FC Bayern: Diese Themen bleiben in Erinnerung - die fünf Aufreger des Jahres 2021

Beim FC Bayern geht ein ereignisreiches Jahr 2021 zu Ende. Neben den sportlichen Erfolgen gab es auch reichlich Diskussionsstoff bei den Münchnern – auf und neben dem Platz. Die AZ blickt auf die spektakulärsten Aufreger des Jahres zurück.
| Christina Stelzl
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Einer der fünf größten Aufreger des Jahres: Der Umgang mit dem Katar-Sponsoring brachte die Fans des FC Bayern bei der Jahreshauptversammlung auf die Palme.
Einer der fünf größten Aufreger des Jahres: Der Umgang mit dem Katar-Sponsoring brachte die Fans des FC Bayern bei der Jahreshauptversammlung auf die Palme. © IMAGO / Sven Simon

München – Sportlich gesehen kann der FC Bayern auf ein erfolgreiches Jahr 2021 zurückblicken. Neben dem Weltpokal-Triumph Anfang des Jahres sicherten sich die Münchner unter Hansi Flick die neunte Deutsche Meisterschaft in Folge.

Auch Neu-Bayern-Trainer Julian Nagelsmann durfte bereits seinen ersten Titel feiern: Im deutschen Supercup behielten die Münchner gegen Erzrivale Borussia Dortmund mit 3:1 die Oberhand.

Doch es lief nicht alles glatt beim deutschen Rekordmeister, immer wieder standen die Bayern ungewollt in den Schlagzeilen! Einige von ihnen dürften noch lange in Erinnerung bleiben. 

Der AZ-Jahresrückblick: Die fünf Aufreger des Jahres 2021 beim FC Bayern.

Aufreger 1: Bittere Pokal-Pleiten gegen Kiel und Gladbach

Eins steht fest: Es war nicht das DFB-Pokal-Jahr des FC Bayern. Gegen Holstein Kiel und Borussia Mönchengladbach setzte es zwei bittere Zweitrunden-Pleiten.

Anfang Januar war der Rekordmeister als klarer Favorit zu Zweitligist Holstein Kiel gereist. Durch einen Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit schaffte es der Underdog in die Verlängerung. Nach einem Fehlschuss von Marc Roca war die Sensation perfekt, Kiel beendete mit einem 8:7 n.E. bereits in der zweiten Runde Bayerns Träume von einer möglichen Titelverteidigung.

Der entscheidende Fehlschuss im Pokalkrimi in Kiel: Marc Roca (l.) scheitert per Elfmeter an Holstein-Torhüter Ioannis Gelios.
Der entscheidende Fehlschuss im Pokalkrimi in Kiel: Marc Roca (l.) scheitert per Elfmeter an Holstein-Torhüter Ioannis Gelios. © imago images/Claus Bergmann

Dann die Gladbach-Klatsche im Oktober: Die Bayern scheiterten bei Borussia Mönchengladbach erneut in Runde zwei – und zwar krachend. Nach einem Total-Ausfall in Durchgang eins stand es bereits nach 21 Minuten 0:3, der 0:5-Endstand war für den Rekordpokalsieger die höchste Pleite der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb.

Das zweite Gesicht des FC Bayern: Beim 0:5-Debakel im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach wurden die Münchner vollkommen entzaubert und regelrecht vorgeführt.
Das zweite Gesicht des FC Bayern: Beim 0:5-Debakel im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach wurden die Münchner vollkommen entzaubert und regelrecht vorgeführt. © Jürgen Fromme/ firo Sportphoto

Aufreger 2: Streit zwischen Hasan Salihamidzic und Hansi Flick

Auch ein öffentlicher Streit zweier Führungspersönlichkeiten der Bayern sorgte für Aufregung. Die Protagonisten: Hasan Salihamidzic und Hansi Flick. Zwischen dem Sportvorstand und dem mittlerweile Ex-Trainer kam es bereits in der Vergangenheit immer mal wieder zu Reibereien.

Vor allem beim Thema Transfers herrschte oft Uneinigkeit. Im Frühjahr 2021 eskalierte dann der Streit. Flick soll im Mannschaftsbus die Beherrschung gegenüber Salihamidzic verloren haben, es folgten die Worte: "Jetzt halt endlich mal das Maul!" Flick entschuldigte sich später öffentlich für sein Verhalten. Bayerns Sportvorstand verkündete kurze Zeit später vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Paris St. Germain das Aus von Vereinslegende Jérôme Boateng im Sommer – zum Missfallen des Trainers. 

