Champions-League-Auslosung: Warum der FC Bayern Baku unbedingt vermeiden will

In der Abteilung Reiselogistik des FC Bayern steigt die Anspannung in dieser Woche Tag für Tag. Wohin geht’s? Denn in dem Moment, in dem die vier Auswärtsgegner der Münchner in der Champions League feststehen, wird im Reisebüro an der Säbener Straße hektisch geplant, gebucht, gereist.
Alles muss vorab gesichtet werden. Die Hotels für die Mannschaft samt der Essenssäle, der Konferenzräume für Sitzungen und der Möglichkeiten fürs lockere Anschwitzen am Spieltag. Geprüft werden die Wege vom Flughafen zum Hotel bzw. zum Stadion, die Logistik für VIPs und Sponsoren inklusive des Banketts.
Linzer ASK hat sich erstmals für die Champions League qualifiziert
Die letzten sieben Teilnehmer der Ligaphase werden bis Mittwochabend ermittelt. Da es sich nicht um die Fixstarter handelt, die sich in ihren jeweiligen Ligen bereits zum Saisonende 2025/26 im Mai qualifiziert haben, sondern in ein bis vier Quali-Runden seit Anfang Juli, sind einige Exoten oder Erstlinge in den Töpfen. In den Metropolen Mailand, Madrid oder Manchester kennen sich die Logistik-Planer bereits bestens aus – Routine.
Schwierig sind die Neulinge, auch sportlich für Trainer Vincent Kompany und sein Analyseteam unbeschriebene Blätter. Seit Dienstagabend steht fest: Der Linzer ASK ist erstmals für die Ligaphase der Königsklasse qualifiziert.
FK Bodö/Glimt und Sabah FK ebenfalls mögliche Bayern-Gegner
Und das nach einem dramatischen Playoff-Rückspiel gegen Celtic Glasgow. Nach dem 0:3 im Hinspiel in Schottland gewann der österreichische Double-Gewinner zu Hause 5:1 nach Verlängerung, lag dabei in Halbzeit eins mit 0:1 (also insgesamt 0:4) in Rückstand. Es folgte eine lange Partynacht in der oberösterreichischen Landeshauptstadt.
Ebenfalls durch: die letztjährige Überraschungsmannschaft FK Bodö/Glimt aus Norwegen und Aserbaidschans Champion Sabah FK, der bereits Anfang Juli in der ersten Qualifikationsrunde eingestiegen war und damit bereits acht (!) Spiele absolviert hat. Gegen den israelischen Meister Hapoel Beer Sheva sorgte Mittelstürmer Joy-Lance Mickels aus Siegburg, vor sechs Jahren noch in der 3. Liga für Carl Zeiss Jena aktiv, mit seinem Treffer zum 5:2-Endstand in der Verlängerung.
FC Bayern hat noch nie ein Spiel in Aserbaidschan bestritten
Aber nach Baku? Bloß nicht! Der FC Bayern hat noch nie ein Spiel in Aserbaidschan bestritten – komplettes Neuland, gelegen auf asiatischem Boden zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus. Aserbaidschan ist Mitglied der Uefa. Über 3.000 Kilometer beträgt die Entfernung, Direktflüge (für Fans) gibt es aktuell nur aus Frankfurt oder Berlin (Flugzeit knapp fünf Stunden).
Dann doch lieber die rund 270 Kilometer über die A8 nach Linz – in drei Stunden Fahrtzeit. Ähnlich nah wäre lediglich die Reise zum tschechischen Meister Slavia Prag. Beschwerlich dagegen der sicher landschaftlich und touristisch gesehen attraktive Trip in die norwegische Küstenstadt Bodö, die nördlich des Polarkreises liegt. Wären von München aus schlappe 33 bis 34 Stunden Autofahrt (ohne Pausen). Potzblitz! Glimt ist übrigens das norwegische Wort für "Blitz".

Ligaphase der Champions League startet bereits am 8. September
Schnell müssen die Planer bei Bayern sein, denn nicht mal zwei Wochen nach der Auslosung am Donnerstag (18 Uhr/DAZN, Prime Video, Sky und ZDF-Livestream) im Grimaldi Forum von Monaco könnte die erste Auswärtsreise anstehen, an Spieltag eins (8. bis 10. September).
Und da die Bayern je ein Team aus den vier Töpfen für ein Heim- und ein Auswärtsspiel (nicht dieselben Gegner wie früher) zugelost bekommen, kann es schon bald zum Duell mit Titelverteidiger Paris Saint-Germain kommen, im Vorjahr Endstation im Halbfinale (4:5/1:1).
Hainer: "Natürlich wollen wir auch die Champions League gewinnen"
"Natürlich wollen wir auch die Champions League gewinnen", sagt FCB-Präsident Herbert Hainer, der weiß: "Dafür benötigt man neben der sportlichen Qualität auch das nötige Quäntchen Glück."

Sehr wahrscheinlich ist in der Ligaphase ein Gegner aus England – und/oder ein Trip auf die Insel. Denn neben Meister FC Arsenal sind auch Manchester City, Manchester United, der FC Liverpool und Aston Villa qualifiziert. Dazu trägt der ukrainische Champion Schachtar Donezk wegen des russischen Angriffskrieges seine Heimspiele im Chelsea-Stadion Stamford Bridge aus. Da kennen sich die FCB-Reiseplaner bestens aus.