Der neue Mario Mandzukic: Nicht nur Torjäger

Mario Mandzukic sollte bei Atlético Madrid in die Fußstapfen von Diego Costa treten. Der Ex-Profi des FC Bayern hat beim spanischen Meister nach einem schweren Start den Durchbruch geschafft.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Mario Mandzukic hat bei Atletico Madrid zu neuen Höhenflügen angesetzt.
dpa Mario Mandzukic hat bei Atletico Madrid zu neuen Höhenflügen angesetzt.

Mario Mandzukic sollte bei Atlético Madrid in die Fußstapfen von Diego Costa treten. Der Ex-Profi des FC Bayern hat beim spanischen Meister nach einem schweren Start den Durchbruch geschafft. Mit dem Franzosen Griezmann bildet er im Angriff ein Duo, das seinesgleichen sucht.

Madrid – Eigentlich hatte Atlético Madrid den Kroaten Mario Mandzukic verpflichtet, damit er Tore schießt. Aber der frühere Stürmer des VfL Wolfsburg und des FC Bayern München, der an diesem Mittwoch mit seinem neuen Club in der Champions League bei Bayer Leverkusen antritt, ist beim spanischen Fußballmeister mehr als nur ein Torjäger. Der 28-Jährige bereitet auch Treffer vor: Bei Atléticos 3:0-Sieg am Samstag über UD Almería erzielte Mandzukic die Führung und gab Antoine Griezmann die Vorlagen zu zwei weiteren Toren.

Der Kroate und der flinke Franzose bilden ein Angriffsduo, das in Europa seinesgleichen sucht. Mal trifft der eine, mal der andere. Mandzukic erzielte in dieser Saison bisher 20 Pflichtspieltreffer, Griezmann 17. Der Atlético-Heimkehrer und Publikumsliebling Fernando Torres ist derzeit nur zweite Wahl.

Pfiffe von den Fans

Dabei hatte der Kroate, der Atlético eine Ablösesumme von 22 Millionen Euro gekostet haben soll, in Spanien alles andere als einen leichten Start gehabt. "Ich bin nicht Diego Costa", stellte er gleich nach seiner Ankunft klar. Anders als der vom FC Chelsea abgeworbene Hispano-Brasilianer schien Mandzukic nicht zu dem – auf schnelle Konter angelegte - Angriffsspiel der Rot-Weißen zu passen. Er ist mit seiner Schuss- und Kopfballstärke eher ein Mittelstürmer der klassischen Schule.

Von den Fans bekam er Pfiffe zu hören, weil er das Spiel langsam machte und in der Elf wie ein Fremdkörper wirkte. Aber Atlético und Mandzukic fanden zueinander. Der Meister stellte sein Angriffsspiel um, beschränkte sich nicht mehr auf Konter und betonte stärker die Offensive. Der Stürmer suchte nicht mehr allein seine Chancen vor dem gegnerischen Tor, sondern wich auf die Flügel aus und schuf damit Freiräume für Griezmann. "Mandzukic kam zu Atlético, um Diego Costa vergessen zu lassen, und er ist auf dem besten Wege, dies zu schaffen", konstatierte das Sportblatt "As".

"Wenn ein wenig Blut fließt, macht das nichts."

Schon nach wenigen Monaten bei Atlético hielt er Einzug in die Clubgeschichte: Beim 4:0-Sieg im Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus landete er einen Dreierpack. Dies war bei den Rot-Weißen im Europacup bis dahin nur der Fußball-Legende Luis Aragonés gelungen. Mit seinem bedingungslosen Einsatz gewann Mandzukic die Sympathien der anfangs skeptischen Fans. Gleich im ersten Gruppenspiel in Piräus spielte er mit gebrochenem Nasenbein 90 Minuten durch und erzielte sogar ein Kopfballtor. Die Ärzte schrieben ihn für das nächste Punktspiel krank und rieten ihm, sich daheim zu erholen. Mandzukic fuhr jedoch zum Trainingsgelände, um sich im Kraftraum fit zu halten. Dort stand er vor verschlossenen Türen und musste in der Clubzentrale anrufen, damit ihm jemand öffnete. "Ein Fußballer darf nicht untätig bleiben", sagte er der Zeitung "El País". "Wenn ein wenig Blut fließt, macht das nichts."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren