Darf er selbst entscheiden, ob er spielt? Bayern-Kapitän Neuer räumt mit Mythos auf

Darf Manuel Neuer selbst entscheiden, ob er spielt? Nun gibt der Kapitän des FC Bayern erstmals einen Einblick in die Absprache mit Thronfolger Jonas Urbrig. Wer im Heimspiel gegen Bodö/Glimt im Tor steht, ist noch unklar.
Bernhard Lackner |
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Bayern-Kapitän Manuel Neuer und sein Nachfolger Jonas Urbig.
Bayern-Kapitän Manuel Neuer und sein Nachfolger Jonas Urbig. © IMAGO/Gladys Chai von der Laage

Wie bereitet man einen jungen Spieler auf die fast unmögliche Aufgabe vor, eines Tages in die Fußstapfen des womöglich besten Torhüters aller Zeiten zu treten? Jobsharing, lautet die Antwort beim FC Bayern.

Seit Beginn der vergangenen Saison teilen sich Kapitän Manuel Neuer und Youngster Jonas Urbig die Spiele auf. Platzhirsch Neuer kam in der abgelaufenen Spielzeit auf 37 Pflichtspiele, Thronfolger Urbig stand 20 Mal zwischen den Pfosten. In dieser Saison sollen die Spiele noch gleichmäßiger verteilt werden, um den Youngster darauf vorzubereiten, Neuer höchstwahrscheinlich im nächsten Jahr komplett abzulösen, wenn dieser seine Karriere beendet.

Neuer duldet mittlerweile einen zweiten Mann neben sich

Dass sich zwei Torhüter die Spiele aufteilen, ist im Fußball eher ungewöhnlich. In aller Regel legen sich Trainer auf eine klare Nummer eins fest, die nur in Ausnahmefällen aus dem Tor genommen wird. So lief es bei den Bayern mit Neuer über Jahre hinweg auch – bis zum Beginn der vergangenen Saison. Anders als früher weiß der 40-Jährige die zwischenzeitlichen Pausen mittlerweile zu schätzen und duldet einen zweiten Mann neben sich, der irgendwann den Staffelstab von ihm übernehmen wird.

Doch wie läuft die Absprache intern überhaupt ab? Darf Neuer etwa selbst darüber entscheiden, wann er spielt und wann er sich eine Pause gönnt? Vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Bodö/Glimt am Donnerstag (21 Uhr/DAZN) gab der Weltmeister von 2014 einen Einblick in das bayerische Wechselspiel zwischen den Pfosten.

Neuer: So läuft die Absprache mit Urbig und Kompany

"Keiner von uns entscheidet das, sondern der Trainer mit dem Trainerteam. Natürlich kommunizieren wir viel", stellte Neuer klar. Wer gegen den Underdog aus Norwegen im Tor steht, sei noch nicht entschieden worden, so der Bayern-Kapitän. "Es gibt aber keine Absprachen für das morgige Spiel. Wir bereiten uns immer beide so vor, als würden wir spielen. Am Ende macht natürlich dann der Trainer die Aufstellung. Ich habe von mir aus das Gefühl, dass ich morgen spiele. So bereite ich mich auch vor und dann schauen wir mal, was passiert."

Neuer: Champions-League-Titel "würde mir alles bedeuten"

Für Neuer wird die anstehende wohl auch die letzte Champions-League-Saison seiner Karriere sein. Ein dritter Titel in der Königsklasse hätte für ihn daher einen besonderen Stellenwert, wie er selbst sagt. "Es ist unser großes Ziel, Champions-League-Sieger zu werden. Es würde mir alles bedeuten, wenn es zum dritten Mal der Fall sein kann", so der 40-Jährige.

Neuer konnte mit dem FC Bayern bereits in den Triple-Jahren 2013 und 2020 in der Königsklasse des Fußballs triumphieren. Die Mannschaft habe den "Willen und die Motivation", wieder um den Titel mitzuspielen, sagte der frühere Nationaltorwart, der vermutlich seine letzte Profisaison bestreitet, bevor dann endgültig Thronfolger Urbig übernimmt.

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