"Das tut ihm auch mal gut": Hecking stichelt nach manipuliertem Elfmeter gegen FC-Bayern-Star Kane
Als der Ball oben rechts vom Schützen am Kreuzeck vorbei Richtung Kurve der Wolfsburger Fans flog, hatte Harry Kane bereits eine Vorahnung. Leicht weggerutscht, schwer verschossen. Der Schütze richtete in dieser 36. Minute einen bösen Blick hinter auf den Boden – nicht aus Gram und Scham. Sondern aus Verärgerung über den Übeltäter des Missgeschicks: den Elfmeterpunkt.
Kane verschießt den 25. Elfmeter in der Bundesliga
Keine 1:0-Führung durch Mister Elfmeter beim letzten Auswärtsspiel der Saison in Wolfsburg. Kein Mini-Jubiläum, kein 25. Elfmeter in der Bundesliga in Serie verwandelt. Seine ersten 24 Elfmeter in der Bundesliga hatte der Mittelstürmer des FC Bayern meist traumwandlerisch sicher verwandelt – was vor dem Briten keinem anderen Spieler in der Ligahistorie gelungen war. Der 32-Jährige ist normalerweise vom Punkt eine Maschine. Normalerweise. Und wenn der Punkt ein Punkt ist.
Was den wenigsten im VW-Stadion vor der Ausführung des Elfmeters nach Foul an Michael Olise auffällt, weil der VAR erst noch eine zuvor geahndete – und fälschliche – Abseitsposition des Franzosen überprüft, zeigen in der Halbzeit TV-Bilder von Sky: VfL-Profi Jeanuël Belocian malträtierte offenbar absichtlich vor der Ausführung den Elfmeterpunkt. Und tat dabei ganz unschuldig, der Wolf im Wolfspelz.
Alles wartet auf den VAR. Dann mach ich halt nochmal ein kleines Löchlein rein.
Freund: "Wir können es verkraften"
DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky über den 21-jährigen Schlingel: "Der steht ja auch so ein bisschen teilnahmslos rum. Alles wartet auf den VAR. Dann mach ich halt nochmal ein kleines Löchlein rein." Wirklich ursächlich für den Fehlschuss? Kanes ersten Patzer vom Punkt in der Bundesliga seit seinem Wechsel von Tottenham Hotspur zum FC Bayern im Sommer 2023 – jedoch schon der dritte in dieser, seiner dritten Saison in München.
Zuvor war Kane bereits in der Champions League im Januar gegen Union St. Gilloise (2:0) und in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Wehen Wiesbaden (3:2) im August 2025 gescheitert. Was, rein ergebnistechnisch, beide Male folgenlos blieb – wie diesen Samstag. "Wir haben 1:0 gewonnen, können es verkraften. Dass er irgendwann mal einen Elfmeter verschießt, ist menschlich", nahm FCB-Sportdirektor Christoph Freund den Fehlschützen in Schutz und erklärte mit Blick auf die Unsportlichkeit: "Das gehört sich grundsätzlich nicht."

Wimmer: "Es sind natürlich dann dreckige Spielchen"
Bayerns Tom Bischof dazu: "Ich habe es erst nach dem Spiel mitbekommen und auf den TV-Bildern gesehen. Es geht um sehr viel bei Wolfsburg, ein bisschen kann ich es verstehen. Trotzdem würde ich es nie machen. Einfach eine blöde Aktion, kein Fairplay - gefällt mir einfach nicht." In Punkto Ehrlichkeit punkte Wolfsburgs Profi Wimmer, als nach der Partie zu der heiß diskutierten Szene sagte: "Es sind natürlich dann dreckige Spielchen, die muss man vielleicht auch anwenden, wenn man da unten drinsteht."
Einen Spieltag vor Saisonende droht den Wölfen, aufgestiegen vor 19 Jahren, der direkte Abstieg – die letzte, vorläufige Rettung wäre der aktuelle Platz 16, der Rang für das Ticket zu zwei Relegationsspielen gegen den Dritten der Zweiten Liga. Mit Ironie windete sich der Trainerfuchs der Wölfe, Dieter Hecking (61) aus der Elferpunkt-Affäre als er dazu sagte: "Harry Kane hat heute seinen ersten Elfmeter verschossen und das tut ihm auch mal gut." Und sein Gegenüber Vincent Kompany?
Was erwarten Sie, was die machen? Einfach klatschen, wenn wir ein Tor machen, und sagen: Das war gut gespielt?
Kompany verteidigt Elfmeter-Manipulation
Kann der Bayern-Trainer überhaupt mal richtig sauer sein? Okay, vielleicht auf einen portugiesischen Schiedsrichter, aber nicht wirklich auf den Franzosen Belocian. Darauf angesprochen, meinte Kompany: "Was erwarten Sie, was die machen? Einfach klatschen, wenn wir ein Tor machen, und sagen: Das war gut gespielt? Klar muss man das anschauen und vielleicht kann man da etwas sagen oder machen. Aber was sollen die Spieler von Wolfsburg machen? Einfach absteigen, ohne alles zu versuchen? Das geht nicht." Verständnis zeigen, wenn es im Abstiegskampf um alles geht – das ist wahres Fairplay.
