Er legte sich im Trainerbüro hin: Kompany bei FC-Bayern-Sieg auf Hilfe angewiesen

Trainer Vincent Kompany plagen beim 6:1 des FC Bayern gegen RB Leipzig Hüftprobleme. Dazu kommt ein Infekt. Nach dem Spiel musste er sogar die Pressekonferenz absagen.
von  Kilian Kreitmair, Patrick Strasser
Musste zur Pause den Seiteneingang nehmen: Bayern-Trainer Vincent Kompany.
Musste zur Pause den Seiteneingang nehmen: Bayern-Trainer Vincent Kompany. © IMAGO

Am Samstagabend war beim FC Bayern vieles ein bisschen anders als sonst. "Ich darf einen ungewohnten Gast zur abschließenden Pressekonferenz begrüßen", lauteten die einleitenden Worte von Pressesprecher Holger Quest nach dem fulminanten 6:1 gegen RB Leipzig. Neben ihm auf dem Podium saß nicht, wie üblich, Chefcoach Vincent Kompany. 

Kompany hat einen Virus und Hüftprobleme 

Max Eberl nahm auf dem Trainerstuhl Platz. "Sind immer so wenige Leute hier oder ist das meinetwegen?", erkundigte sich der Sportvorstand der Münchner. Die Antwort, sie lag dazwischen. Wenige Minuten zuvor hieß in der Mixed-Zone der Gesprächsgast auch Eberl. Und da hatte er bereits verraten, dass Kompany lädiert ist.

"Vinny hat die ganze Woche schon einen Virus, mit dem er sich herumquält", sagte Eberl: "Es geht ihm wirklich nicht gut." Die Vitamine, mit denen er sich laut dem Bayern-Boss vollgepumpt hat, zeigten noch keine wirkliche Wirkung. Dazu kamen auch noch Hüftprobleme beim Trainer des amtierenden Meisters.

Sprang für Trainer Vincent Kompany auf der Spieltagspressekonferenz ein: Sportvorstand Max Eberl, hier mit Pressesprecher Holger Quest.
Sprang für Trainer Vincent Kompany auf der Spieltagspressekonferenz ein: Sportvorstand Max Eberl, hier mit Pressesprecher Holger Quest. © IMAGO

Co-Trainer Danks und Maric übernahmen für Kompany 

Kurzum: Kompany ging mit einem doppelten Handicap in den Spieltag. Und konnte das auch nur schwerlich verstecken. Während des Spiels stand über weite Strecken sein Assistent Aaron Danks beim Münchner Dauerregen und den herbstlichen Temperaturen in der Coachingzone. Hilfe bekam der Brite bei den Anweisungen ans Team von René Maric.

Kompany dagegen saß nahezu die vollen 90 Minuten auf seinem Platz. Nicht einmal bei den Toren stand der Belgier auf, um zu jubeln. Er ballte die Fäuste im Sitzen. "Wenn es der Körper nicht hergibt, muss er es akzeptieren", so Eberl: "Das hat er getan. Seine Assistenztrainer und die Jungs haben aber gewusst, was sie zu tun haben." 

Wenn es der Körper nicht hergibt, muss er es akzeptieren.

Max Eberl

Kompany hielt alle Reden vor der Mannschaft 

Und sorgten mit ihrer Leistung dafür, dass sich Kompany das Spiel verhältnismäßig entspannt anschauen konnte. Schon zur Pause stand ein wohlverdientes 3:0 auf der Anzeigetafel der Allianz Arena. Wenngleich der Übungsleiter großes Vertrauen in sein Team hat, kam es für ihn nach den beiden Remis in Augsburg (2:2) und Stavanger (3:3) nicht infrage, sich daheim auszukurieren. 

"Es ließ es sich nicht nehmen, bei der Mannschaft zu sein", verriet Eberl. Nach AZ-Informationen hielt Kompany sogar sowohl die Ansprache vor dem Spiel gegen die Sachsen, als auch jene in der Halbzeit und nach Abpfiff. "Er hat zu uns gesprochen und ist sehr zufrieden mit unserer Leistung", bestätigte Bayerns Torschütze zum zwischenzeitlichen 5:0, Harry Kane.

Übernahm die Rolle von Chefcoach Vincent Kompany: Co-Trainer Aaron Danks.
Übernahm die Rolle von Chefcoach Vincent Kompany: Co-Trainer Aaron Danks. © IMAGO

Kompany muss sich nach dem Spiel hinlegen

Kompany biss sich durch. Doch alles ging nicht. Aufgrund der Hüftprobleme konnte der 40-Jährige in der Pause und nach der Partie nicht den Weg über den Spielertunnel nehmen. Kompany wählte die ebenerdige Route über die Stadionecke in die Katakomben. Begleitet wurde er dabei unter anderem von seinem persönlichen Assistenten Rodyse Munienge. 

In der Kabine angekommen, so erfuhr es die AZ, legte sich Kompany auf eine Bank in seinem Trainerbüro. Der Coach war nach dem vierten Sieg in der Bundesliga fix und fertig. Entsprechend entschied man sich beim FC Bayern, Kompany die Pressegespräche abzunehmen. Ganz nach dem Motto: Alle für Vinny!

Vielleicht ist es nicht so taktisch wie unter ihm, aber wir versuchen es bestmöglich.

Max Eberl

Kompany soll gegen Arsenal dabei sein

Konkret sprangen Sportdirektor Christoph Freund und Eberl in die Bresche und teilten sich die Interviews auf. "Vielleicht ist es nicht so taktisch wie unter ihm, aber wir versuchen es bestmöglich", so Eberl. Ob er auch am kommenden Mittwoch in der Champions League gegen den FC Arsenal die Aufgabe von Kompany übernehmen muss? 

"Er wird dabei sein", antwortete Eberl: "Welche Rolle er dann spielt, kann ich noch nicht sagen." Man hofft auf eine baldige Genesung des Cheftrainers. Und ist auch zuversichtlich, dass dann alles wieder so ist, wie man es kennt.

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