Die "Extrawaffe": Costa hoch zwei

Bayerns neuer Offensivstar zeigt gegen den HSV eine herausragende Leistung – und demonstriert, dass er auf der linken wie rechten Seite brillieren kann. Wird Franck Ribéry erst 2016 wieder fit?
| Patrick Strasser
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Er ist der auffälligste Neuzugang: Douglas Costa hat bei den Bayern sofort eingeschlagen.
Er ist der auffälligste Neuzugang: Douglas Costa hat bei den Bayern sofort eingeschlagen. © dpa

München - Ihm klebt der Ball am linken Fuß. Schnell macht er ein paar Sidesteps vom rechten Flügel in die Mitte, löst sich vom Gegner, die Augen nur auf den Ball gerichtet, und dann rein damit per Kurven-Schuss ins lange Eck: der ganz typische Arjen-Robben-Treffer. Sein Ding, unnachahmlich. Auch nach Jahren in der Bundesliga und auf europäischer Bühne kaum zu verteidigen.

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Am Freitagabend erzielte Douglas Costa diesen speziellen Robben-Treffer. Die perfekte Kopie. Es war der Schlusspunkt (87.) beim 5:0 gegen den Hamburger SV. Und zugleich die Krönung der formidablen Leistung des Neuzugangs: ein Tor, eine Torvorlage für Thomas Müller per Außenrist-Flanke, die meisten Torschüsse (4), die meisten Flanken (4). Über die linke Seite wie bis zur 65. Minute, als Robben ausgewechselt wurde und der Brasilianer auf dessen rechte Seite wechselte. Scheinbar mühelos. Der Linksfuß harmonierte prächtig mit David Alaba und später mit Rafinha auf der anderen Seite. Links, rechts – egal. Costa kann’s. Auf beiden Außenbahnen.

Einer der fünf besten Außenstürmer der Welt

 

„Mit seiner Leistung bin ich sehr zufrieden“, sagte Trainer Pep Guardiola, „seine Qualität im Eins-gegen-eins ist unheimlich. Er kann einer der fünf besten Außenstürmer der Welt werden.“ Einer wie Arjen Robben? Einer wie Franck Ribéry, der seit März wegen Sprunggelenkproblemen ausfällt? Doch: Vorsicht! „In den nächsten Tagen wird Costa viel Lob bekommen, dann ist die Leistung vielleicht unten“, meinte Guardiola, „wir müssen ihm helfen, auf dem Boden zu bleiben.“

Die Titel angreifen: Bayerns Kampfansage an die Liga

Bislang macht der 24-Jährige einen bescheidenen, zurückhaltenden Eindruck, sagte nach seinem herausragenden Liga-Debüt: „Ich bin begeistert von München und den Bayern, es war der entscheidende Schritt für meine Karriere, hierherzukommen. Ich lebe einen Traum.“ Rund 30 Millionen Euro Ablöse haben die Bayern an Donezk gezahlt. Es zahlt sich aus. Man hat den doppelten Costa. Mehr als ein Ersatz für Robben oder Ribéry – Costa hoch zwei. „Eine Extrawaffe für uns, der einen Gegner ausdribbeln kann“, meinte Robben. Sein Stammplatz ist nicht gefährdet, aber was wird aus Ribéry?

Was passiert mit Ribéry?

 

Der Franzose leidet weiter an seiner Knochenhautentzündung im rechten Sprunggelenk, kann aktuell nur im Kraftraum arbeiten. Demnächst soll er wieder untersucht werden, Mannschaftstraining könnte ab September möglich sein, ein Comeback vielleicht rund um den Start in die Champions League Mitte September. Oder noch später? „Es ist sehr diffus. Man weiß gar nicht, was da ist“, sagte Ex-Bayern-Profi Thomas Strunz am Sonntag bei „Sport1“ und fügte hinzu: „Ich habe am Freitag gehört, dass er vielleicht sogar in der Hinrunde gar nicht mehr spielen könne.“

Tribünengast Ribéry wollte am Freitag nicht sprechen, sagte im Vorbeilaufen nur: „Alles okay.“ Der Weg zurück wird schwierig für den Publikumsliebling, vor allem weil sich Costa, der zwölfte Brasilianer in Bayerns Historie, aufmacht, ein neuer Fanliebling zu werden. Strunz: „Ribéry wird in den Überlegungen des Trainers aktuell keine Rolle spielen. Für Franck ist das eine absolute Katastrophe, dass er so lange ausfällt.“

Bayern vermisst ihn. „Wir unterstützen ihn, wir hoffen, dass er bald wieder spielen kann“, meinte Robben, „ich vermisse das schon, unsere gemeinsame Zeit auf dem Platz.“ Die Kollegen vergessen ihren Filou Ribéry nicht. „Franck ist ein Weltklassespieler, er hat so viel für den FC Bayern getan“, meinte Jérôme Boateng, „Douglas hat ein super Spiel gemacht, aber Franck und Douglas, das ist schon noch ein Unterschied.“

Wie wahr. Doch das Blöde für Ribéry: Fußball ist Tagesgeschäft. Und Costa, wie Hamburgs Verteidiger Dennis Diekmeier richtig anmerkte, eine „Rakete“.
 

 

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