FC Bayern gibt Diagnose bekannt: So lange fällt Manuel Neuer aus
Ganz bitter für den FC Bayern, ein schwerer Rückschlag für Manuel Neuer: Der 40-Jährige erlitt laut Mitteilung des Vereins am Sonntagmittag einen Sehnenteilriss im rechten Fuß.
Der FC Bayern schrieb, wie in solchen Fällen üblich, Neuer falle "vorerst" aus.
Laut AZ-Informationen ist bei einer solchen Partialruptur, also einem teilweisen Sehnenanriss, mit sechs bis zwölf Wochen zu rechnen, bevor er wieder wettkampfspezifisches Training aufnehmen kann. Bis Weihnachten wird sein Stellvertreter und Thronfolger Jonas Urbig (23), der auch beim 2:1 am Samstag in Mainz kurz vor der Halbzeit für Neuer ins Spiel gekommen war, vollauf gefordert sein.
Manuel Neuer kann im Laufe des Januar wieder eingreifen
Heißt für Neuer: Wenn die Reha bestmöglich verläuft, kann der Torhüter nach der Winterpause, im Grunde ja nur eine Weihnachtspause, beim ersten Pflichtspiel in 2027 wieder eingreifen – am 9. Januar bei Borussia Mönchengladbach.
Ist jedoch eher unwahrscheinlich bei rund zwei Monaten Pause. Ein Comeback im Laufe des Januars, bei schlechtem Reha-Verlauf erst im Februar, erscheint realistischer.
Womit die Saison des Kapitäns der Bayern nicht vorbei ist – das nicht. Wäre ja auch schrecklich, da sich der fünfmalige Welttorhüter erst im Sommer dazu durchringen konnte, dass es nun wirklich seine letzte Saison im Profifußball ist. Und zwar Nummer 22.
Wochenlange Reha: Für Neuer zur Routine gewordenes Szenario
2011 wechselte er vom FC Schalke 04 zum FC Bayern, gewann 2013 und 2020 jeweils das Triple inklusive Champions-League-Titel. Den dritten Henkelpott zu holen, ist sein großes Ziel. Ein Abschied am 5. Juni 2027 im Atlético-Stadion von Madrid wäre der ideale Zeitpunkt.
Ein schöner Traum, noch in weiter Ferne. Wie man Neuer kennt, wird er besessen von diesem, seinem letzten sportlichen Ziel der Karriere, um ein möglichst zeitnahes Comeback kämpfen. Er wird Stunden über Stunden in der Reha verbringen – ein für ihn zur Routine gewordenes Szenario.

Tenor: Das war’s noch nicht! Diese Mannschaft, die gut funktionierende Kabine, das Torhüterteam mit Urbig, den er sehr schätzt, und der Nummer drei, seinem langjährigen Kumpel Sven Ulreich (38), sowie das Trainerteam ließen ihn im Sommer 2026 noch einmal angreifen.
Neuer will mit dem Triple abtreten
"Vielleicht würde ich in 85 Prozent der Fälle aufhören", gestand Neuer, "aber in dieser Mannschaft zu spielen, mit dem Trainerstab und den Mitarbeitern, macht wirklich Spaß. Und wir haben immer die Möglichkeit, um alle Titel mitzuspielen."
Der Mann, dessen Beruf es wurde, zu hechten und zu fangen, kann nicht loslassen. Er kann nicht greifen, was der Körper ihm für Signale sendet. Der Mann, der mit Leidenschaft durch den Strafraum fliegt, tut sich – verständlicherweise – schwer, in der Realität zu landen. Aufhören, wenn es am schönsten ist? Mit dem FCB-Triple 2026?
Auch von der Teilnahme an der – dann total verpatzten – WM ließ sich Neuer durch Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann überzeugen. Dazu kommt all das Lob vom Trainerstab, seinen Mitspielern, den Bossen der Bayern.
"Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem du keine Rücksicht mehr auf Manuel Neuer nehmen kannst"
Und die Rekorde: Bayerns ältester Bundesligaspieler (seit Samstag), die meisten Champions-League-Einsätze aller deutschen Profis. Neuers Status: Eine lebende Legende, noch aktiv. Auf Abschiedstournee und zugleich bereits im Vorruhestand?
"Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem du keine Rücksicht mehr auf Manuel Neuer nehmen kannst", hatte Bayern-Legende Oliver Kahn (57) zuletzt bei Sky gesagt und hinzugefügt: "Ich denke, am Ende der Saison wird es ohnehin so kommen." Nun muss Urbig schon früher – in Teilzeit – übernehmen.
Und Neuer zum x-ten Mal in die Reha. Dreimal hat er sich den Mittelfuß gebrochen, dazu kam ein Haarriss an derselben Stelle im linken Fuß. Nun ist es der rechte Fuß. Wegen einer Sehnenreizung hatte er zuletzt bereits drei Spiele verpasst.
Schon vor der Diagnose sagte Joshua Kimmich, dass ein Ausfall von Neuer "für uns natürlich extrem bitter" wäre. Sein schlechtes Gefühl am Samstag in Mainz trog ihn nicht. "Es sah nicht so aus, als könnte er nach einer Woche wieder trainieren", so Kimmich, "Manu gibt ja den Schmerz eh nie zu. Wenn er mal rausgeht, ist es leider wahrscheinlich etwas Ernsthaftes."
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