Bayern-Jäger? "Das will ich nicht hören"

Hertha BSC geht als Zweiter in das Duell mit Tabellenführer FC Bayern. Weiser blüht in Berlin auf.
| sid
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Hertha BSC ist derzeit der härteste Bayern-Verfolger.
dpa Hertha BSC ist derzeit der härteste Bayern-Verfolger.

Berlin - Am Tag nach dem verdienten Triumph über Schalke 04 war Pal Dardai nicht gerade in Hochstimmung. Zwei Dinge verdarben dem Trainer von Hertha BSC trotz des besten Saisonstarts der Klubgeschichte ein wenig die Vorfreude auf das Spitzenspiel am Mittwoch (20 Uhr/Sky) beim punktgleichen FC Bayern: Die unvermeindliche Frage nach dem „Bayern-Jäger“ und die Schock-Nachricht vom wochenlangen Ausfall seines verletzten Spielmachers Vladimir Darida.

Der Tscheche musste noch am Montag wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk operiert werden und fällt wohl für den Rest des Jahres aus. „Ohne Vladi wird sich unser Spiel verändern, aber wir haben gute Jungs, die die Lücke füllen können“, sagte Dardai.

"Fahren als Zweiter zum Ersten nach München"

Weniger entspannt reagierte der temperamentvolle Ungar, als er auf die Rolle des Verfolgers von Bayern angesprochen wurde. „Das will ich gar nicht hören“, sagte der Trainer unwirsch: „Wir sind eine kleine fleißige Mannschaft, die jede Woche hart arbeiten muss.“ Auf dem Papier sind die Berliner aber neben den Bayern auch die einzige Mannschaft, die aus den ersten drei Bundesligaspielen drei Siege eingefahren hat.

Hertha reist durchaus mit dem Selbstvertrauen eines Tabellenzweiten nach München. „Wir wollen ungeschlagen bleiben“, sagte Dardai: „Da arbeitet ein riesengroßer Trainer mit super Spielern, aber im Fußball gibt es immer Wunder.“ Ein Punktgewinn wäre aber kein wirkliches Fußball-Wunder. Schon beim verdienten 2:0 im Heimspiel am Sonntag gegen Schalke bewies Hertha, dass der momentane Höhenflug alles andere als Zufall ist. Kompakt, konzentriert und konterstark – so will die „Alte Dame“ auch den großen Bayern ein Bein stellen.

Baustelle statt Luxus: Die Bayern-Flügel lahmen

„Jetzt fahren wir als Zweiter zum Ersten nach München, das ist eine schöne Geschichte für die Fans“, sagte der frühere Bayern-Profi Mitchell Weiser, der mit seinem 1:0-Führungstor (64.) und der Vorlage zum 2:0-Endstand durch Valentin Stocker (74.) maßgeblichen Anteil am Sieg über Schalke hatte.

Der perfekte Saisonstart ist für Dardai eine gewisse Genugtuung. Nachdem die Vorbereitung holprig verlaufen war und der Einzug in die Europa League durch das peinliche Aus in der Qualifikation gegen Bröndby IF verpasst wurde, war in der Hauptstadt schon Krisenstimmung aufgekommen. „In Berlin wird viel von außen reingeredet, das verstehe ich nicht“, sagte der Ungar: „Aber ich habe mein Training immer durchgezogen.“ Ein Fortschritt im Vergleich zur vergangenen Saison, in der der Hauptstadtklub lange Zeit auf Champions-League-Kurs lag, ist die Qualität auf der Bank, auf der zurzeit sogar Torjäger Salomon Kalou Platz nehmen muss. In den ersten beiden Ligaspielen war Julian Schieber als „Joker“ erfolgreich, gegen Schalke Stocker.

 

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