"Darf die Diskussion nicht geben": Kimmich hat kein Verständnis für Neuer-Debatte beim DFB

Klare Kante vom Kapitän: Joshua Kimmich hat kein Verständnis für die zuletzt intensiv geführten Debatten um die DFB-Rückkehr von Torwart Manuel Neuer. "Rein sportlich darf es die Diskussion nicht geben, weil wir als Deutschland die besten Spieler dabei haben wollen", sagte Kimmich am Freitagnachmittag auf der Pressekonferenz in Herzogenaurach. Er verstehe die "ganze Diskussion" um den 40 Jahre alten Neuer, der bei der WM als Nummer eins eingeplant ist, nicht.
Baumann ist hinter Neuer bereit
"Der Manu ist der beste Torhüter aller Zeiten, ist immer noch einer der besten Torhüter der Welt. Für mich ist die Diskussion ein bisschen zu negativ behaftet, weil wir eigentlich kein Problem haben auf der Torhüterposition", sagte der 31 Jahre alte Kimmich. Auch der Hoffenheimer Oliver Baumann (35) sei hinter Neuer "bereit".
Kimmich äußerte Verständnis für den degradierten Baumann, der von Bundestrainer Julian Nagelsmann zunächst als Nummer 1 für die WM vorgesehen war, aufgrund des nahenden Neuer-Comebacks aber wieder ins zweite Glied rücken wird. "Ich wäre enttäuscht, wenn er nicht enttäuscht gewesen wäre", sagte der Bayern-Stratege.

Kimmich sieht DFB-Elf nicht als Favorit
Als Top-Favorit sieht Kimmich die DFB-Auswahl bei der WM nicht. "Wir sollten jetzt nicht über irgendwie Finale oder den Titel nachdenken", sagte er. "Irgendwo ist das ein Traum und ein Ziel, was jeder im Kopf hat. Aber das bringt uns am Anfang des Turniers nicht vorwärts, sondern wir sollten über die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, nachdenken."
Nebenbei schielt Kimmich in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren ganz vorsichtig auf die Bestmarke von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. "Man jagt nicht die 150 Länderspiele", sagte Kimmich zwar, es sei aber "eine Marke, die man im Kopf hat".
Kimmich: "100 Länderspiele haben gar nicht so viele Spieler"
Der Bayern-Profi hat bisher 108 Länderspiele absolviert und liegt damit in der ewigen Bestenliste des DFB gemeinsam mit Jürgen Klinsmann auf Platz neun. "100 Länderspiele haben noch gar nicht so viele Spieler erreicht", betonte Kimmich, daher sei das schon "etwas Besonderes". Auf eine genaue Zahl für die Zukunft wollte sich Kimmich nicht festlegen.
"Bei der Nationalmannschaft denkt man oft in Turnieren, weil man diesen Zwei-Jahres-Rhythmus hat. Man versucht, so viele Turniere wie möglich zu spielen und diese so erfolgreich wie möglich", sagte Kimmich, der sich jetzt erst einmal auf seine insgesamt dritte WM konzentrieren will. Er habe aber "Bock, noch ein paar Jahre für Deutschland zu spielen". Womöglich bis zu seinem 150. Länderspiel?