FC Bayern: Dauerkarten-Initiative ging von Fans aus

Der FC Bayern und die Diskussion um die Dauerkarten:  Der Fanklub-Vorsitzende sagt: "Viele Anhänger picken sich doch nur noch die Rosinen raus."15.000 Interessenten für weniger als zehn freie Südkurven-Jahreskarten.
| Patrick Strasser
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Die Bayern-Fans in der Südkurve. Foto: Rauchensteiner/AK
Rauchensteiner/AK Die Bayern-Fans in der Südkurve. Foto: Rauchensteiner/AK

Der FC Bayern und die Diskussion um die Dauerkarten:  Der Fanklub-Vorsitzende sagt: "Viele Anhänger picken sich doch nur noch die Rosinen raus."15.000 Interessenten für weniger als zehn freie Südkurven-Jahreskarten. 

München - Große Diskussion um den Brief des FC Bayern an seine Dauerkarten-Inhaber in der Südkurve. Doch nicht der Verein war Initiator der Drohung, den 5200 Dauerkarten-Inhabern das Abo zu kündigen, sondern die Fans selbst!

Im Dezember haben die Bayern allen Dauerkarteninhabern der Blöcke 109-117 ein Schreiben zukommen lassen, in dem der Verein denjenigen Fans, die weniger als acht Ligaspiele pro Saison besuchen, mit dem Entzug der Jahreskarte (Kosten pro Karte: 140 Euro) droht. "Sofern nicht wenigstens acht Bundesliga-Spiele durch den Jahreskarten-Inhaber besucht werden, behält sich der FC Bayern München vor, die Jahreskarten mit Ablauf der Saison fristgerecht zu kündigen", heißt es da – was den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des FC Bayern entspricht.

Was jetzt herauskam: Dies wurde in einer Sitzung mit dem Arbeitskreis Fandialog mit Vertretern des FC Bayern sowie 30 Fanklub-Vorsitzenden bereits im Herbst beschlossen. "Dass der Verein nun den Fans drohen soll, stimmt so nicht", sagt Werner Simmerl, Vorsitzender des Fanclubs "1. Oldie FC 2000 ÜFÜ (über 50)". Simmerl weiter zur AZ: "Wir sehen das als eine sehr positive Maßnahme. Viele Fans picken sich doch nur noch die Rosinen raus, also die Spiele gegen Dortmund, Schalke, Nürnberg, und bleiben ansonsten zu Hause. Es ist doch zumutbar, mindestens acht Mal pro Saison ins Stadion zu gehen." In der Herbst-Sitzung wurde sogar darüber debattiert, aus den acht Spielen Minimum 12  zu machen. Andere wollten Schwänzer-freundliche lediglich fünf Spiele als Minimum für den Erhalt der Karte.

Auf Twitter schreibt @AndyMIF96: "Ich war dort anwesend, andere Teilnehmer und ich sprachen uns sogar für mindestens 12 aus. Dem Verein war diese Ansicht zu extrem. Geeignet hat man sich auf 8 Spiele. Nur halte ich es nicht für einen Streit, sondern eine mit dem Verein konstruktiv diskutierte Weiterentwicklung der SK." (SK steht für Südkurve)

Der Hintergrund: Bayern will für eine gerechtere Verteilung der seit Jahren vergriffenen Jahreskarten sorgen – und nur den Fans eine Dauerkarte zusprechen, die immer da sind. Eine Südkurven-Jahreskarte zu ergattern scheint schier unmöglich. Zu Beginn der Saison 2012/2013 wurden weniger als zehn Jahreskarten frei, es lagen 15.000 Anfragen von Interessenten vor.

Zur Erklärung:  Die Bayern-Jahreskarten personalisiert, aber übertragbar. Diese sind mit einem elektronischen Chip ausgerüstet, der jeden Besuch registriert. "Bei Verhinderung des Jahreskartenkunden ist eine Weitergabe der Jahreskarte an Dritte möglich", heißt es auch in den AGBs des Vereins. Ausgeschlossen ist lediglich die Weitergabe ermäßigter Karten, die Weitergabe der Karten an Personen, die an gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Sportveranstaltungen beteiligt waren, sowie die kommerzielle Nutzung des Tickets.

 

 

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