"Definitiv ambitioniert": Das sagen die FC-Bayern-Bosse zum Achtelfinalspiel gegen Atalanta

Vier Mal Bayer Leverkusen gegen Bayern im März und April? Es hätte eine kuriose Dauer-Fehde werden können zwischen den Meistern von 2024 und 2025, doch die 50:50-Entscheidung bei der Auslosung zum Champions-League-Achtelfinale bescherte den Münchnern am Freitagmittag das Los Atalanta Bergamo. Leverkusen, das zweite im Wettbewerb verbliebene Bundesliga-Team, bekommt es mit dem FC Arsenal zu tun.
Nun also geht es für die Bayern erstmals in der Europapokal-Historie gegen Atalanta, in Italien die Göttin, italienisch "La Dea", genannt. Der Begriff Atalanta stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet eine schnellfüßige Jägerin. Die Symbolik dahinter: Atalanta verkörpert Unabhängigkeit, Stärke, Schnelligkeit. Ob sich also "die Ebenbürtige", "die Unerschütterliche" gegen die Bayern als ebenso zäh und siegreich erweisen wird wie in den Playoffs gegen Borussia Dortmund (0:2 und 4:1)?
Bayern hat die Rückspiele in der K.o.-Phase zu Hause
"Kompliziert" nannte Bayerns Sportvorstand Max Eberl das Los Bergamo und meinte in Bezug auf den BVB-K.o. am Mittwoch: "Das ist natürlich eine große Warnung. Also eine Aufgabe, die definitiv ambitioniert ist, aber wir wollen weiterkommen." FCB-Sportdirektor Christoph Freund betonte gegenüber Sky, dass man mit "Mia-san-Mia"-Mentalität gegen "die Göttin" auftrumpfen wolle. "Wenn wir unsere Energie und unsere Performance auf den Platz bringen, dann haben wir sicher eine Chance."
Der Vorteil: Das Rückspiel am 18. März steigt in der Allianz Arena, das Hinspiel in der kleinen, aber feinen, weil modernisierten und stimmungsvollen "New Balance Arena" (knapp 25.000 Plätze) am 10. März. Die Mannschaft von Trainer Raffaele Palladino, seit November im Amt, sollte die Münchner nicht aus den Schuhen hauen.
Die Stars der Bergamaschi, die vor dem 26. Spieltag der Serie A auf Rang sieben liegen, sind Kapitän Marten de Ronn, die Angreifer Nikola Krstović und Gianluca Scamacca. Der gebürtige Berliner Lazar Samardzić, Nationalspieler Serbiens und einst bei Hertha BSC und RB Leipzig unter Vertrag, hatte im Rückspiel gegen den BVB Nervenstärke bewiesen und den kniffligen Elfmeter in der Nachspielzeit zum 4:1 verwandelt. Der Europa-League-Sieger von 2024 musste allerdings in der Winterpause den Abgang von Stürmer Ademola Lookman zu Atlético Madrid verkraften, aktuell fehlen die verletzten Leistungsträger Charles De Ketelaere und Giacomo Raspadori. "Man hat gesehen, wie gut Atalanta zuhause spielt", meinte Bayern-Kapitän Manuel Neuer und sagte: "Beeindruckend ist: Ich glaube, an einem guten Tag zuhause können sie Berge versetzen."
Im Viertelfinale wartet Real Madrid oder ManCity
Und im Erfolgsfall? Würden die Bayern in der einen Hälfte des vollständig gelosten Tableaus im Viertelfinale (April) auf den Sieger des Kracherduells Real Madrid gegen Manchester City treffen. Im Halbfinale würden dann entweder Paris Saint-Germain, der FC Chelsea, Liverpool oder Galatasaray Istanbul warten. Erst die Göttin, dann die Königlichen oder Pep? Auf dem Weg ins Endspiel am 30. Mai in Budapest ginge es im Halbfinale dann gegen die Reds mit Florian Wirtz oder den in jüngster Zeit ewigen Königsklassen-Rivalen PSG, das man in der Vorsaison und in der aktuellen Ligaphase jeweils bezwingen konnte – mit 1:0 und 2:1.
"Gott sei Dank ist es nicht Leverkusen geworden. Bayern ist für mich der klare Favorit, Bergamo sollte machbar sein. Eine körperlich robuste Mannschaft, aber bei weitem haben sie nicht die Qualität des FC Bayern", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus, "im Viertelfinale würde ich sagen: Lieber gegen Real als gegen City. Weil ich bei denen sehe: Da sind aktuell keine Führungsspieler, da hat jeder mit sich zu kämpfen. Auch Antonio Rüdiger. Und City ist auch nicht mehr so dominant wie es einmal war." Allerdings wäre ein Duell Vinnie gegen Viní Junior reizvoll. Also Kompany gegen den Flügelstürmer der Königlichen. Matthäus weiter: "Für mich ist Bayern, egal gegen wen es geht, stärker."
Käme es dann in Budapest zum Traumfinale gegen Arsenal, das die Bayern im November mit 3:1 besiegte? Doch, Schritt für Schritt, zunächst wartet die Göttin.
Die Achtelfinal-Paarungen der Champions League im Überblick:
- Atalanta Bergamo - FC Bayern
- Paris Saint-Germain - FC Chelsea
- Galatasaray Istanbul - FC Liverpool
- Real Madrid - Manchester City
- Newcastle United - FC Barcelona
- Atlético Madrid - Tottenham Hotspur
- FK Bodö/Glimt - Sporting Lissabon
- Bayer Leverkusen - FC Arsenal