Es geht doch! Bundespolizei lobt Bayern- und Sechzig-Fans für friedliche Auswärtsfahrt
"Ned gschimpft is globt gua!", lautet ein altes Sprichwort. In diesem Fall ist ein ausdrückliches Lob aber durchaus angebracht. Angesprochen fühlen dürfen sich die Auswärtsfahrer des FC Bayern und TSV 1860 vom vergangenen Samstag.
Hintergrund: Aufgrund äußerst unglücklicher Ansetzungen ihrer Klubs durch DFL und DFB – für die Bayern ging es zum SV Werder Bremen, die Löwen bestritten ihr Auswärtsspiel gegen den TSV Havelse im Eilenriedestadion in Hannover – mussten beide Fanlager am selben Tag zur ungefähr selben Uhrzeit gen Norden reisen. Wegen der Überschneidung der Reiserouten beider rivalisierender Fanlager würde ein Aufeinandertreffen insbesondere auf dem Schienenweg kaum zu verhindern sein. Und wenn Rot auf Blau trifft, dann scheppert es bekanntlich auch gerne einmal.
Bundespolizei lobt vorbildliches Verhalten
Die Befürchtungen im Vorfeld sollten sich glücklicherweise aber nicht bestätigen. Im Gegenteil: Gegenüber der AZ lobt die Bundespolizei, die unter anderem für die Sicherheit im Zugverkehr und an Bahnhöfen verantwortlich ist, das Verhalten der Fans ausdrücklich. Der Münchner Bundespolizei sind im Zusammenhang mit den Auswärtsfahrten der Fußballfans am vergangenen Samstag keinerlei Sachbeschädigungen oder gar Gewaltdelikten bekannt.
Getrennte Anreisen ohne Zwischenfälle
Beide Fangruppierungen hätten frühmorgens in unterschiedlichen Zügen und begleitet von szenekundigen Beamten ihre Reise Richtung Hannover beziehungsweise von dort aus weiter nach Bremen angetreten. "Auch die Mitarbeiter der betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen hoben das positive Verhalten beider Fangruppierungen gegenüber unseren Beamten hervor", teilt die Bundespolizei gegenüber der AZ mit.
Koordination verhindert Fan-Kollisionen
Weder bei Halten in Fürth, wo mit Anhängern von Greuther Fürth hätte gerechnet werden können, noch in Hannover, wo 96-Fans unterwegs waren und in der Kommunikation zwischen Bundespolizei und Deutsche Bahn durch kurze zeitliche Verzögerungen ein mögliches Aufeinandertreffen unterbunden wurde, kam es zu Schwierigkeiten.
"Dieses für Bahn und Bundespolizei sehr erfreuliche Fanreiseverhalten gilt es auch einmal positiv hervorzuheben", betont Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei München und ehemaliger Vize-Präsident des TSV 1860.
In der Vergangenheit hatten Fußballfans immer wieder mit Sachbeschädigungen und Schmierereien in Zügen für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Der vergangene Samstag hat gezeigt: Es geht auch anders!
