Bayern: Handball in der Arena

Vor dem ersten Wiesn-Heimspiel gegen Köln klagt Bayerns Trainer van Gaal über die destruktive Einstellung der Gäste.
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Er erwartet weitere zähe Geduldsspiele: Bayern-Trainer Louis van Gaal.
dpa Er erwartet weitere zähe Geduldsspiele: Bayern-Trainer Louis van Gaal.

Vor dem ersten Wiesn-Heimspiel gegen Köln klagt Bayerns Trainer van Gaal über die destruktive Einstellung der Gäste.

MÜNCHEN Seine Passion ist das Spektakel, das ganz große Spiel. Louis van Gaal will Fußball zelebrieren, sich selbst und den Fans was fürs Auge bieten. Alles andere ist zu einfach, wie der Bayern-Trainer immer wieder betont. Alles andere langweilt ihn. Nüchternen Ergebnisfußball soll Jose Mourinho spielen lassen. Oder der AS Rom, wie am Mittwoch beim mühsamen 2:0-Geduldsspiel zum Champions-League-Auftakt geschehen. „Wie beim Handball“, bemerkte Kapitän Mark van Bommel, standen die Römer da um ihren Strafraum herum und versuchten jedes Eindringen der Bayern-Offensivkräfte in den 16er zu verhindern.

Van Gaal hat das nicht gefallen, er lästerte unverblümt über das destruktive Spiel der Römer. Wobei Rom keine Ausnahme ist. „Ich habe noch keinen Gegner erlebt, der nach München gekommen ist und mitspielen wollte", sagt van Gaal, „alle verteidigen nur und stellen sich hinten rein."

Aussicht auf Besserung besteht nicht. Im Gegenteil: Am Samstag ist zum Wiesn-Auftakt der 1. FC Köln zu Gast in der Allianz Arena (15.30 Uhr, Bundesliga-Liveticker auf abendzeitung.de). Trainiert werden die Kölner vom Kroaten Zvonimir Soldo, von dem es heißt, dass ihm selbst die von Otto Rehhagel propagierte „kontrollierte Offensive" noch zu offensiv sei. „Köln wird sich mit zehn Mann hinten rein stellen", ahnt van Gaal, „das wird nicht einfach." Für seine Spieler nicht, für ihn und sein ästhetisches Empfinden nicht und noch weniger für das der Zuschauer.

Es droht wieder Handball in der Arena, mit nur wenigen Strafraumaktionen und zunächst nur vereinzelten Offensivszenen der Bayern. Zumal Köln die einzige Mannschaft im deutschen Profi-Fußball ist, die in der Allianz Arena noch nie verloren hat. 2:2, 1:2, 0:0 lauteten die Ergebnisse. „Glückwunsch", lautete dazu am Donnerstag schon der beißende Kommentar von Kapitän Mark van Bommel, „Köln weiß, wie man gut verteidigt." Der Trainer sieht’s genauso. „Köln scheint uns zu mögen. Das müssen wir ändern", sagt van Gaal, „wir haben letzte Woche schon gegen Bremen zwei Punkte liegen gelassen in München. Aber normalerweise müssen wir zu Hause immer gewinnen."

Doch er ahnt, dass das eine ziemliche Qual werden könnte: „Wir müssen die kaputt spielen, bis sie nicht mehr laufen können. Dann erst werden wir wohl Tore schießen können", so van Gaal. Bis dahin bleibt auch seinen Offensivspielern nichts anderes übrig, als das üble Spiel mitzumachen. „Wir müssen alle geduldig sein und immer eine Lücke suchen", sagt van Gaal, „ich weiß, dass das schwierig ist und dass das Energie kostet und man schneller unkonzentriert werden kann. Das ist das Risiko."

Weil die Bayern auch gegen diese extrem defensiv spielenden Mannschaften angreifen wollen und daher anfällig sind für Konter. „In Kaiserslautern (Bayern verlor 0:2, die Red.) sind wir bestraft worden", so van Gaal, „die standen auch nur hinten drin, haben dann aber aus drei Chancen zwei Tore gemacht. Aber wir werden unser Spiel deswegen nicht ändern. Wir werden immer nach vorne spielen."

Und so drohen, vor allem bei Heimspielen, weiter elend lange Ballstafetten um den Strafraum herum und eher ereignislose erste Halbzeiten. Es drohen weitere zähe Geduldsspiele. „Wir haben auch letzte Saison viele Tore erst in den letzten 20 Minuten gemacht", sagt van Gaal.

Filippo Cataldo

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