Beim Meisterempfang setzt Hainer ein politisches Zeichen: "Nicht mit dem FC Bayern"
Michael Olise kam in beigen Luxus-Badelatschen zum Meisterempfang, Herbert Hainer hatte wichtige politische Botschaften parat – und Ministerpräsident Markus Söder, der glühende Fan des 1. FC Nürnberg, schwärmte in den höchsten Tönen vom FC Bayern: Ja, da war einiges geboten in der Staatskanzlei, wo die Frauen- und Männermannschaften für ihre Trophäen geehrt wurden.

Vom FC Hollywood zum FC Feelgood
"Früher war es der FC Hollywood, jetzt ist es der FC Feelgood. Also es stimmt einfach alles ganz gut", sagte Söder in seiner Lobrede – und forderte schmunzelnd den Gewinn der Champions League: "Nachdem wir jetzt den Zuschlag für das Champions-League-Finale haben, hat der FC Bayern natürlich jetzt eine Pflicht, 2027 und 2028 zu gewinnen. Aber wir wollen ja keinen unter Druck setzen."
München als Weltsportstadt mit Herz
Am Dienstag war bekannt geworden, dass 2028 erneut das Endspiel der Königsklasse in München stattfindet – es soll nicht das einzige Highlight in der Landeshauptstadt bleiben. Söder und der FC Bayern kämpfen gemeinsam für Olympische Spiele. "Wir wollen gemeinsam zeigen, dass München nicht nur eine Weltstadt mit Herz ist, sondern eine Weltsportstadt mit Herz", sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer.

Olympiabewerbung mit Rückenwind
Der Zuschlag für die Leichtathletik-WM 2031 und das Champions-League-Finale 2028 gäben Rückenwind, ergänzte der 72-Jährige. Er und Söder würden nächste Woche nach Baden-Baden reisen, "um unserer Olympiabewerbung für unsere Heimatstadt München Nachdruck zu verleihen". Olympische und Paralympische Spiele "geben einer ganzen Gesellschaft Energie".
Bei der Versammlung am 26. September werden die Delegierten entscheiden, ob Deutschland mit München, Berlin oder der Region Rhein-Ruhr mit der Kernstadt Köln in das Rennen für eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 geht.

Klare Kante gegen Demokratiefeinde
Ganz wichtig: Hainer nutzte die Bühne für einen gesellschaftlichen Appell. "Wenn man im Moment in manche Teile von Deutschland schaut, dann hat man den Eindruck, es sei fast schon ein Volkssport geworden, gegen demokratische Institutionen, gegen politische Verantwortung und gegen unsere gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Werte zu hetzen", sagte Hainer: "Und da sage ich ganz ausdrücklich und auch mit Nachdruck: nicht mit dem FC Bayern München."
Sport als Vorbild für Vielfalt
Im Sport werde deutlich gezeigt, "was Vielfalt in einer Gesellschaft bedeutet", ergänzte Hainer: "Dort kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen, Farben, Glaubensrichtungen zusammen, und das sieht man als Beispiel, wie Menschen zusammenleben können. Und ich würde mir eben wünschen, gerade in der momentanen Zeit, dass das auch vor allem in Deutschland und in der ganzen Welt so ist."

