Bayerns neue Mitte: Ein WM-Star muss jetzt um seinen Platz kämpfen

Tom Bischof ist jeden Tag der erste Bayern-Profi auf dem Trainingsplatz in Rottach-Egern, am Mittwochvormittag kam er gemeinsam mit Aleksandar Pavlovic aus der Kabine. Ein Beleg dafür, wie motiviert der 21-Jährige in diese Saison geht. "Ich will jetzt den nächsten Schritt machen", sagte Bischof kürzlich. Nach dem Abschied von Leon Goretzka ist Bischof, der Goretzkas Nummer 8 geerbt hat, die neue dritte Kraft im zentralen Mittelfeld.

Bischof erbt die Acht von Goretzka
"Als Kind träumt man natürlich von der Zehn. Die wollte ich früher auch immer haben", verriet Bischof. "Jetzt bin ich ein bisschen weiter nach hinten gerückt und spiele eher auf der Sechs, da passt die Acht ganz gut." Und wer weiß: Vielleicht ist für ihn nach Pavlovics enttäuschender WM sogar noch mehr möglich als die Back-up-Rolle.
Konkurrenzkampf im Zentrum
"Im Zentrum spornen Pavlo, Jo Kimmich und ich uns gegenseitig an. Jeder will spielen, dadurch werden alle besser und das hilft der ganzen Mannschaft. Ich traue mir diese Rolle definitiv zu", sagte Bischof. Im Training am Mittwoch spielte der frühere Hoffenheimer an Kimmichs Seite in einer Mannschaft.

Im anderen Team agierten im Mittelfeld Pavlovic und João Palhinha, der den Klub noch verlassen soll. Immer wieder wurden Kimmich und Bischof von Trainer Vincent Kompany korrigiert, wie sie sich im Zusammenspiel mit den Innenverteidigern verhalten sollen. Kimmich und Bischof - wird das Bayerns neue Mitte?
Pavlovic unter Beobachtung
Klar ist: Pavlovic muss sein Niveau im Vergleich zu dem bei der WM deutlich steigern. Auch der 22-Jährige wurde von Kompany häufig mit Anweisungen bedacht, einmal schoss er ein schönes Tor, als er Manuel Neuer aus 20 Metern keine Chance ließ. Der Ball schlug wenige Zentimeter neben dem Pfosten ein.
Palhinha trifft - und soll gehen
Verkaufskandidat Palhinha, der sehr motiviert zu Werke ging, zeigte sich ebenfalls torgefährlich. Nach seinem Treffer jubelte Kapitän Neuer lautstark mit, zuvor hatte sich Palhinha stark im Zweikampf durchgesetzt.

"Der Plan ist, die Position hier zu behalten", sagte Palhinha nach dem 1:2 im Testspiel bei Wehen Wiesbaden zur AZ. Doch die Münchner wollen den Portugiesen weiter abgeben, 30 Millionen Euro stellen sie sich als Ablöse vor.
Ndiaye als Kompanys Wunschlösung
Statt Palhinha soll Bara Ndiaye die Position des vierten zentralen Mittelfeldakteurs einnehmen. Der 18-Jährige ist ein Wunschspieler von Coach Kompany, der Ndiaye in der vergangenen Rückrunde schon vier Mal in der Bundesliga einsetzte. Der Youngster schaffte sogar den Sprung in Senegals WM-Kader.

Ndiaye wird für etwa vier Millionen Euro von den Gambinos Stars, die eine Partner-Akademie des Joint Ventures "Red&Gold" des FC Bayern mit dem Los Angeles FC sind, nach München wechseln. "Letzte Details sind noch zu klären, aber ich gehe davon aus, dass er mit uns normal in die Saison startet", sagte Sportdirektor Christoph Freund.