Bayern-Trainer Carlo Ancelotti: "Jeder von uns ist in erster Linie Mensch"

Carlo Ancelotti gilt als äußerst entspannt. Der Trainer des FC Bayern kann aber "auch mal gegen die Couch treten, wenn ich nach Hause komme", wie er in einem Interview gesteht. Motivation ist ihm wichtig - und der Mensch an sich.
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Carlo Ancelotti: "Vor den Spielen muss man in der Lage sein, klare Instruktionen zu geben. Vor allem muss man seine Spieler aber motivieren, das ist der schwierigste Teil meines Jobs."
Rauchensteiner/Augenklick Carlo Ancelotti: "Vor den Spielen muss man in der Lage sein, klare Instruktionen zu geben. Vor allem muss man seine Spieler aber motivieren, das ist der schwierigste Teil meines Jobs."

München - Für Carlo Ancelotti ist in seiner Arbeit als Trainer gerade das Thema Motivation besonders wichtig - neben Taktik und Organisation.

"Vor allem muss man seine Spieler motivieren, das ist der schwierigste Teil meines Jobs. Als Fußballtrainer geht es nicht nur um taktische und technische Aspekte, sondern auch um psychologische", sagt der Coach des FC Bayern in einem Interview mit "goal.com".

Deshalb habe er seinen Spielern einst - beim Champions-League-Finale 2003 mit dem AC Mailand - ein Video aus dem Film "An jedem verdammten Sonntag" gezeigt. Dabei handelt es sich um einen Hollywood-Streifen von Regisseur Oliver Stone aus dem Jahre 1999 mit Stars wie Al Pacino, Cameron Diaz und Dennis Quaid. Das Football-Team der Miami Sharks steckt dabei in der Krise, die Play-off-Teilnahme ist in Gefahr.

Kernszene des Spielfilms ist eine emotionale Ansprache Pacinos in der Rolle des Chefcoachs Tony D'Amato - die übrigens auch der heutige Dortmund-Trainer Thomas Tuchel einst den Spielern seines damaligen Klubs FSV Mainz 05 präsentierte, bevor die dann den FC Bayern besiegten.

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Ancelotti: "Das war einfach eine richtig gute Rede. Vor den Spielen muss man in der Lage sein, klare Instruktionen zu geben." 

Auf eines legt der Italiener großen Wert - dass jeder im professionellen Umfeld eines Klubs als Mensch behandelt wird. "Jeder von uns ist in erster Linie Mensch - und erst dann Fußballer, Trainer oder was auch immer. Deshalb mag ich es auch nicht zu sagen: 'Ich bin ein Trainer.' Nein, ich bin ein Mensch, der als Trainer arbeitet."

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Der 57-Jährige findet es "elementar", eine gute Beziehung zu all denjenigen aufzubauen, mit denen er arbeitet. "Schlechtes Benehmen" könne ihn schnell wütend machen, etwa wenn sich ein Spieler "auf dem Platz unprofessionell oder egoistisch" verhalte.

Er selbst sei ein sehr entspannter Mensch. Aber: "Ich kann auch mal gegen die Couch treten, wenn ich nach Hause komme, so ist es nicht. Mittlerweile bevorzuge ich es aber, ruhig zu bleiben. Nach einer Niederlage spreche ich nicht mit den Spielern, lieber am Tag danach, wenn wir uns beruhigt haben."

Dass die Mannschaft nun "mehr Freiheiten" genieße als noch unter seinem Vorgänger Pep Guardiola, findet Carlo Ancelotti nicht: "Mehr Freiheiten? Nein, das stimmt nicht. Die Spieler bekommen klare Anweisungen, was Taktik und Organisation betrifft. Ich will immer ein Team auf dem Platz sehen, nicht elf Spieler."

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