Demichelis taut auf

Bayerns Argentinier bekämpft sein Heimweh auf beeindruckende Weise: Gegen Hoffenheim erzielt Verteidiger Martin Demichelis sein erstes Saisontor – und grüßt danach mit der Schnuller-Geste sein Söhnchen
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Raubt ihm sein Sohn den Schlaf? Bayern-Verteidiger Martin Demichelis.
firo/Augenklick Raubt ihm sein Sohn den Schlaf? Bayern-Verteidiger Martin Demichelis.

MÜNCHEN - Bayerns Argentinier bekämpft sein Heimweh auf beeindruckende Weise: Gegen Hoffenheim erzielt Verteidiger Martin Demichelis sein erstes Saisontor – und grüßt danach mit der Schnuller-Geste sein Söhnchen

Kalt war’s in der Allianz Arena. Bitterkalt, zugig, auf gar keinen Fall ein Wetter, das Martin Demichelis gefallen könnte. Der hatte schließlich erst zu Wochenbeginn im „kicker“ erklärt, dass ihm der deutsche Winter ganz schön zu schaffen mache, dass er Heimweh habe nach Argentinien. „Da ist gerade Sommer, es hat über 30 Grad, die Leute liegen am Pool und sind gut drauf“, erzählte er. Ganz anders als in München.

Nun, gut drauf war Demichelis aber am Freitag auch in München, trotz der gefühlten fünf Grad unter dem Gefrierpunkt in der Arena. Und dafür hatte der Gaucho selbst gesorgt. Durch sein Tor in der 35. Minute stellte er beim 2:0 der Bayern gegen Hoffenheim die Weichen auf Sieg – und steckte sich beim Jubel über sein erstes Saisontor einen Daumen in den Mund. Ein Gruß an Martin Thiago, seinen Ende Mai 2009 geborenen Sohn und seine Frau Evangelina – und die einzigen Personen, bei denen Demichelis sich zuletzt so richtig wohlfühlte und auftauen konnte.

Bei Bayern war Demichelis in der Vorrunde eher frostig zu Mute. Er fühlte sich allein, weil Bayern nach und nach alle Südamerikaner im Kader abgegeben hatte. „Es gibt keinen mehr mit dem ich Spanisch sprechen kann“, sagte er. Zudem konnte der letzte Bayern-Latino, vor allem verletzungsbedingt, nur acht Spiele machen in der Hinrunde. Und weil Trainer Louis van Gaal ihn nach seiner Verletzungspause nicht sofort wieder aufstellte, fühlte Demichelis sich in München plötzlich auch fehl am Platz: „In dieser Zeit war mir klar, ich bin nicht wichtig für Team und Trainer. Ich war enttäuscht, wenn ich nicht wichtig bin für die Mannschaft, gehe ich lieber zurück nach Hause.“

Doch Demichelis ist geblieben. Weil van Gaal doch auf ihn setzt, sogar extra für ihn das Prinzip aufgegeben hat, auf der Position des linken Innenverteidigers nur Linksfüße einzusetzen. Demichelis dankte es nun mit dem ersten Tor. Und Tore sind immer noch die beste Therapie gegen Kälte.

fil

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