Bayern-Ticket trotz BMW Open: Zverev mit irrer Prognose vor Kracher gegen Real Madrid
Klar kommt Alexander Zverev auch gern zum Tennisspielen nach München, sehr viel lauschiger als beim MTTC Iphitos wird es auf der ATP-Tour schließlich nicht mehr.
Zverev glaubt an Bayern-Sieg gegen Real
Dass aber zu dieser Jahreszeit mit schöner Regelmäßigkeit ein paar Autominuten weiter meist auch noch ein Champions-League-Match seines Lieblingsklubs stattfindet, erhöht die Attraktivität der BMW Open für den Weltranglistendritten nochmal gewaltig.
Im Pressegespräch formulierte der Titelverteidiger das so: "Natürlich werde ich am Mittwoch im Stadion sein, ganz egal, ob es das Turnier zulässt oder nicht." Genau so mag der FC Bayern seine Fans! Auch für den Ausgang des Bayern-Knallers gegen Real Madrid hat Zverev eine klare Prognose: "Wir werden gewinnen."

Zverev: "Verlieren kein Spiel mehr in diesem Jahr"
Begründen kann er das auch: "Wenn Manuel Neuer wieder so einen Tag hat wie vor einer Woche, verlieren wir kein Spiel mehr in diesem Jahr." Er selbst hat 2026 bislang nur gegen drei Spieler verloren: Jannik Sinner (Italien), Carlos Alcaraz (Spanien) und Miomir Kecmanovic (Serbien) – und ausgerechnet gegen Letztgenannten bestreitet der gebürtige Hamburger am Dienstagmittag sein Auftaktmatch bei dem mit 2,56 Millionen Euro dotierten Turnier am Aumeisterweg.
Es scheint so, als hätte er seine Niederlage beim Turnier in Acapulco verdrängt, denn zu Beginn der Presserunde meinte er gut gelaunt: "Ich habe viel gespielt in den letzten Wochen, bin in jedem Turnier ins Halbfinale gekommen und habe in den letzten zwei Monaten nur gegen Sinner verloren." Nachfrage eines Journalisten: Und das Match gegen Kecmanovic? Ach ja, da war ja was.
"Da hätte ich gegen jeden Gegner verloren"
Auch diese Achtelfinal-Niederlage Ende Februar kann Alexander Zverev erklären: "Das war ein Match, da hätte ich gegen jeden Gegner verloren. Ich werde ab und zu solche schlechten Matches haben – weil ich mein Spiel umstellen will. Und da nehme ich so was dann in Kauf."
Wie jetzt: Spiel umstellen? Nicht mehr weit hinter der Grundlinie, weit weg vom Netz und vom Volleyspiel, Ball reinspielen und auf Fehler des Gegners hoffen? Nein, so spielt der Alexander Zverev des Jahres 2026 nun wirklich nicht mehr. Sondern: mutiger, variabler, offensiver, druckvoller, gerade auch mit der früher oft so zaghaften Vorhand.

Zverev nimmt zum zwölften Mal an den BMW Open teil
Bestes Beispiel für den Paradigmenwechsel: der Rückhand-Stopp. Hat man früher fast nie von ihm gesehen, nun viel öfter. Kann er natürlich auch erklären: Mittlerweile stünden viele Gegner wegen seines druckvollen Spiels weiter hinter der Grundlinie, da ist so ein gefühlvoller Stopp eine wirkungsvolle Waffe – eine Erfahrung, die Zverev selbst in den vergangenen Jahren oft genug machen musste.
Zum zwölften Mal spielt der 28-Jährige nun schon am Aumeisterweg. Vor allem sein Debüt 2014 ist ihm in Erinnerung geblieben, damals noch mit einer Wildcard von Turnierdirektor Patrik Kühnen: "Gegen Jürgen Melzer hab’ ich nur drei Spiele gemacht", erinnert er sich, "ich war unfassbar nervös auf dem Platz. Aber das war eine wichtige Lernphase."
Thomalla wird nicht in München sein
Dass das mit dem Lernen nie aufhört, hat er mit der Anpassung seines Spielstils nun verinnerlicht. Erneut ist er an eins gesetzt, kann mit einem vierten Sieg zum Rekordhalter aufsteigen. Die Players Night am Montagabend besuchte er diesmal ohne Freundin Sophia Thomalla, die für Pro7 gerade in Thailand aufhält.
Neben Zverev greifen am Dienstag weitere vier Deutsche ins Turniergeschehen ein: Qualifikant Diego Dedura (Berlin), "Lucky Loser" Marko Topo (Gräfelfing), Youngster Justin Engel (Nürnberg) und Daniel Altmaier (Kempten). Kurz vor Turnierbeginn musste dagegen Jan-Lennard Struff passen: Der 35-Jährige, von Turnierdirektor Kühnen mit einer Wildcard ausgestattet, musste seine Teilnahme am Einzel-Wettbewerb krankheitsbedingt absagen.
In der Allianz Arena wird man ihn am Mittwochabend wohl kaum sehen: Struff ist Dortmund-Fan.
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