Eine Absage – oder Verschiebung – der EM ist alternativlos

AZ-Sportchef Matthias Kerber über die EM 2020 im Zeichen des Coronavirus'.
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Das EM-Eröffnungsspiel ist für den 12. Juni angesetzt.
dpa/Jamie Gardner Das EM-Eröffnungsspiel ist für den 12. Juni angesetzt.

AZ-Sportchef Matthias Kerber über die EM 2020 im Zeichen des Coronavirus'.

Sport ist die schönste Nebensache der Welt. Nicht mehr, nicht weniger. Er ist eben Nebensache – und die muss er immer bleiben. Die paneuropäische Fußball-EM war als Statement gedacht. Als Zeichen, dass Europa mehr verbindet, als Ländergrenzen je trennen können.

Genau dieses Konzept ist in Zeiten, in denen das Coronavirus zur Pandemie, zur weltweiten Bedrohung, erklärt wurde, ein Fluch. Die Teams müssten innerhalb Europas viel reisen – und die Fans mit ihnen.

Uefa müsste ein Zeichen gegen Kommerz setzen

Das Eröffnungsspiel ist für den 12. Juni angesetzt. In Rom, der Ewigen Stadt, die schon so viel erlebt und gesehen hat. Die Chance, dass bis dahin die Corona-Problematik gelöst ist, tendiert gegen null. Und selbst wenn: Italien – und nicht nur Italien – wird in Schockstarre sein, wird Trauer tragen, wird seine Opfer beklagen. Die europäische Fußball-Union Uefa muss ein Zeichen setzen: Dass es eben nicht um Kommerz und Geld geht, sondern die Menschen. Eine Absage – oder Verschiebung – der EM ist alternativlos. Ein vermeintliches Fußballfest zu zelebrieren, wäre ein unsägliches, ein beschämendes Schauspiel.

Das Spiel aus Rom weg zu verlegen, käme einer Bankrotterklärung gleich. Es wäre die Botschaft, dass der Fußball wichtiger ist als die Menschen. Geisterspiele während der gesamten EM verbieten sich grundsätzlich. Diese Kulisse ohne Menschen auf den Rängen wäre ein Symbol dafür, was das Coronavirus den Leuten angetan hat. Die Uefa muss die Botschaft senden, dass es um die Bevölkerung geht, der Sport Nebensache bleibt. Alles andere wäre eine moderne – eine noch pervertiertere – Version von "Brot und Spiele", eine Bespaßungsmaschinerie, die von den echten Problemen ablenken soll. Und von "Brot und Spiele" hat Rom in seiner Historie schon viel zu viel gesehen...

Lesen Sie auch: Alle Entwicklungen zum Coronavirus in Bayern und München

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