Der Martínez-Schock: Bayerns Problem mit der Mitte

Javi Martinez fällt mit einem Kreuzbandriss im Knie mindestens sechs Monate aus. „Eine Katastrophe für uns!“ Und jetzt? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Verletzung des Spaniers - und die Folgen.
| Patrick Strasser
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Nach der Verletzung von Javi Martinez fehlt Pep Guardiola ein wichtiger Mann in der Mitte.
dpa Nach der Verletzung von Javi Martinez fehlt Pep Guardiola ein wichtiger Mann in der Mitte.

München - Auf seiner Facebook-Seite postete Javi Martínez stets fröhliche, helle Gute-Laune-Bilder. Sich selbst, stets grinsend, meist mit Kollegen im Flieger, im Hotel bei Werbefotos. Breites Grinsen, Daumen hoch. Der letzte Eintrag des Bayern-Verteidigers ist ein Selfie-Video vom 13. August, in der Nacht nach dem Supercup in Dortmund aufgenommen.

Da war sein unglücklicher Zusammenprall mit Dortmunds Marcel Schmelzer im Supercup (0:2), wodurch der Kreuzbandriss im linken Knie verursacht wurde, erst wenige Stunden her. Der Spanier hat „Gracias por todo el apoyo“ und „Thanks for all the support“ drüber geschrieben. Im düsteren Video, in einem dunklen Transporter aufgenommen, meinte Martínez relativ gefasst: „Natürlich bin ich im Moment sehr traurig. Aber ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Ich werde noch stärker zurückkommen.“ Am Ende machte er das Victory-Zeichen. Aus Trotz, voller Hoffnung.

In Vail/Colorado, bei Knie-Spezialist Richard Steadman, wird der Spanier demnächst operiert. Mit mindestens einem halben Jahr Pause wird nach der Untersuchung am Donnerstag in der Praxis von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Peter Ueblacker gerechnet. Nachdem es bei Holger Badstuber mit einem erneuten Riss einen höchst unglücklichen Rückschlag sechs Monate nach dessen erster Kreuzband-OP gab, wird man bei Martínez äußerst behutsam sein. Ein Comeback zum Rückrunden-Start im Januar scheint ausgeschlossen, bei Bayern rechnet man eher im Laufe des Frühjahrs mit dem Basken.

Und nun? Wie reagieren Mitspieler, Trainer und Bosse? Wer ersetzt den Abwehrchef? Stellt Guardiola wieder um? Holt Bayern Ersatz? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Martínez-Schock.

Wie sind die Reaktionen?

„Egal das Ergebnis, egal der Cup – Javis Verletzung ist das Schlimmste“, so Guardiolas Original-Ton nach dem 0:2 in Dortmund. „Das ist einfach bitter“, sagte Arjen Robben, „er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns, der in vielen großen Spielen den Unterschied ausgemacht hat. Im letztjährigen Pokalfinale zum Beispiel.“ Beim 2:0 gegen Dortmund im Mai war Martínez die Entdeckung als zentraler Abwehrchef der Dreierkette., als Mann in der Mitte. Immens laufstark, unheimlich zweikampfstark. In Erinnerung an dessen wohl bestes Spiel im Bayern-Trikot seit dem Wechsel im August 2012 von Athletic Bilbao meinte Keeper Manuel Neuer: „Die Verletzung ist eine Katastrophe für uns.“

Wer ersetzt den Abwehrchef? Am Mittwoch war’s der Brasilianer Dante, doch der ist nach seinem Urlaub als WM-Halbfinalist erst seit einer Woche im Training. Neuer machte sich bereits Gedanken um die Martínez-Ersatzlösung: „Boateng und Dante können die Position von Javi spielen. Dazu kommt Holger Badstuber zurück. Er braucht mit Sicherheit noch Trainingseinheiten, wird ab und zu auch Spielzeiten bekommen. Dann sind wir in der Defensive, gerade was die Dreierkette betrifft, gut aufgestellt.“

Stellt Pep nun um?

Boateng (25) leidet wie Dante unter WM-Nachwehen, Badstuber (25) hat seit Dezember 2012 kein Pflichtspiel bestritten, dafür aber die komplette Vorbereitung. Dennoch zögert Guardiola noch – wie in Dortmund – Badstuber zu bringen. Wahrscheinlich stellt er wieder von Dreier- auf die gewohnte Viererkette um: Mit Höjberg oder Rode rechts, zweien aus Boateng, Badstuber, Dante innen plus Alaba links.

Holt Bayern Ersatz?

Laut „Bild“ gab es bei Bayern deswegen bereits eine Sitzung der Trainer und Bosse. Kandidaten wären: Atlético Madrids Abwehrchef Diego Godín (28) und Raphael Varane (21) von Real Madrid – Marktwert jeweils rund 25 Millionen Euro. Auch der Name von Weltmeister Sami Khedira (Real) wird immer wieder gehandelt. Daniel Van Buyten stünde für eine Reaktivierung nicht zur Verfügung. Der Belgier (36) hat nach acht Jahren bei Bayern die Karriere endgültig beendet.

 

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