Die schwere Frage für die Bayern-Chefs: Wann handeln wir – und wie?

So ist der FC Bayern in der Vergangenheit mit seinen Trainern umgegangen
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Felix Magath: In seiner Bayern-Zeit holte er zwei Mal das Double (2005 und 2006). Im Januar 2007 wurde er entlassen.
dpa Felix Magath: In seiner Bayern-Zeit holte er zwei Mal das Double (2005 und 2006). Im Januar 2007 wurde er entlassen.

So ist der FC Bayern in der Vergangenheit mit seinen Trainern umgegangen

MÜNCHEN Diese italienische Leichtigkeit könnte Jürgen Klinsmann dieser Tage gut gebrauchen. Die Nonchalance eines Luca Toni. „Uns fehlt ein gutes Spiel, um wieder der FC Bayern zu sein, der wir waren. Da kommt Lissabon gerade richtig“, sagte der Stürmer vor dem ersten Champions-League-Achtelfinale. „Tornare essere Bayern“, sagte er. Einfach wieder Bayern sein.

Klinsmann bleibt immer Jürgen Klinsmann. Ein Perpetuum Mobile, immer unter Strom. Gegenwind münzt er in Antrieb um. Am Montag sagte er: „Kritik entfacht in mir noch mehr Ehrgeiz. Ich bin eine Natur, die, wenn es schlecht läuft, sich noch mehr in die Arbeit reinhängt und noch mehr Engagement reinbringt.“

Noch mehr. Noch intensiver. Weil er noch mehr unter Beobachtung der Bosse steht. Nichts will er sich vorwerfen lassen, nichts unversucht lassen. Den Chefs zeigen: Ich kämpfe. Doch was, wenn es zu nichts führt? Was, wenn es nicht mehr geht, sollte der Widerstand aus der Mannschaft in Sachen Taktik und Einstellung größer und größer werden? Für die Bosse stellt sich die Frage: Wann müssten sie handeln? Sofort oder erst am Saisonende? Also: Die Rehhagel-Magath-Variante oder die Trapattoni-Hitzfeld-Lösung?

Als es 1995 nach einer Saison und in der zweiten Amtszeit 1998 nach zwei Jahren nicht mehr ging, wurde Giovanni Trapattoni jeweils erst zum Saisonende verabschiedet. Ehrenhaft und respektvoll, weil man den Mister sehr schätzte – auch wenn das Miteinander mit der Mannschaft schon zu einem früheren Zeitpunkt nicht mehr gegeben war. Bei Ottmar Hitzfeld wurde nach sechs Jahren 2004 nach einem würdigen Abgang gesucht. Er wurde gefunden, auch weil er selbst zugab, ausgebrannt zu sein.

Oder doch die Notbremse ziehen – wie bei Otto Rehhagel im April 1996 oder bei Felix Magath im Januar 2007? In letzterem Fall nach lediglich zwei Rückrundenspielen mit nur einem Punkt.

Die Bredouille, in der der Vorstand steckt, ist: Die Minimalanforderung, das Erreichen der Champions League, steht bei aktuell Liga-Rang vier auf dem Spiel, andererseits winkt in der Kür Europapokal bei einem Vordringen bis ins Halbfinale unverhoffter Lorbeer. Was also tun?

ps

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