Mitte April ließ Flick die Bombe platzen und erklärte, dass er den ursprünglich bis 2023 gültigen Vertrag vorzeitig auflösen wolle – der andauernde Zwist mit Salihamidzic soll neben seinem neuen Job als Bundestrainer einer der Hauptgründe gewesen sein. 

Nicht die besten Freunde: Hasan Salihamidzic (l.) und Hansi Flick.
Nicht die besten Freunde: Hasan Salihamidzic (l.) und Hansi Flick. © picture alliance/dpa

Aufreger 3: Impf-Debatte um Kimmich

Auch dieses Thema beschäftigte den FC Bayern lange! Im Oktober verkündete Joshua Kimmich, dass er noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sei. Aufgrund "fehlender Langzeitstudien" habe der 26-Jährige noch Bedenken.

In der Folge sah sich der Nationalspieler, der sich im vergangenen Jahr mit "We kick Corona" sozial engagierte und viel Zuspruch bekam, heftiger Kritik ausgesetzt. "Wir sprechen immer von Respekt, Toleranz, Offenheit, und das sind genau Werte, die mir in meiner Diskussion extrem gefehlt haben", sagte Kimmich zuletzt im ZDF. Es seien "Grenzen überschritten" worden.

Kimmich musste als ungeimpfte Kontaktperson zuletzt zweimal in Quarantäne. Nach anschließender Corona-Infektion inklusive Lungenproblemen arbeitetet der Mittelfeldspieler aktuell an seinem Comeback und möchte sich in naher Zukunft impfen lassen. "Vielleicht musste ich auch erst das durchleben, was ich jetzt durchlebt habe. Natürlich, rückblickend gesehen, würde ich gerne die Entscheidung des Impfens früher treffen, aber zum damaligen Zeitpunkt war es mir eben nicht möglich", so Kimmich.

"Ich brenne darauf, wieder richtig loszulegen", sagt Kimmich.
"Ich brenne darauf, wieder richtig loszulegen", sagt Kimmich. © picture alliance/dpa

Aufreger 4: Tumulte bei der Jahreshauptversammlung 

"Das war die schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe", sagte Ehrenpräsident Uli Hoeneß nach der Jahreshauptversammlung 2021. Die Münchner erlebten im November die wohl denkwürdigste JHV der Vereinsgeschichte. Nachdem die Veranstaltung im Jahr zuvor coronabedingt ausfallen musste, war das Thema Katar im Audi Dome das alles bestimmende Thema. 

Seit jeher ist das Katar-Sponsoring bei den Anhängern des Rekordmeisters schwer umstritten, ein entsprechender Antrag eines Fans wurde auf der Versammlung nicht zugelassen. Am Ende sorgten Buhrufe, Pfiffe und sogar lautstarke "Hainer raus"-Rufe dafür, dass der Präsident des FC Bayern die JHV vorzeitig beendete. 

Ein paar Tage nach der Jahreshauptversammlung bekräftigten die Bayern-Bosse jedoch ihr Vorhaben, künftig den Dialog mit den Anhängern  verbessern und die Katar-Thematik aufarbeiten zu wollen.

Es herrschte eine hitzige Atmosphäre auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern.
Es herrschte eine hitzige Atmosphäre auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern. © IMAGO / ActionPictures

Aufreger 5: Nur Platz zwei für Lewandowski beim Ballon d'Or

Eine herbe Enttäuschung erlebte auch Robert Lewandowski. Bei der Ballon d'Or-Wahl landete der Bayern-Stürmer hinter Lionel Messi zur Überraschung vieler nur auf Rang zwei. "Tief  im Inneren habe ich eine Traurigkeit gespürt, die nicht ein oder zwei Tage dauerte, sondern eher länger, und ich bin froh, dass wir in der Woche zu diesem Zeitpunkt kein Spiel hatten", sagte Lewandowski kurz darauf in der Sendung "Moc Futbolu". In den Medien war oftmals von einer "Skandal-Wahl" zu lesen.

Robert Lewandowski und Anna Lewandowska bei der Ballon d'Or-Gala in Paris.
Robert Lewandowski und Anna Lewandowska bei der Ballon d'Or-Gala in Paris. © Franck Fife/AFP/dpa

Der 33-Jährige leistete in diesem Jahr Historisches und knackte mit 41 Saisontoren den ewigen Bundesliga-Torrekord von Vereinslegende Gerd Müller. Zum Zeitpunkt der Wahl hatte Lewandowski 53 Tore in 42 Pflichtspielen 2021 erzielt – Messi 32 Tore in 39 Partien. Auch in der aktuellen Spielzeit 2021/22 ist der polnische Nationalstürmer innerhalb der Top-5-Ligen mit Abstand der treffsicherste Spieler.

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