Er kommt nicht in Schwung: FC-Bayern-Verteidiger Tah stellt sich hinter DFB-Star

Sie haben sich um ein Jahr verpasst beim FC Liverpool, dafür sind sie nun vorzeitig vereint im Kreise der deutschen Nationalmannschaft. Jürgen Klopp, der im Mai 2014 nach knapp neun Jahren sein letztes Spiel für die Reds coachte, und Florian Wirtz, der im Sommer 2025 von Bayer Leverkusen nach Liverpool wechselte.
Wirtz traf am Freitagabend im DFB-Quartier ein
Vor dem zweiten Nations-League-Gruppenspiel gegen Griechenland am Sonntagabend traf Wirtz am Freitagabend im DFB-Quartier in Herzogenaurach ein und wurde vom neuen Bundestrainer Klopp herzlichst begrüßt.
Für beide ein Neuanfang. Mit dem Transfer wurde Wirtz zu dem deutschen Fußballer, der bis dato höchste je bezahlte Ablösesumme erzielte. Die Basis-Ablöse lag bei rund 125 bis 130 Millionen Euro, durch verschiedene Boni steigerbar auf bis zu 150 Millionen. Übrigens vor Kai Havertz, der 2020 von Leverkusen für 80 bis 100 Millionen Euro zum FC Chelsea wechselte und Nick Woltemade, der 2025 vom VfB Stuttgart zu Newcastle United ging und 85 bis 90 Millionen Euro kostete.

FC Bayern wollte Woltemade im Transfersommer 2025
Auch den VfB-Angreifer wollten die Bayern im wilden Transfersommer 2025 unbedingt. Die Summe, die die Schwaben forderten, war ihnen zu hoch. Newcastle legte noch was drauf. Für Wirtz hatten die Bayern-Verantwortlichen, mit Ehrenpräsident Uli Hoeneß an der Spitze, alle möglichen Register gezogen und den offensiven Mittelfeldspieler umgarnt.
Doch der gebürtige Pulheimer (bei Köln) entschied sich für das Projekt in Nordengland. Was finanziell sicher kein Nachteil für Wirtz gewesen sein dürfte. So wurden die beiden Kumpel Wirtz und Jamal Musiala nicht vereint – sie zauberten bei der Heim-EM 2024 gemeinsam. Bei den nun anstehenden Nations-League-Duellen verpassen sich die beiden ebenfalls. Bereits beim Aufwärmen vor dem 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande erlitt der 23-jährige Spielmacher einen Muskelfaserriss im Oberschenkel.
Musiala absolviert Reha an der Säbener Straße
Für den Bayern-Profi ging's nach Hause, ab zur Reha an die Säbener Straße. Wirtz, ursprünglich nur für den zweiten Block mit den Länderspielen drei und vier vorgesehen, wurde wie Jonathan Burkardt für den ebenfalls verletzten Kai Havertz vorzeitig ins Quartier bestellt. Nach einem durchwachsenen ersten Jahr in Liverpool unter Coach Arne Slot übernahm nun der Spanier Andoni Iraola – wieder eine Umstellung für Wirtz (23). Schließlich war der Wechsel 2025 aus seinem gewohnten Umfeld schon groß genug.
Dazu kam: Nach dem tragischen Unfalltod von Diogo Jota sei Wirtz in ein verunsichertes Team gekommen, in dem bei vielen Profis Fußball nicht die oberste Priorität hatte. "Es war einfach eine sehr ungünstige Konstellation", sagte Klopp am Samstag in Herzogenaurach, "da kommst du als neuer Spieler und alle sehnen sich sofort danach, dass einer die Kohlen aus dem Feuer holt. Das ist eben unmöglich."

Wirtz kommt in sechs Einsätzen nur auf eine Torvorlage
Nun aber sei Wirtz auf "einem guten Weg", auch wenn "es den Leuten nie schnell genug geht. Alle, die Fußball lieben, sehen nach wie vor, was das für ein außergewöhnlicher Spieler ist", betonte der 59-jährige Klopp. Nach sechs Einsätzen in der neuen Saison kommt Wirtz lediglich auf eine Torvorlage, hätte laut Klopp in Sachen Pressing und Pässen, die die gegnerische Abwehr überspielen, zugelegt.
Auch in Liverpool habe man "jetzt absolut verstanden, wo er spielen muss", betonte Klopp – und zwar "im Zentrum, in den Halbräumen." Ob als Joker von Startspieler, Klopp möchte "dem Jungen das Gefühl geben: Das war heute mehr als in Ordnung. Das hat uns als Mannschaft geholfen", so der Bundestrainer.
Bayerns Tah verteidigt Wirtz
Auch Jonathan Tah, sein ehemaliger Mitspieler in Leverkusen, machte sich für Wirtz stark, indem der Innenverteidiger sagte: "Ich finde es extrem, wie auf ihm rumgehackt wird. Ich weiß, was er für ein Spieler ist und dass er noch mehr strahlen wird. Ich weiß, was er kann - irgendwann werden es alle verstehen."
Motto: Das Wirtz schon noch was! Ob's bei Bayern besser geworden wäre als in Liverpool? Was ja noch nicht ist, kann ja noch was werden. Eines Tages.