Das müssen Sie zum Beschluss der DFL wissen

Die DFL hat am Donnerstag die mit Spannung erwarteten Ergebnisse ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung verkündet. Wann wird wieder gespielt? Was wurde beschlossen und wie geht es für die Fans weiter? Die Antworten auf die dängendsten Fragen.
| SID/AZ
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Spiele mit Zuschauern wird es in der Allianz Arena bis auf Weiteres nicht mehr geben. (Archivbild)
imago images / MIS Spiele mit Zuschauern wird es in der Allianz Arena bis auf Weiteres nicht mehr geben. (Archivbild)

Frankfurt/Main - Wie geht es mit der Bundesliga weiter? Am Donnerstag versuchte die Deutsche Fußball Liga in einer digitalen Mitgliederversammlung weitere Antworten im schwierigen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie zu finden. An einen normalen Spielbetrieb ist noch nicht zu denken - doch die Pläne werden konkreter. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was wurde beschlossen?

Einen neuen Termin für einen Saison-Neustart gab es nicht. Möglich machen soll den Wiederbeginn mit Geisterspielen aber das Sicherheitskonzept, das den Klubbossen auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag vorgestellt wurde. Die "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" unter Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer hatte die Vorgaben und Empfehlungen erarbeitet. Mit diesem Konzept will die DFL bei den Entscheidern in der Politik um die Erlaubnis für Geisterspiele werben. Zudem verkündete Geschäftsführer Christian Seifert eine Einigung mit fast allen Medienpartnern bezüglich der TV-Gelder.

Was bedeutet das für die Klubs?

Auch wenn ein möglicher Wiederbeginn weiterhin unklar ist, sind die Vereine durch die Auszahlung der TV-Gelder zunächst nicht mehr akut von Insolvenzen bedroht. Durch die rund 300 Millionen Euro ist die Liquidität der Vereine laut Seifert bis zum 30. Juni gesichert. Sollte die Saison jedoch nicht zu Ende gespielt werden, kommt es zu Rückführung von Zahlungen - und die Not wäre wieder enorm groß.

Was beinhaltet das Konzept der Taskforce?

Die Vorgaben und Empfehlungen gehen sehr ins Detail. Sie reichen von erforderlichen Corona-Tests hin zur Begrenzung von Personen im Stadionumfeld an Spieltagen (rund 300 Menschen) und klaren Hygieneregeln im Mannschaftsumfeld wie auch im häuslichen Bereich.

Was sind brisante Punkte?

Vor allem der Umgang mit möglichen Infektionen. So soll bei einem positiven Fall keine automatische Meldung an die Presse erfolgen. Nur der betroffene Spieler muss in Quarantäne und dessen Kontaktpersonen getestet werden, allerdings wird nicht automatisch die gesamte Mannschaft unter Quarantäne gestellt. Über mögliche Gruppenquarantänen entscheiden die jeweiligen Gesundheitsämter. Dennoch sollen die Klubs vorsorglich "für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen" - dies impliziert bereits, dass die Furcht vor zahlreichen Krankheitsfällen besteht.

Wie stark soll getestet werden?

Bei allen an Training und Wettkampf Beteiligten soll mindestens einmal wöchentlich ein Nasen- und Rachenabstrich mit nachfolgender PCR-Testung erfolgen, auf jeden Fall immer direkt am Tag vor den Spielen. Mindestens sechs Stunden vor Spielbeginn soll Klarheit über den Gesundheitszustand aller Beteiligten herrschen. Die DFL rechnet mit rund 20.000 Tests. Es gibt Kooperationen mit fünf Laborverbünden, die laut Seifert alle versichert haben, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und es durch die Tests im Fußball zu keinen Engpässen in anderen Bereichen der Gesellschaft kommt.

Wann ist wieder mit Spielen zu rechnen?

Das steht noch in den Sternen, einen angepeilten Termin nannte die DFL nicht. Alles hängt vom grünen Licht der Politik ab, am 30. April berät unter anderem die Sportministerkonferenz der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Wenn das Signal kommen würde, dass es der 9. Mai ist, dann werden wir bereit sein. Wenn das Signal später kommt, werden wir später bereit sein", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Und wenn die Politik das Konzept nicht für ausreichend befindet?

Das wäre wohl gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ende der Saison. "Wenn man dieses Konzept ablehnt, dann ist klar, dass man wahrscheinlich auch in einigen Monaten nicht spielen kann. Dann wäre die Bundesliga ein Kollateralschaden der Coronakrise", sagte Seifert.

Was ist mit den Fans?

Hier bat Seifert eindringlich, bei einem Wiederbeginn von Ansammlungen vor den Stadien abzusehen. "Wer das in Kauf nimmt, nimmt auch in Kauf, dass das Spiel nicht stattfinden kann", warnte Seifert. Auch richtete der DFL-Boss den Wunsch an Fangruppierungen, die zuletzt harsche Kritik an einem zu frühen Wiederbeginn geäußert hatten, bei aller Emotionalität "ein gewisses Augenmaß an den Tag zu legen", auch wenn er deren inhaltliche Kritik teilweise nachvollziehen könne.

Lesen Sie auch: Corona-Spielplan - So soll er beim FC Bayern aussehen

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