Erst Saibari, jetzt Brown: FC Bayern macht auf dem Transfermarkt kurzen Prozess
Nathaniel Brown kletterte vor der Klinik Barmherzige Brüder aus einem schwarzen SUV und machte sich bereit für den Medizincheck. Einen Tag nach der Verpflichtung von WM-Star Ismael Saibari ist beim FC Bayern der nächste 50-Millionen-Mann im Anflug - und die Liga blickt acht Wochen vor dem Saisonstart beeindruckt bis konsterniert nach München.

Am Donnerstag veröffentlichte die deutsche Eliteklasse ihren Spielplan - die Vorfreude auf die Aufeinandertreffen mit dem weiter hochgerüsteten Starensemble von Vincent Kompany dürfte angesichts der drohenden Dominanz allerdings längst nicht an allen Bundesliga-Standorten ungetrübt sein. "Wir haben einen sehr guten Kader, das ist überhaupt keine Frage. Deswegen geht es, wenn, dann einfach um gezielte Verstärkungen, für die Offensive wie Defensive", hatte FCB-Präsident Herbert Hainer der Abendzeitung zu den Planungen der Münchner gesagt, die in der vergangenen Saison mit 122 Toren einen Rekord aufgestellt hatten. Saibari und Brown sollen die Qualität nun noch erhöhen.
Vollzug von Brown-Transfer steht kurz bevor
Saibari, der bei der WM für Marokko glänzt und trifft, hatte der Branchenprimus am Mittwoch als Zugang von der PSV Eindhoven für die Abteilung Attacke vorgestellt. Der Vollzug bei Eintracht Frankfurts Linksverteidiger Brown, den Fotos am Donnerstag in der bayerischen Landeshauptstadt zeigten, soll schnell folgen.
Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft in Nordamerika hatte der Nationalspieler, der mit seinem Speed besticht, noch gemauert. "Ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM. Deswegen werde ich das nicht kommentieren", hatte der 23-Jährige auf Fragen zu seinen Wechselabsichten gesagt. Nach dem jähen Aus für das Team von Julian Nagelsmann läuft nun augenscheinlich seine Zukunftsgestaltung auf Hochtouren - und die des FC Bayern. Alles spricht dafür, dass Brown zum Saisonauftakt am 28. August gegen Stuttgart dabei ist und am 8. Spieltag den Klassiker gegen den BVB im roten Trikot erlebt.
Bayern orientiert sich auf dem Transfermarkt nicht mehr an der nationalen Konkurrenz
Die ersten Verfolger des Doublesiegers aus Dortmund, Leipzig und Stuttgart setzen alles daran, den großen Abstand zum übermächtigen Rekordmeister zu verkürzen, können transfertechnisch bislang aber kaum mithalten. Der BVB, der zum Auftakt auf den Hamburger SV trifft, hat immerhin auch schon rund 20 Millionen Euro in den jungen Innenverteidiger Joane Gadou investiert. RB legte für Mittelfeldspieler Rocco Reitz von Borussia Mönchengladbach eine ähnliche Summe auf den Tisch. Zu den Münchnern besteht aber weiter eine riesige Kluft.
Ohnehin darf man wohl unterstellen, dass sich die Bayern in der Kaderplanung vor allem an der Konkurrenz im Rennen um die Champions League orientieren. Die Niederlage im Halbfinale gegen den späteren Königsklassensieger Paris St. Germain schmerzt noch immer. Entsprechend beherzt fällt der Griff in die Klubkasse aus.
