"Einen Abwehrspieler geopfert": Darum musste Kim gegen Hoffenheim auf die Tribüne

Der FC Bayern gewinnt gegen die TSG Hoffenheim mit 5:1. Dabei muss Min-jae Kim auf der Tribüne sitzen, weil Coach Vincent Kompany den gesamten Kader zur Verfügung hat.
Kilian Kreitmair
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Stand gegen die TSG Hoffenheim nicht im Kader: Min-jae Kim.
Stand gegen die TSG Hoffenheim nicht im Kader: Min-jae Kim. © IMAGO

Nach dem 5:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim ging es für die Bayern-Spieler vor die Südkurve. Der Sechspunkteabstand auf Borussia Dortmund bleibt bewahrt. Das muss freilich mit den Fans gefeiert werden. Nicht mit dabei: Min-jae Kim. Der Innenverteidiger stand überraschend nicht im Kader von Trainer Vincent Kompany, musste sich das Duell gegen den Tabellendritten von der Tribüne aus anschauen. Und das nicht etwa wegen einer Verletzung. 

Eberl: "Es wird nicht die Entscheidung per se sein"

Ganz im Gegenteil: Weil der Belgier auf seinen gesamten (!) Kader zurückgreifen konnte, war für Kim kein Plätzchen mehr in der Startelf oder auf der Bank. Es dürfen nur maximal 18 Akteure in den Bundesliga-Spieltagskader. Der 29-Jährige war gegen die Kraichgauer Spieler Nummer 19. "Es ist immer eine Sache der Kaderzusammensetzung, was du im Team vorhast, was du auf dem Platz brauchst", erklärte Sportvorstand Max Eberl die Entscheidung gegen Kim: "Wir haben diesmal einen Abwehrspieler geopfert, weil wir mit Konni Laimer und Hiroki Ito noch andere defensive Spieler hatten." 

Der Platz auf der Tribüne hatte also keineswegs disziplinarische Gründe. Der Südkoreaner gilt als höflicher Geselle, akzeptiert seine Rolle als Innenverteidiger Nummer drei im Team. Auch heißt es nicht automatisch, dass er bei voller Kapelle weiterhin die Spiele in Alltagskleidung anschauen muss. "Es wird nicht die Entscheidung per se sein", so Eberl.

Sein Mini-Kader wird plötzlich zum Giga-Kader: Sportvorstand Max Eberl (rechts).
Sein Mini-Kader wird plötzlich zum Giga-Kader: Sportvorstand Max Eberl (rechts). © IMAGO

Maximal 18 Spieler dürfen in der Bundesliga in den Kader

Ähnlich fiel die Wortwahl von Kompany aus, der, um die richtigen Worte zu wählen, extra ins Englische switchte. "Darf ich es auf Englisch sagen?", fragte der Coach, der nun ein echtes Luxusproblem hat. "Es ist eine gute Situation", betonte Kompany. Denn im vergangenen Jahr hatte man in der entscheidenden Phase der Saison im Champions-League-Viertelfinale bei Inter Mailand (2:2) ganze neun Verletzte. 

Neun mehr als zum jetzigen Zeitpunkt. Der Trumpf für die nächsten Wochen, die ohnehin entspannter werden. Im Februar hat der FC Bayern nur noch eine Englische Woche am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) im DFB-Pokal gegen RB Leipzig. Die Playoffs in der Champions League haben die Münchner bekanntermaßen mit Platz zwei nach der Ligaphase umgangen. 

Im März wird sich jeder wieder voll inkludiert fühlen.

Vincent Kompany

"Im März wird sich jeder wieder voll inkludiert fühlen"

"Im Februar haben wir weniger Spiele unter der Woche, sodass wir weniger wechseln müssen", kündigte Kompany deshalb an. Um Verdruss zu vermeiden, will der Coach es seinen Spielern schon im Vorfeld andeuten, ob sie Einsatzzeiten bekommen. "Im März wird sich jeder dann wieder voll inkludiert fühlen", versprach Kompany im selben Atemzug. Ob das auch für Leon Goretzka gilt? 

Seit der Verkündung seines Abschieds im Sommer musste er zweimal über 90 Minuten auf der Bank sitzen. Aktuell kommt er an Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic nicht vorbei. "Die Situation von Leon ist eine Folge, dass wir im Moment alle fit haben", sagte Kompany. Mit anderen Worten: Was für Kim gilt, gilt genauso für Goretzka. Und übrigens auch Tom Bischof und Raphael Guerreiro, die ebenfalls keine Einsatzzeit gegen Hoffenheim bekamen.

Muss sich wohl auf einen Februar mit kaum Spielzeit einstellen: Leon Goretzka.
Muss sich wohl auf einen Februar mit kaum Spielzeit einstellen: Leon Goretzka. © IMAGO

Weitere Tribünenüberraschungen sind beim FC Bayern denkbar

Insgesamt ist damit klar: Der Februar könnte, sollte man von Verletzungen verschont bleiben, noch die ein oder andere Tribünenüberraschung parat haben. Und auch den ein oder anderen verärgerten Bayern-Star?

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