Bayerns Choupo-Moting: Das Treffen mit dem Ex

Für Eric Maxim Choupo-Moting ist das Duell gegen Paris Saint-Germain in der Champions League eine "geile Geschichte", schließlich hat er dort in der vergangenen Saison noch gespielt.
von  Patrick Strasser
Die Prüfungszeit von Eric Maxim Choupo-Moting beim FC Bayern läuft. Und sie läuft gut.
Die Prüfungszeit von Eric Maxim Choupo-Moting beim FC Bayern läuft. Und sie läuft gut. © GES/Augenklick

München - Die urbane Hip-Hop-Kultur, die ausgeprägte Street-Art-Szene, dazu Modeschauen und Kunstgalerien: Seine Zeit in Paris war für Eric Maxim Choupo-Moting ein kulturelles Highlight. Eines Tages kam er mit dem Skateboard zum Training seines Klubs Paris St.-Germain.

"Mit meiner Frau und meinem Sohn war ich privat ein paar Mal am 'Palais de Tokyo' in der Nähe des Eiffelturms, da ist ein kleiner Hotspot für Skater. War mega", erzählte der 32-Jährige in Bayerns Vereinsmagazin "51".

Bayerns Choupo-Moting: "Ich bin superhappy, dass ich München kennenlernen darf"

Logisch also, dass es ihm die Surfer am Eisbach im Englischen Garten angetan haben. Denen will er zuschauen "sobald das mit Blick auf die Corona-Regeln wieder erlaubt ist", sagt Choupo-Moting, der nach seinem Wechsel Anfang Oktober zum FC Bayern aktuell die perfekte Welle erwischt hat.

"Ich bin superhappy, dass ich München kennenlernen darf. Es ist eine wunderschöne Stadt, und da es im Verein mit den Kollegen von Anfang an toll gepasst hat und sich meine Familie hier wohlfühlt, ist gerade alles perfekt", sagt "Choupo" wie ihn bei Bayern alle nennen.

Die Prüfungszeit von Choupo-Moting läuft gut

Sie rufen ihn derzeit häufiger, suchen ihn auf dem Platz als Anspielstation. Weil er die beste Version einer Kopie von Mittelstürmer Robert Lewandowski abgeben muss. Wegen einer Bänderdehnung im Knie fehlt der Weltfußballer noch ein bis zwei Wochen. Die Prüfungszeit von Choupo-Moting läuft. Und sie läuft gut.

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 Beim 1:1 in Leipzig "hat er gegen die beste Abwehr der Liga gespielt und seine Sache gut gemacht", lobte Bayern-Trainer Hansi Flick. Für Ehrenpräsident Uli Hoeneß war die Leistung von "EMCM" dessen "Durchbruch". Hoeneß im "Kicker" weiter: "Er hat in einem schweren Spiel genau die Rolle gespielt, für die wir ihn geholt haben, wenn Lewandowski ausfällt. Er hat den Ball behauptet und weitergeleitet, damit hat er dem FC Bayern wirklich geholfen."

Viertelfinale gegen PSG: Zweite Bewährungsprobe für Choupo-Moting

Serge Gnabry, eine Alternative als "falsche Neun", fällt gegen PSG nach einem positiven Corona-Befund aus. Also steht diesen Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League die zweite Bewährungsprobe für Choupo-Moting an, ausgerechnet gegen Paris St.-Germain (21 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker). Für den französischen Serienmeister erzielte er in 51 Einsätzen neun Tore. Das Wiedersehen ist für ihn eine "geile Geschichte".

Nicht nur weil es die Neuauflage des letztjährigen Finals ist, bei dem er als Joker zehn Minuten zum Einsatz kam, die 0:1-Niederlage gegen die Bayern aber nicht mehr verhindern konnte. "Ich freue mich unheimlich, die Jungs wiederzusehen", sagte er nun und verspricht: "Wir werden Paris nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir haben sehr gute Chancen, aber ich denke, es ist schwerer, die Champions League zu verteidigen als sie zu gewinnen. Weil alle gerade Bayern jagen."

Flick: Choupo-Moting "ein guter Typ, der die Mannschaft vereint"

Und Choupo-Moting ist mittendrin. "Es ist eine Riesen-Ehre, als Hamburger Jung beim größten Klub Deutschlands zu spielen", sagte er der "Sport Bild", "karrieretechnisch war das ein mega-wichtiger Schritt." Seine Bayern-Bilanz seit dem Wechsel: Fünf Tore in 25 Pflichtspielen (davon lediglich acht als Startelf-Spieler) klingen nach nicht viel.

Setzt man die 838 gespielten Minuten in Relation, also nur knapp 34 Minuten pro Einsatz, liest sich die Quote schon besser. Choupo-Moting ist viel mehr, "einfach ein guter Typ, der die Mannschaft vereint", so Flick. Ein Integrator in der Kabine, auch dank seiner Sprachgewandtheit. Neben Englisch spricht er Spanisch.

Und mit den sechs Franzosen im Bayern-Kader (Coman, Hernández, Pavard, Nianzou, Sarr und der aktuell verletzte Tolisso) kann er sich in seiner Muttersprache unterhalten - wobei, in seinem Fall ist es eher die Vatersprache. Just Moting stammt aus Kamerun, seine Mutter ist Deutsche. Bei Länderspiel-Einsätzen in der Heimat besucht der Filius stets die Familie seines Vaters.

Zu seinem perfekten Glück nach der Geburt seiner Tochter Ende Januar (ein Münchner Kindl) fehlt ihm nur noch ein neuer Ein-Jahres-Vertrag. Aber dies ist - so zu hören - lediglich Formsache.