Eberl lässt aufhorchen: Olise könnte Geldstrafe vom FC Bayern bekommen

Michael Olise sieht beim 3:3 bei Viking Stavanger eine unnötige Gelb-Rote Karte. Nach der Partie schließt Sportvorstand Max Eberl eine Geldstrafe für den Flügelstürmer nicht aus.
Kilian Kreitmair |
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Sah beim 3:3 des FC Bayern gegen Viking Stavanger einen Platzverweis: Michael Olise.
Sah beim 3:3 des FC Bayern gegen Viking Stavanger einen Platzverweis: Michael Olise. © IMAGO

Die Schlussphase sah Michael Olise höchstens auf Video. Der Flügelstürmer des FC Bayern verkroch sich unmittelbar nach seinem Platzverweis in der 74. Minute gegen Viking Stavanger (3:3) in die Katakomben der Lyse Arena. Er hätte sie wohl anschließend am liebsten auch still und leise durch den Hinterausgang verlassen. Ging allerdings am Dienstagabend nicht. Olise musste auf dem Weg zum Mannschaftsbus an den Fans vorbei. 

Platzverweis von Olise hat Spiel nochmal verändert

Die belagerten den Franzosen, ließen ihn nicht auskommen. Und wurden für ihre Hartnäckigkeit mit einem Selfie belohnt. Doch glücklich schaute Olise, dem ohnehin nur selten ein Grinsen zu entlocken ist, darauf nicht. Verständlich. Denn der Unterschiedsspieler der Münchner machte gegen die Norweger auf negative Art und Weise den Unterschied.

So befand es zumindest Harry Kane. "Der Fehler mit dem Platzverweis hat das Spiel nochmal geändert", meinte der Doppeltorschütze der Bayern: "Wir mussten dann zu Zehnt gegen sie spielen, was es schwer gemacht hat." Konkret kassierten die Bayern, die zuvor einen 0:2-Rückstand zur Pause in ein 3:2 umgewandelt hatten, in der 90. Minute noch den Ausgleich durch Herman Haugen. Bitter. 

Kritisierte Michael Olise für seinen Platzverweis: Harry Kane.
Kritisierte Michael Olise für seinen Platzverweis: Harry Kane. © IMAGO

Olise wirft Ball nach Stavanger-Kapitän 

Wie es überhaupt dazu kam, dass Olise das Spiel nicht beenden durfte? Der 24-Jährige, der wegen seiner unbeeindruckten Art bei den Fans den Spitznamen "Mr. Nonchalant" bekam, war in jener 74. Minute gar nicht mehr emotionslos. Im Gegenteil. Olise brannten kurzerhand die Sicherungen durch. Er zog zunächst am Trikot von Henrik Heggheim und trat dann gegen Stavangers Kapitän Zlatko Tripic nach. 

Dafür wurde der Offensivspieler von Referee Georgi Kabakov verwarnt. Doch Olise bekam sich nicht ein, warf Tripic den Ball gegen den Kopf. Das Ergebnis: der erste Platzverweis in der Karriere des Bayern-Stars. Der VAR überprüfte die Szene zwar noch – intervenierte aber nicht. "Man muss clever in diesem Moment sein", kritisierte Kane seinen Teamkollegen: "Man muss seine Emotionen unter Kontrolle haben. Es war ein Fehler von uns, der uns Punkte gekostet hat." 

Man muss seine Emotionen unter Kontrolle haben.

Harry Kane

Eberl sauer nach Platzverweis für Olise 

Und Folgen für den weiteren Verlauf in der Champions League hat. Olise ist für das wichtige Spiel gegen den FC Arsenal am kommenden Mittwoch (21 Uhr) gesperrt. Und laut Sportvorstand Max Eberl könnte dem Ballon-d'Or-Kandidaten noch mehr drohen. "Ich denke, es ist Gelb-Rot", sagte der Bayern-Boss durchaus angesäuert zu dem unnötigen Verhalten von Olise und zählte auf: "Gelb wegen Halten und die zweite Gelbe Karte wegen Ball ins Gesicht." 

Als Eberl darauf angesprochen wurde, ob dem Shootingstar nun vonseiten des FC Bayern eine Geldstrafe droht, meinte er: "Das werden wir in Ruhe machen." Eine klare Verneinung sieht anders aus. Es wird wohl in den nächsten Tagen noch zu einem Gespräch kommen. Cheftrainer Vincent Kompany hat ihm bereits die Meinung zum Platzverweis vor versammelter Mannschaft mitgeteilt, nannte die Aktion später am prime-video-Mikro sogar "überblöd".

Hat bereits mit Michael Olise über den Platzverweis gesprochen: Trainer Vincent Kompany.
Hat bereits mit Michael Olise über den Platzverweis gesprochen: Trainer Vincent Kompany. © IMAGO

Kompany: "Es gibt da keine schlaue Strategie" 

"Es gibt da keine schlaue Strategie", so der Belgier: "Es muss direkt angesprochen werden und man muss ehrlich sein. Michael wird zwar immer wieder provoziert, aber das ist keine Ausrede. Es ist zu 100 Prozent sein Fehler. Und das weiß er auch." Das wiederum sah man unmittelbar nach der Aktion. Denn ohne zu meckern, verließ er den Platz in Richtung Kabine.

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