Badstuber: "Basti ist immer für mich da"

Holger Badstuber hat sich durchgesetzt – bei Bayern und inzwischen auch beim DFB. Hier spricht er über seine Ziele, das Feiern und die Freundschaft zu Schweinsteiger.
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Hier mit seinem Kumpel Bastian Schweinsteiger: Holger Badstuber.
dpa Hier mit seinem Kumpel Bastian Schweinsteiger: Holger Badstuber.

Holger Badstuber hat sich durchgesetzt – bei Bayern und inzwischen auch beim DFB. Hier spricht er über seine Ziele, das Feiern und die Freundschaft zu Schweinsteiger.

AZ: Herr Badstuber, das 1:0 in Belgien war für Sie das Nationalelf-Debüt, schon das zweite innerhalb eines Jahres.

HOLGER BADSTUBER: Sie meinen, weil ich in der Innenverteidigung gespielt habe.

Ja, ein Neuanfang im fünften Länderspiel. Nach Ihrer schwachen Leistung als Linksverteidiger beim 0:1 gegen Serbien im zweiten Gruppenspiel der WM wurden Sie in Südafrika nicht mehr eingesetzt. Nach dem Ausfall des verletzten Arne Friedrich sind Sie nun der Nebenmann von Abwehr-Chef Per Mertesacker.

Mich freut es, dass der Trainer mir in der neuen Rolle das Vertrauen schenkt. Herr Löw hat mir immer gesagt, dass er mich in der Zukunft als Innenverteidiger sieht. Wir haben in Brüssel ja auch zu Null gespielt, es hat gepasst. Nun will ich zeigen, dass ich das Vertrauen rechtfertigen kann und mich auf dieser Position fest spielen. Das fängt schon mit unserer nächsten Aufgabe am Dienstag gegen Aserbaidschan an.

Löw und Ihr Vereinstrainer Louis van Gaal haben ähnliche Vorstellungen vom Fußball, wie Sie Ihre Rolle interpretieren sollen.

Ja, und das ist sehr gut für mich. Es geht um Zweikampfstärke, darum, in der Luft viele Bälle zu gewinnen. Aber auch um die moderne Rolle eins Innenverteidigers – nur zerstören, das war einmal. Man braucht ein sauberes Passspiel, soll das Spiel eröffnen, viele vertikale Bälle spielen. Die Jungs vor mir sollen ja mit meinen Bällen was Sinnvolles anfangen können.

Da hilft es sicher, dass beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft als Sechser vor Ihnen mit Bastian Schweinsteiger ein Kumpel von Ihnen spielt.

Ja, klar. Erstens weiß ich genau, wie er den Ball haben will und zweitens ist er ein richtig guter Kumpel, das ist eine absolut gute Freundschaft.

Was macht diese Freundschaft aus? Am Samstagabend, beim Boxkampf von Felix Sturm, sah man Sie auch bestens gelaunt nebeneinander.

Wir liegen auf einer Wellenlänge, er ist tatsächlich eine sehr wichtige Bezugsperson für mich. Ich habe meine Meinung, höre mir das an, was er mir sagt. Basti ist einfach immer für mich da. Schauen Sie, wir sind aus der eigenen Jugend zu den Profis gekommen, haben einen ähnlichen Werdegang, er kann nachvollziehen, was ich erlebe. Da hat er mir viele wichtige Tipps gegeben, mir viel geholfen, war oft ein guter Ratgeber wie ich dies und das am besten machen, wie ich mit dieser oder jener Person am besten umgehen kann.

Und wie man sich durchsetzt? Sie haben beim FC Bayern Martin Demichelis, einen Stammspieler der argentinischen Nationalelf, auf die Bank verdrängt.

Ich will mich bei Bayern unverzichtbar machen, will die ganze Saison auf dieser Position spielen. Dass Martin trotzdem geblieben ist, freut mich. Er ist ein herausragender Fußballer, ich schätze ihn sehr und habe immer noch einen guten Draht zu ihm.

Bei den Bayern-Spielen wundern sich viele Fans immer noch, dass Sie als Innenverteidiger die Ecken von rechts treten und auch viele Freistöße in Strafraum-Nähe.

Das habe ich aber auch schon vergangenes Jahr gemacht, das kommt noch aus meiner Zeit in der Jugend. Ich denke, ich habe einen guten linken Fuß. Momentan profitiere ich eben davon, dass Arjen Robben leider verletzt ausfällt, so sind ein Teil der Standards meine Aufgabe. Aber auch damit kann man Spiele gewinnen oder herumreißen.

Bei den Titel-Partys mit Bayern am Ende der Saison sind Sie als ausgelassener Tänzer aufgefallen. Nach einem Tor legen Sie oft auf dem Platz noch ein paar Moves hin.

Ja, ein wenig Spaß gehört dazu. Ich höre viel HipHop und Rhythm and Blues. Wir hatten eben viele Gelegenheiten letztes Jahr, zu feiern. Mit dem Supercup habe ich jetzt schon drei Titel gewonnen. Aber ich glaube, das wahre Feierbiest beim FC Bayern ist jemand anderes.

Interview: Patrick Strasser

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