Bayern-Duo nutzt Startelf-Chance: Was Bundestrainer Nagelsmann damit zu tun hat

Gegen Borussia Mönchengladbach dürfen Leon Goretzka und Lennart Karl von Beginn an ran - und nutzen ihre Chance. Beide dürfen auch auf eine Teilnahme bei der WM im Sommer hoffen.
von  Patrick Strasser
Leon Goretzka ging dank Bundestrainer Julian Nagelsmann mit Rückenwind ins Heimspiel gegen Gladbach.
Leon Goretzka ging dank Bundestrainer Julian Nagelsmann mit Rückenwind ins Heimspiel gegen Gladbach. © IMAGO/Mladen Lackovic

Vincent Kompany hatte es angedeutet vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (4:1) und in die Tat umgesetzt: große Rotation vor den großen Aufgaben in der Champions League, vor den heißen Wochen im März und April. Zu den Kandidaten, die in den nicht-englischen Wochen im Februar nicht oder kaum gespielt hatten, gehörten auch die Bayern-Profis Leon Goretzka und Lennart Karl.

Der eine ist 31 und hat noch knapp drei Monate, in denen er sich bis Ende Mai nach acht Jahren an der Säbener Straße beweisen und voller Würde, dekoriert mit möglichst vielen Titel verabschieden kann. Der andere wurde gerade volljährig und spielt seine erste Profi-Saison bei den Bayern. Was sie eint, ist etwas, das sie bisher nicht gemeinsam haben: ein gemeinsames Länderspiel bzw. die Teilnahme an der WM im Sommer in Nordamerika.

Nach EM-Ausbootung: Goretzka wieder fester Bestandteil des DFB-Teams

Goretzka (67 Länderspiele, 15 Tore) ist seit gut einem Jahr wieder ein fester Bestandteil des DFB-Teams, nachdem ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann vor der Heim-EM 2024 aussortiert hatte. Karl hat bisher zwei U21-Länderspiele auf seinem so jungen Buckel, hofft auf eine erstmalige Nominierung für die beiden WM-Testspiele diesen Monat in Basel gegen die Schweiz (27.3.) und in Stuttgart gegen Ghana (30.3.).

Karls Chancen stehen ganz gut, liest man zwischen den Zeilen des "Kicker"-Interviews von Nagelsmann vor einer Woche. "Ich habe nicht den Anspruch, dass er Stammspieler wird, um dann bei der WM dabei zu sein. Denn das wird er nicht", sagte der Bundestrainer, betonte jedoch: "Aber er muss schon einen gewissen Rhythmus sammeln, bei jungen Spielern geht es viel ums Selbstvertrauen." In den fünf Bayern-Spielen im Februar spielte er lediglich beim 3:0 in Bremen über die vollen 90 Minuten (wie Goretzka auch), durfte beim 5:1 gegen Hoffenheim eine gute halbe Stunde ran. Plus: Dreimal Bank, Warmmachen, Hinsetzen.

Lennart Karl durfte gegen Gladbach mal wieder von Beginn an wirbeln.
Lennart Karl durfte gegen Gladbach mal wieder von Beginn an wirbeln. © IMAGO/Markus Ulmer

Karl hofft auf WM-Teilnahme: "Ein sehr, sehr großer Traum"

Gegen Gladbach überzeugte Karl auf der Rechtsaußen-Position von Michael Olise, agierte mutig und frech, bereitete das 4:0 von Nicolas Jackson als Linksfuß mit rechts perfekt vor. Ein weiterer Schritt Richtung WM-Ticket? "Ich hoffe natürlich sehr, dass ich dabei bin", sagte Karl am Freitagabend, "es ist ein sehr, sehr großer Traum und deswegen gebe ich jeden Tag Vollgas dafür und arbeite sehr hart daran." Gilt auch für Mittelfeldspieler Goretzka, der Aleksandar Pavlović - wie Olise komplett geschont - in der Zentrale vertrat und das 1:0 von Luis Díaz ("War eine meiner besseren Vorlagen") vorbereitet.

Nagelsmann hatte Goretzkas Vorzüge im Kopfball- und Offensivspiel gegenüber den anderen Sechser-Kandidaten (Pavlovic, Felix Nmecha, Angelo Stiller, Pascal Groß, Robert Andrich) hervorgehoben. "Ich sehe das ganz sicher nicht, so wie es einige schon interpretiert haben, als Freifahrtschein, sondern ich sehe das als Motivation", erklärte Goretzka und erklärte, dass er bei der WM "das Vertrauen, was man bekommt, zurückzahlen und das werde ich versuchen."

Beim Champions-League-Achtelfinalhinspiel in Bergamo werden beide wohl erstmal wieder auf der Bank sitzen. Aber mit breiter Brust dank des Bundestrainers.

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