"Ein brutaler Tag": FC-Bayern-Star Gnabry wird nach Kapitänspremiere emotional

Es war 20.41 Uhr, als die Nationalhymne in der Allianz Arena erklang. Rund 70.000 deutsche Fans sangen mit. Serge Gnabry saugte den Moment auf. Im Spiel gegen Serbien (2:0) trug der Flügelstürmer des FC Bayern erstmals die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft. "Es war ein brutaler Tag für mich", sagte ein emotionaler Gnabry am Donnerstagabend in der Mixed-Zone.
Gnabry kam mit 13 Minuten Spielzeit zum DFB
Denn angedeutet hatte sich das bei seiner Anreise zum DFB-Team nicht. Nahezu ohne Spielpraxis kam der 31-Jährige ins Basecamp nach Herzogenaurach. Der Ausriss am rechten Oberschenkel Mitte April, durch den er auch die WM im Sommer verpasste, hatte ihn bis zum 4. Spieltag in der Bundesliga gestoppt. Mit 13 Minuten Spielzeit gegen Union Berlin (7:0) ging es zu Bundestrainer Jürgen Klopp.
Als einer von nur sechs Spielern wurde Gnabry für beide Kader nominiert. Und nachdem sein Kumpel und Kapitän Joshua Kimmich das Spiel bekanntlich nur von der Tribüne aus anschauen durfte, bekam der gebürtige Stuttgarter die Binde. "Die Mannschaft wird von dem Spieler aufs Feld geführt, der die meisten Länderspiele hat", begründete Klopp seine Entscheidung pro Gnabry (nun 62 Auftritte im DFB-Jersey).
Ich sehr stolz, Kapitän gewesen zu sein.
Gnabry war letztmals in Freundschaftsspiel des FC Bayern der Kapitän
Eine Ehre, die ihm beim Rekordmeister bisher in Pflichtspielen nicht zuteilwurde. Lediglich in Testkicks, letztmals in der Sommervorbereitung 2025 bei den Grasshopper Zürich, führte er die Mannschaft als Spielführer aufs Feld. "Ich habe viele Nachrichten bekommen", verriet Gnabry und schob hinterher: "Ich bin sehr stolz, Kapitän gewesen zu sein." Ob er durch das Amt etwas in seiner Spielvorbereitung verändert hat?
"Der Tagesablauf war wie immer", so der Nationalspieler: "Die Vorfreude und die Anspannung waren da. Es war ein guter Tag." Zum sehr guten Tag fehlte eine Vorlage oder gar das Tor. Beides blieb Gnabry gegen die Serben verwehrt. Wenngleich er über seine Seite mächtig Dampf machte, waren seine Abschlüsse am Ende zu ungefährlich (AZ-Note 3).

FC-Bayern-Spieler noch nicht bei 100 Prozent
Zur Pause machte ihn Klopp zum Teilzeit-Kapitän. Gnabry musste in der Kabine bleiben, Florian Wirtz kam für ihn in die Partie. Für die volle Spielzeit reichte es nach der langen Verletzungspause noch nicht. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent", gab er ein Update zu seiner körperlichen Verfassung: "Es war jetzt mein viertes Spiel. In den letzten Spielen habe ich weniger gespielt. Aber ich muss über Spielzeit kommen. Jede Minute ist jetzt wichtig."
Die nächste Chance dazu hat er schon am Sonntag (20.45 Uhr) in Thessaloniki. Dort trifft die Mannschaft von Klopp auf Griechenland. Und will nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Sonntag Revanche nehmen. "Wir erwarten ein schweres Spiel", so Gnabry: "Aber wenn wir so gut zusammenspielen, wie gegen Serbien, dann können wir auch ein Tor schießen und gewinnen." Ob´s kloppt?