Bayern gegen BVB: Der Machtwechsel?

Der BVB auf Titelkurs, die Bayern am Abgrund: An der Spitze der Liga steht ein Umbruch an. Die AZ erklärt, wo Dortmund dem Rekordmeister schon jetzt überlegen ist.
| Patrick Strasser
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Arjen Robben und die feiernden Dortmunder im Jahre 2011.
Rauchensteiner Arjen Robben und die feiernden Dortmunder im Jahre 2011.

Der BVB auf Titelkurs, die Bayern am Abgrund: An der Spitze der Liga steht ein Umbruch an. Die AZ erklärt, in welchen Belangen Dortmund dem Rekordmeister schon jetzt überlegen ist

München/Dortmund - Perfekter hätte der Spieltag für den BVB nicht sein können. Ein 2:1 gegen Mainz und der Zweite, der Dritte, der Vierte – die ganze Verfolgerbande – verliert. Rückblickend wird man wohl im Mai sagen, dass diese 24. Runde die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft bedeutet hat. Für die Bayern war dieses erste März-Wochenende der endgültige Beleg, dass die Zeitenwende im deutschen Fußball begonnen hat. Der Machtwechsel ist eingeläutet.

Und wird dadurch deutlich, welche Probleme den Tabellenführer – und bald wohl erstmals seit 1996 erfolgreicher Titelverteidiger – derzeit beschäftigen. Man beschwerte sich, dass mit Mats Hummels und Marcel Schmelzer nur zwei Borussen im Länderspiel-Kader standen. Das wird schon, zwangsläufig. Mario Götze (Reha) und der kurzfristig verletzte Sven Bender sind EM-Kandidaten, Ilkay Gündogan und Kevin Großkreutz im erweiterten Kreis, Moritz Leitner dürfte bald debütieren, im Sommer kommt der Gladbacher Marco Reus. Und der nächste Nationalspieler des FC Bayern? Wer den momentan voraussagt, dürfte einen Wahrsager-Preis gewinnen. Kandidaten für die DFB-Elf aus dem Profi-Kader: Contento, Petersen sowie die Ersatzkeeper Riedmüller und Sattelmaier – laut Pass. Klar, aktuell stehen acht Kicker in Löws EM-Kader. Dennoch ist dieser Punkt ein deutliches Indiz für das sportliche Gefälle zwischen den Dortmundern und dem FC Bayern – perspektivisch gesehen.

Die AZ blickt auf weitere Unterschiede zwischen den Roten und Schwarz-Gelb:

 




DIE JUGENDARBEIT: Hier stellt sich der FC Bayern ab Sommer neu auf: Mehmet Scholl kehrt als Trainer der zweiten Mannschaft zurück, löst Andries Jonker – ein Relikt aus der Ära van Gaal – ab. Dieser soll die A-Jugend übernehmen. Jörg Butt, der im Mai seine aktive Karriere beendet, übernimmt die Leitung des Nachwuchszentrums von Werner Kern. Seine Hiwis: Ex-Profi Michael Tarnat und Jürgen Jung, der beim TSV 1860 als Nachwuchschef gekündigt hat. Die Ziele: Endlich wieder Talente für die Profis generieren – die letzten Emporkömmlinge aus dem eigenen Betrieb waren Alaba, Müller und Badstuber. Beim BVB ist Ex-Profi Lars Ricken seit Juli 2008 Nachwuchs-Koordinator. Großkreutz, Schmelzer, Götze, Rückkehrer Reus und Nuri Sahin (Real Madrid) entstammen der BVB-Jugend.

 

 




DIE TRANSFERPOLITIK: Chefscout beim BVB ist ein gewisser Sven Mislintat, mittlerweile mit Fußballlehrer-Schein, Vertrag bis 2014. Er kann seinen Job im Zusammenspiel mit Sportdirektor Michael Zorc. Siehe das Polen-Trio Lewandowski, Pisczek und Blaszczykowski. Entdeckt und von Klopp geformt. Der Japaner Kagawa hat um Längen mehr drauf als Bayerns Usami, und Abwehrchef Hummels kam direkt aus München – den hat allerdings Ex-Trainer Klinsmann auf dem Gewissen, der ihn Anfang 2009 für unbrauchbar einstufte. Und bei Bayern? Wolfgang Dremmler hat Paul Breitner, Egon Coordes und Björn Andersson an seiner Seite. Dem Brasilianer Giovane Elber wurde gekündigt. Südamerika-Importe (zuletzt Breno) gestrichen.

 

 




DER TRAINERSTAB: Jupp Heynckes und seine Assistenten Peter Hermann und Hermann Gerland sind nicht über 2013 hinaus eingeplant. Nach der WM 2014 in Brasilien sortiere sich der Trainermarkt neu, so hoffen die Bayern-Bosse. Womöglich besteht schon diesen Sommer Handlungsbedarf. Jürgen Klopp, an den die Bayern 2008 dachten und dann – welch Schicksalsschlag! – Klinsmann holten, hat mit seinen Assistenten Zeljko Buvac und Peter Krawietz bis 2016 verlängert. Wird bei Bayern Gladbachs Lucien Favre ein Thema?

 

 




DIE AUSSTRAHLUNG:  Der BVB steht für frischen, frechen, höchst attraktiven Fußball. Als Reus gefragt wurde, warum er nicht zu Bayern wechselt, sagte er: „Dortmund ist attraktiver, ich sehe dort die beste fußballerische Perspektive.” Und die Bayern? Zoffen sich untereinander (Müller mit Boateng), sind beleidigt (Ribéry, Robben), wenn sie nicht immer spielen. Zu divenhaft.

 

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