FC Bayern: Das sagt Dieter Hoeneß zu Sebastians Hoffenheim-Wechsel

Der Wechsel von Bayern-II-Coach Sebastian Hoeneß in die Bundesliga ist perfekt. "Hoffenheim hat mit Julian Nagelsmann gezeigt, dass sie den Mut haben", sagt Papa Dieter in der AZ: "Ich traue ihm das zu."
von  Julian Buhl
Der FC Bayern II scheint einen Nachfolger für Sebastian Hoeneß gefunden zu haben.
Der FC Bayern II scheint einen Nachfolger für Sebastian Hoeneß gefunden zu haben. © imago/Jan Huebner

München - Der Weg in die zweite Bundesliga blieb Sebastian Hoeneß aufgrund der Regularien trotz der Drittligameisterschaft mit den Amateuren des FC Bayern verwehrt. Seit Montag steht nun aber offiziell fest, dass der 38 Jahre alte Trainer dennoch aufsteigen und Liga zwei dabei sogar überspringen wird. Sein Wechsel zu 1899 Hoffenheim ist jetzt endgültig perfekt. Er unterschrieb beim Europa-League-Teilnehmer einen Dreijahresvertrag.

"Die Arbeit bei der TSG Hoffenheim ist eine große Herausforderung, auf die ich mich enorm freue", sagte Hoeneß: "Die grundsätzliche Philosophie des Klubs ist identisch mit meiner Idee von Fußball – offensiv, mutig, flexibel und immer aktiv." Hoeneß bringt auch seinen bisherigen Co-Trainer David Krecidlo, 36, aus München mit in den Kraichgau. Am Sonntag nimmt er dort mit seiner neuen Mannschaft mit ersten Tests die Arbeit und damit die Vorbereitung auf die neue Saison auf.

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TSG-Sportchef: Hoeneß war die "Wunschlösung"

Hoeneß übernimmt von dem im Juni entlassenen Niederländer Alfred Schreuder, der das Team in der vergangenen Saison noch auf Platz sechs geführt hatte. Sportchef Alexander Rosen bezeichnete Hoeneß als "Wunschlösung". Man stehe bereits "seit längerer Zeit in Kontakt, da uns seine Arbeit imponiert und seine Auffassung von Fußball hervorragend zur Philosophie und Strategie der TSG passt". Obwohl Hoeneß immer wieder Spieler zur ersten Mannschaft abstellen und so insgesamt 34 Akteure einsetzen musste, hatte er die Bayern-Amateure mit bisweilen begeisterndem Offensivfußball überraschend zur Meisterschaft geführt.

"Er ist noch ein junger Trainer, hat aber hier schon einige Fußspuren hinterlassen und sehr erfolgreich gearbeitet", sagte Bayerns Chefcoach Hansi Flick zuletzt über Hoeneß: "Dass er sich Gedanken macht und sein Ziel die Bundesliga ist, das haben wir alle gewusst und auch erahnt." Auch Bayerns Klublegende Hermann Gerland sieht in ihm ein "großes Trainer-Talent". Sportvorstand Hasan Salihamidzic bedauerte es, "dass Sebastian uns verlässt, aber wir haben entschieden, ihm keine Steine in den Weg zu legen. Sebastian ist ein super Junge".

Das sagt Vater Dieter zum Wechsel

Der ehemalige Fussball-Manager Dieter Hoeneß.
Der ehemalige Fussball-Manager Dieter Hoeneß. © Ina Fassbender/dpa

Hoeneß, der 2017 als U19-Coach in München anfing, blickt zurück auf "eine fantastische Zeit, in der ich mich als junger Trainer perfekt weiterentwickeln konnte". Diese Entwicklung will er nun in Hoffenheim fortsetzen. "Ich freue mich sehr für ihn, das ist der nächste große Schritt, den er in der Fußball-Welt macht und eine wirklich große Herausforderung", sagte sein stolzer Papa Dieter Hoeneß, als ihn die AZ am Montag erreichte, "aber ich traue ihm das zu. Er kann was und ist bereit!" Klar, der Fußball wurde Sebastian Hoeneß, dem Sohn von Dieter und Neffen von Uli Hoeneß schließlich sozusagen in die Wiege gelegt. "Das erste Wort, das er als Kind gesagt hat, war: Ball", erinnert sich sein Vater.

Hoffenheim ist Sebastian Hoeneß ebenfalls bereits bestens vertraut. Dort spielte er in der Saison 2006/07 in der zweiten Mannschaft, bevor er seine Profikarriere schon im Alter von 28 Jahren beendete. Sebastian Hoeneß kennt den Klub und das ruhige Umfeld dort. "Ich verbinde seit Kindesbeinen Emotionen mit dem FC Bayern", sagte er zuletzt der "Sport Bild", "ein Schritt weg von hier müsste schon sehr gut durchdacht sein und perfekt passen". Hoeneß lagen auch Angebote diverser anderer Klubs vor, die er dankend ablehnte. Da musste schon eine außergewöhnliche Anfrage kommen. Und das war mit der aus Hoffenheim der Fall. Daran lässt auch Dieter Hoeneß keinen Zweifel.

Hoeneß in Hoffenheim: Chance und Risiko

"Hoffenheim ist gerade für einen jungen Trainer eine gute Station", sagte er: "Sie haben das ja auch mit Julian Nagelsmann gezeigt, dass sie da auch den Mut hatten, einen noch jüngeren Trainer zu nehmen." Chefcoach in der Bundesliga zu sein, "birgt Chancen, aber natürlich auch Risiken", ergänzte er: "Darüber ist sich der Basti vollkommen im Klaren." Aber er bringe "gute Voraussetzungen" mit. "Ich weiß aus langjähriger Erfahrung, dass im Fußball natürlich Kompetenz dazugehört, Persönlichkeit, Selbstbewusstsein, Demut, aber auch ein Quäntchen Glück." Sein Sohn werde "mit neuen Situationen konfrontiert sein. Und da sicher auch nicht immer alles richtig machen", sagte Hoeneß, "aber er hat schon gezeigt, dass er immer wieder neu dazulernt und sich weiterentwickelt".

"Das erste Wort, das er als Kind gesagt hat, war: Ball", sagt Dieter Hoeneß über seinen Sohn Sebastian.
"Das erste Wort, das er als Kind gesagt hat, war: Ball", sagt Dieter Hoeneß über seinen Sohn Sebastian. © imago/Fred Joch

Den bekannten Nachnamen sieht er als "Hypothek": "Das macht es ihm schwerer." Klar sei es "eine interessante Geschichte, dass jetzt wieder ein Hoeneß in der Bundesliga ist, aber es ist der Sebastian Hoeneß und nicht der Dieter oder der Uli Hoeneß". Mit seiner Arbeit als Coach macht Sebastian Hoeneß bislang aber auch seinem prominenten Namen alle Ehre. Ab sofort nun als Cheftrainer von Hoffenheim.

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