Der Neuer-Countdown: Wann der FC-Bayern-Kapitän über seine Zukunft entscheiden will

Der Bayern-Keeper kehrt gegen Wolfsburg zurück und will im März seine Zukunft entscheiden: beim FC Bayern und auch bei der DFB-Elf?
von  Patrick Strasser
Nur noch bis zum Saisonende an den FC Bayern gebunden: Manuel Neuer
Nur noch bis zum Saisonende an den FC Bayern gebunden: Manuel Neuer © Sven Hoppe/dpa

Fans von Manuel Neuer warten genau auf solche oder ähnliche Worte. "Ich habe großen Spaß am Fußball und möchte weiter ein Spieler des FC Bayern sein. Ich bin noch immer hungrig und freue mich auf ein weiteres Jahr in diesem besonderen Verein. Es fühlt sich gut an, wir haben noch viele gemeinsame Ziele."

So lauteten die Aussagen des Bayern-Torhüters am 2. Februar letzten Jahres, als die Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2026 kommuniziert wurde.

Macht Neuer weiter oder hört er auf?

Und dieses Jahr? Wieder steht der mittlerweile 39-Jährige vor der Entscheidung: Weitermachen? Eine weitere Saison, die dann vermutlich wirklich letzte, dranhängen? Oder aufhören? Natürlich haben die Bayern-Bosse da auch ein gehöriges Wörtchen mitzureden, aber prinzipiell wurde dem Torwart signalisiert, dass man sich das schon gut vorstellen könne. Wenn Neuer bei bester Gesundheit und Motivation sei.

Es hängt so viel an der Frage, ob Neuer ja sagt und die Verantwortlichen eine weitere Saison das Spitzenverdiener-Gehalt des Kapitäns bezahlen wollen. Nicht zuletzt die kurzfristige Zukunft von Ersatztorhüter Jonas Urbig.

Der 22-Jährige ist nun seit knapp einem Jahr in München und bewährte sich in mittlerweile 17 Pflichtspielen (19 Gegentore) mit zuverlässigen, teils herausragenden Leistungen. Der Kronprinz und sein Lehrmeister – so sehen alle im Verein die Rollen – verstehen sich prima. Das war einst mit Alexander Nübel (kam 2020 vom FC Schalke und ist aktuell eine zweite Saison an den VfB Stuttgart ausgeliehen) nicht wirklich der Fall.

Würde Urbig widerstandslos in eine weitere Saison als Lehrling und Backup gehen? Die Antwort: Ja.

Zukunft noch offen: Neuer gibt sich entspannt

Aber was will Neuer? Der gebürtige Gelsenkirchener weiß: Ein Ja und eine daraus resultierende Einigung mit den Bayern eröffnet ihm die Chance, bei Bedarf (die DFB-Nummer eins Marc-André ter Stegen verletzt sich oder findet bis Monatsende keinen Verein, um Spielpraxis zu sammeln) doch noch die WM 2026 in Nordamerika zu spielen. Erklärt er sein Karriere-Ende für diesen Sommer, kann ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann als Frührentner nicht mit zur WM nehmen. Entweder ganz, also beides, oder gar nicht(s).

Neuer gibt sich auffallend entspannt, schon seit Herbst. Sein Countdown läuft, die Uhr tickt und dennoch lässt er alles auf sich zukommen. Er muss sich nichts beweisen niemandem. Er lebe, so sagte er im Dezember, "im Hier und Jetzt" und mache sich "noch keine Gedanken darüber". Gut geflunkert oder die Lässigkeit des – pardon – hohen Fußballeralters?

Am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) geht es nach drei Wochen Winterpause im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Neuer mischt seit dieser Woche wieder voll mit im Training, hat seinen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel auskuriert. Neues Jahr, neues Glück. Und: Froher Neuer!

Neuer will sich vorerst aufs Sportliche konzentrieren

"Jetzt spielen wir erst mal bis März, bis zur nächsten Länderspielpause, und dann schauen wir weiter", betonte er und nannte die Parameter für seine wegweisende Entscheidung: "Es müssen viele Dinge stimmen: Meinem Körper muss es gut gehen, ich muss mein Level haben, mit dem ich zufrieden bin. Natürlich spielt auch der Verein eine Rolle. Dann schauen wir uns einfach in die Augen und treffen irgendwann eine Entscheidung."

Die Tendenz laut AZ-Informationen? Wenn Neuer alle Fragen für sich mit ja beantworten kann, sagt auch der Verein nicht nein.

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