Dreistellige Millionensumme: FC Bayern verkauft letztes verfügbares Anteilspaket

Der FC Bayern verkauft 6,7 Prozent der AG an das Familienunternehmen und nimmt dadurch rund 250 Millionen Euro ein. Die AZ erklärt, was das für die Zukunft bedeutet – und wie es zu dem Deal kam.
von  Maximilian Koch
Hand drauf: Bayern-Präsident Herbert Hainer (r.) mit Max Viessmann, dem CEO der Viessmann Generations Group.
Hand drauf: Bayern-Präsident Herbert Hainer (r.) mit Max Viessmann, dem CEO der Viessmann Generations Group. © FC Bayern

Am Mittwochabend verpasste der FC Bayern den Sieg im Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal beim 2:2 knapp – doch dafür konnten die Münchner am Tag danach einen anderen wichtigen Erfolg verkünden: Die Viessmann Generations Group mit CEO Max Viessmann an der Spitze wird neuer Gesellschafter der AG und bringt dem Klub eine dreistellige Millionensumme ein.

250 Millionen Euro für FC Bayern

Nach AZ-Informationen liegt diese bei rund 250 Millionen Euro. Die Verträge wurden am Donnerstagmorgen unterschrieben. Im Zuge einer Kapitalerhöhung erwirbt das Unternehmen, das seinen Sitz in München und seinen Ursprung in Hessen hat, 6,7 Prozent an der AG. Max Viessmann wird zudem in den Aufsichtsrat einziehen, der künftig zehn statt neun Mitglieder hat. 

Viessmann rückt in die Schaltzentrale

Und: Der 37-Jährige gehört in Zukunft auch dem Präsidialausschuss mit Herbert Hainer, Uli Hoeneß und den drei weiteren Anteilseignern Adidas, Allianz und Audi an, die nun jeweils 7,8 statt zuvor 8,33 Prozent an der AG halten. Bayerns Viessmann-Coup! Das Festgeldkonto der Münchner ist jetzt wieder prall gefüllt.

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Hainer lobt Wertegemeinschaft 

"Die Viessmann Generations Group steht wie der FC Bayern für Werte wie Tradition, Ambition und Innovation. Wir freuen uns, einen Partner langfristig an unserer Seite zu wissen, den wir bereits viele Jahre kennen – und der unseren starken Gesellschafterkreis um ein familiengeführtes internationales Unternehmen ergänzt, das in Generationen denkt", sagte Präsident Herbert Hainer, der nach AZ-Informationen ebenso wie Ehrenpräsident Uli Hoeneß in den vergangenen Monaten stark um Viessmann geworben hatte: "Dieser Schritt stärkt die Eigentümerstruktur der FC Bayern München AG. Zudem vergrößert eine noch einmal deutlich verbesserte Eigenkapitalbasis die Handlungsspielräume in einer Zeit des permanenten Wandels." 

Mehr finanzieller Spielraum

Zwei weitere Harry Kanes könnten die Münchner theoretisch mit dem frischen Geld kaufen, doch die Klubführung will umsichtig damit umgehen. Auf der Jahreshauptversammlung vor fünf Jahren sprach Aufsichtsratschef Hainer von "Manövriermasse".

Ein solcher finanzieller Zugewinn schadet in jedem Fall nicht – und hilft dem FC Bayern dabei, auch in Zukunft mit den europäischen Rivalen mithalten zu können. Der Viessmann-Einstieg erhöht die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Der 37-jährige Max Viessmann zieht in den Aufsichtsrat ein.
Der 37-jährige Max Viessmann zieht in den Aufsichtsrat ein. © IMAGO/Rene Traut

Partnerschaft für Generationen

"Der FC Bayern ist einer der erfolgreichsten Vereine Europas mit klaren Werten und einem großen Bewusstsein für seine gesellschaftliche Verantwortung", sagte Max Viessmann, der zuvor schon im Verwaltungsbeirat tätig war und seit 2018 Partner des Klubs ist: "Als Familienunternehmen in vierter Generation möchten wir nicht nur Kapital, sondern auch unsere unternehmerische Erfahrung in die Zusammenarbeit einbringen. Wir wollen unseren Beitrag für einen starken FC Bayern leisten – als ein Verein mit eigener Identität, wirtschaftlich unabhängig und nachhaltig erfolgreich. Für uns beginnt heute eine Partnerschaft für Generationen." 

Alexander Sixt (l.) steht wie Viessmann für die jüngere Generation im Aufsichtsrat.
Alexander Sixt (l.) steht wie Viessmann für die jüngere Generation im Aufsichtsrat. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Viessmann als junger Impulsgeber

Wie die AZ weiß, sieht sich der glühende Bayern-Fan Viessmann langfristig bei den Münchnern. Er wird im Hintergrund agieren und seine Expertise einbringen. Bereits in der Vergangenheit half er dem Klub mit seinem Netzwerk in den USA und Asien, etwa bei Sponsorendeals. Hoeneß und die anderen Bosse schätzen Viessmanns Unabhängigkeit und seinen Unternehmergeist, die Führungsetage stand geschlossen hinter dem Einstieg. 2023 verkaufte Viessmann seine Klimasparte für zwölf Milliarden Euro an den US-Konzern Carrier, zuvor war die Firma durch Heizungen und Wärmepumpen weltbekannt geworden. Im Wintersport sieht man seit mehr als 30 Jahren die orange Viessmann-Werbung.

Im Aufsichtsrat gehört Viessmann künftig neben Alexander Sixt zur jüngeren Generation, die frische Impulse in den Klub bringt. Klar ist jetzt auch: Weitere Anteilsverkäufe sind vorerst nicht mehr möglich. Satzungsgemäß müssen 70 Prozent der Anteile beim Mutterverein verbleiben. Der FC Bayern setzt voll auf Viessmann.

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