-Podcast.
Bodenständig ist ein Wort, das immer wieder fällt, wenn Hermann beschrieben wird. "Wo Peter Hermann wirkte, wurde er nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Kompetenz, sondern auch wegen seiner charakterlichen Integrität geschätzt", hieß es vom DFB: "Er hat den Fußball in Deutschland geprägt, ohne im Rampenlicht stehen zu wollen. Es ging dem loyalen Fußballlehrer stets darum, seine Spieler besser zu machen und mit seinen Vereinen erfolgreich zu sein."
Ende der langen Karriere beim BVB
Als Spieler hatte es Hermann selbst auch zum Profi geschafft, stand - wo sonst - bei Bayer und auch beim HSV unter Vertrag, ehe er Ende der 1980er auf die Trainerseite wechselte. Beim BVB beendete er 2022 seine lange und so erfolgreiche Karriere.
"Ich habe auch noch versucht, ich weiß gar nicht, vor ein, zwei Monaten, ihn zu sprechen. Das war gar nicht mehr möglich", erinnerte sich BVB-Coach Kovac bei Sky direkt nach dem Sieg der Borussen beim VfB Stuttgart: "Seine Tochter ist ans Telefon gegangen. Die Krankheit war so schwer, dass sie unheilbar war. Deswegen bin ich tieftraurig." Nicht nur er.