FC Bayern München: Franck Ribery spricht in TV-Interview über seelischen Schmerz

Die andere Seite von Publikumsliebling Franck Ribéry: Der Franzose in Diensten des FC Bayern hat dem TV-Sender "Canal Plus" eines seiner seltenen Interviews gegeben - und sich dabei auch schmerzhaft an die Vergangenheit erinnert.  
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Nach zehn Jahren beim FC Bayern läuft sein Vertrag im Sommer aus: Franck Ribéry.
firo/Augenklick Nach zehn Jahren beim FC Bayern läuft sein Vertrag im Sommer aus: Franck Ribéry.

Die andere Seite von Publikumsliebling Franck Ribéry: Der Franzose in Diensten des FC Bayern hat dem TV-Sender Canal Plus eines seiner seltenen Interviews gegeben – und sich dabei auch schmerzhaft an die Vergangenheit erinnert.

München - Er gilt in den Reihen des FC Bayern als Frohnatur, als einer, der für gute Laune sorgt. Er ist bekannt für irre Streiche, mit denen er seine Teamkollegen immer wieder mal reinlegt. Interviews gibt er allerdings selten, und noch seltener lässt der 34-Jährige den Zuschauer dabei hinter die Fassade des fußballverrückten Profis blicken.

Jetzt hat sich Franck Ribéry im Gespräch mit dem Fernsehsender Canal Plus geöffnet und sich dabei zu seinen körperlichen respektive seelischen Verletzungen im Zusammenhag geäußert.

Ribérys Narbe ist nicht zu übersehen: Auf der rechten Seite seines Gesichts zieht sich ein roter Strich von oben nach unten über seine Wange. Die Narbe begleitet Ribéry fast schon sein gesamtes Leben lang. Im Alter von zwei Jahren zog er sich bei einem Autounfall schwerste Schnittverletzungen zu. Gemeinsam mit seinem Vater war er auf der Landstraße unterwegs, als der Wagen mit einem anderen Fahrzeug kollidierte. "Ich bin durch die Windschutzscheibe geflogen und hatte großes Glück, dass es nicht aus war mit mir. Auf gewisse Weise hat mir dieser Unfall geholfen, als Kind hat er mich motiviert", erinnerte sich der Franzose einmal.

Franck Ribéry: Sogar Eltern von Mitschülern hänselten ihn

Bei Canal Plus sagt er aber auch: "Wenn du jung bist und so gezeichnet, ist das nicht einfach. Die Leute hätten getuschelt, nicht weil ich schön war, oder Franck hieß oder ein guter Fußballer war, sondern weil ich eine Narbe hatte." Er habe Sticheleien und Häme ertragen müssen. Stimmen wie diese: "Guck' dir dieses Gesicht an. Wie der aussieht. Was ist denn das für eine Narbe? Der ist hässlich."

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Das Ganze sei damals ziemlich ausgeartet: Sogar Eltern von Mitschülern hätten ihn gehänselt. Die körperlichen Schmerzen verschwanden, die seelischen Verletzungen blieben lange. Doch diese Erfahrungen "haben meinen Charakter geformt und mich stark gemacht", betont Ribéry.

Franck Ribéry: Der Frust mit der Nationalelf

Beim FC Bayern entwickelte er sich zum Weltstar, sein Vertrag in München läuft im Sommer nach zehn Jahren aus. Wie es mit ihm weitergeht, ist noch ungewiss.

Was ihn nie losgelassen hat: Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurde er in Frankreich zum Buhmann, er galt als einer der Hauptschuldigen für das peinliche Aus in der Vorrunde. Der Vorwurf: Ribéry soll damals die jungen Spieler zur Revolte aufgerufen haben, für Mobbing und Gruppenbildung verantwortlich gewesen sein. 2014 trat Ribéry aus der Nationalelf zurück.

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