Das Märchen geht weiter: Bayern-Juwel als Hoffnungsträger bei Frankreich-Gegner Senegal

Vor einem halben Jahr wechselte Bara Sapoko Ndiaye als absoluter No-Name auf Leihbasis zum FC Bayern – nun steht der 18-Jährige vor seinem WM-Debüt gegen Mit-Favorit Frankreich. Die Münchner würden da Mittelfeld-Juwel gerne halten, doch noch ist seine Zukunft ungeklärt.
Bernhard Lackner |
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Bayern-Juwel Bara Sapoko Ndiaye durfte die Meisterschale schon auf dem Balkon des Münchner Rathauses in die Luft strecken.
Bayern-Juwel Bara Sapoko Ndiaye durfte die Meisterschale schon auf dem Balkon des Münchner Rathauses in die Luft strecken. © IMAGO/Eibner

Diese Geschichte hat das Zeug, zu einer der außergewöhnlichsten dieser Weltmeisterschaft zu werden! Am Dienstagabend (21 Uhr MESZ) steigt mit Frankreich einer der absoluten Top-Favoriten auf den WM-Titel ins Turnier ein. Gegner ist das afrikanische Top-Team Senegal. Mittendrin: Der gerade einmal 18-jährige Bara Sapoko Ndiaye.

Der junge Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Rückrunde auf Leihbasis für den FC Bayern spielte, hat sich im Eiltempo zu einem der großen Hoffnungsträger der "Löwen von Teranga" entwickelt und feierte erst kürzlich im Vorbereitungsspiel gegen die USA sein Debüt in der Nationalmannschaft. An der Seite der arrivierten Ex-Münchner Sadio Mané und Nicolas Jackson soll Ndiaye der blau-weiß-roten Star-Truppe um Michael Olise oder Dayot Upamecano das Leben schwer machen. Dabei hatte bis vor kurzem niemand wirklich damit gerechnet, dass der 18-Jährige tatsächlich mit zur WM in Nordamerika fährt.

Bayern-Juwel Bara Sapoko Ndiaye bei seinem Länderspiel-Debüt gegen die USA.
Bayern-Juwel Bara Sapoko Ndiaye bei seinem Länderspiel-Debüt gegen die USA. © IMAGO/Chris Arjoon

Ndiaye war ursprünglich gar nicht für den Kader vorgesehen

Ursprünglich hatte Senegals Nationaltrainer Pape Thiaw den zentralen Mittelfeldspieler nur für den vorläufigen Kader nominiert, um sich ein persönliches Bild von ihm zu machen. Während der WM-Vorbereitung wusste der Youngster aber derart zu überzeugen, dass Thiaw keine andere Wahl blieb, als ihn für den endgültigen Kader zu nominieren. Nun winkt ihm bei der Endrunde womöglich sogar ein Platz in der ersten Elf. Eine bemerkenswerte Geschichte!

Ohnehin blickt der im west-senegalesischen Mékhé geborene Ndiaye auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Aufgefallen war der Teenager dem deutschen Rekordmeister aufgrund seiner Entwicklung bei den Gambino Stars Africa. Dabei handelt es sich um eine Fußballakademie in Gambia, die seit mittlerweile drei Jahren mit "Red&Gold Football" kooperiert, einem Joint Venture des FC Bayern mit dem Los Angeles FC. "Bara ist jetzt der Erste, der wirklich oben ankommt. Er soll sich einfach adaptieren und den europäischen Fußball kennenlernen", meinte Sportvorstand Max Eberl vor einigen Wochen.

Ndiaye überzeugte Kompany vor einem Jahr in einem Testspiel

Vergangenen Sommer spielte er zur Probe bei den Grasshoppers Zürich, einem Kooperationspartner des FC Bayern, und lief dabei auch in einem Testspiel gegen den deutschen Rekordmeister auf. Dort überzeugte er insbesondere Trainer Vincent Kompany, sodass ihn die Münchner im Winter darauf auf Leihbasis von seinem Stammklub Gambinos Stars Africa in die bayerische Hauptstadt holten – obwohl er aufgrund von Fifa-Regularien für keine der Jugendmannschaften spielberechtigt war.

Für die war der heute 18-Jährige auch nicht eingeplant, im Gegenteil: Ndiaye nahm regelmäßig am Training mit den Profis teil und festigte den positiven Eindruck, der er im Testspiel gegen die Bayern bereits im Sommer hinterlassen hatte. Neben starker Physis, guter Technik und ordentlicher Übersicht besticht er insbesondere mit einem für einen Mittelfeldspieler atemberaubenden Tempo. Am Campus wurde der junge Senegalese auf dem Platz mit über 36 km/h geblitzt, womit er für einen neuen Geschwindigkeits-Rekord an der Nachwuchsakademie sorgte. Damit spielt Ndiaye in Sachen Speed in einer Liga mit Flügelflitzer Alphonso Davies und zählt auch im internationalen Vergleich zu den schnellsten Spielern überhaupt!

Leihe läuft im Sommer aus: FC Bayern will Ndiaye fest verpflichten

Nicht nur deshalb hält Bayern-Coach Kompany extrem große Stücke auf den 18-Jährigen, der im Verlauf der Rückrunde sogar vier Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam und dabei sein enormes Potenzial andeutete, wenngleich ihm die Unerfahrenheit auf Profi-Niveau in einigen Szenen noch anzumerken war. Das Portal "transfermarkt.de" hat seinen Marktwert beim jüngsten Update folgerichtig ordentlich angehoben, von 300.000 auf vier Millionen Euro – eine Steigerung von 1.233 Prozent!

Bayern-Trainer Vincent Kompany mit Mittelfeld-Juwel Bara Sapoko Ndiaye.
Bayern-Trainer Vincent Kompany mit Mittelfeld-Juwel Bara Sapoko Ndiaye. © IMAGO/Jürgen Kessler

Dennoch ist noch immer nicht abschließend geklärt, wie es für Ndiaye ab Sommer weitergeht. Die Bayern würden ihn gerne über sein Leih-Ende hinaus an sich binden. Der Mittelfeldspieler ist neben Ismael Saibari (PSV Eindhoven) und Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt), deren Verpflichtungen bereits so gut wie fix sind, einer von drei Spielern, die im Sommer in jedem Fall verpflichtet werden sollen.

Es wäre der nächste Höhepunkt einer Geschichte, deren Handlung sich aktuell bei der WM in Nordamerika abspielt. Das nächste Kapitel folgt am Samstagabend im MetLife Stadium in New Jersey, dem Finalstadion des Turniers, wenn Frankreich auf den Senegal trifft – mit Ndiaye in der Startelf?

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