Die Prügelknabenkicker

Braafheid und Pranjic, die Holland-Importe, werden von den Fans böse ausgepfiffen.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Edson Braafheid
M.i.S./Bernd Feil Edson Braafheid

Braafheid und Pranjic, die Holland-Importe, werden von den Fans böse ausgepfiffen.

MÜNCHEN 13 Spiele hat Edson Braafheid bislang für den FC Bayern bestritten, sieben davon über die komplette Distanz. Richtig gute Partien waren nicht wirklich dabei. Die Begeisterung über die Vorstellungen des Linksverteidigers hielt sich bei Fans und Trainerstab in engen Grenzen.

Doch was in der 59. Minute der Partie gegen Girondins Bordeaux passierte, das hatte dann doch eine ganz neue Qualität. Als der Niederländer Platz machte für Mario Gomez, entlud sich der gesamte Frust der mehr als 60000 Bayern-Anhänger an seiner Person. Begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert schlich Braafheid Richtung Ersatzbank - eine Demütigung.

Selten bis nie ist der 26-Jährige aus Surinam, der von Twente Enschede kam, in der Mixed Zone bei den Reportern gefragt, und wenn er doch einmal spricht, dann sehr leise, sehr vorsichtig, mit dünner Stimme. „Sehr enttäuscht“ sei er, und ein gutes Gefühl sei das nicht gewesen gegen Bordeaux: „Das war sicher nicht das beste Spiel meines Lebens.“ Aber die Pfiffe seien „normal bei einem Klub mit so großen Erwartungen wie bei Bayern München“. Dennoch, er wolle nun „den Kopf hoch halten“ und habe „gezeigt, dass ich es in die Startelf schaffe und da mithalten kann“. Mehr als Dabeisein ist es allerdings nicht.

Ähnlich mager sieht die bisherige Bilanz des zweiten van-Gaal-Wunschspielers aus: Danijel Pranjic, verpflichtet vom SC Heerenveen. Wäre er statt Braafheid ausgewechselt worden, das Pfeifkonzert wäre wohl um kein einziges Dezibel leiser ausgefallen. Nach zum Teil schlimmen Leistungen als Linksverteidiger konnte der Kroate nun auch im linken Mittelfeld noch nicht einmal ansatzweise überzeugen. Die Zeiten, als das Bayern-Spiel mit den Zauberfüßen Ribéry, Zé Roberto und Lahm komplett linkslastig war, scheinen schon Ewigkeiten her zu sein.

Die Pfiffe gegen van Gaals Importe, die Prügelknabenkicker, tat der Coach selbst locker ab: „Das ist Teil des Jobs bei Bayern, dass das Publikum reagiert. Wir machen die Fehler, nicht das Publikum.“ Dass Fans einen Spieler verpflichtet haben, kam jedoch noch nie vor.

tbc/ps

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren