AZ exklusiv: Kane bestbezahlter Bayern-Profi aller Zeiten – einen Wunsch erfüllte ihm der Verein aber nicht
Es ist das finanziell größte Paket, das beim FC Bayern je für einen Spieler geschnürt wurde – und damit einem Ballon-d’Or-Sieger angemessen: Harry Kane verlängert bis 2029 bei den Münchnern, 2027 wäre der Vertrag des Engländers ausgelaufen. Am Donnerstagvormittag wurde der Deal offiziell verkündet. "Ich fühle mich beim FC Bayern wie zu Hause", sagte Kane: "Ich liebe den Verein, die Fans, die Stadt München – wir haben ein fantastisches Team und in Vincent Kompany einen fantastischen Coach."
Mehr als 25 Millionen Euro kann Kane nach AZ-Informationen jetzt brutto pro Jahr verdienen, mehr als jeder andere Bayern-Profi vor ihm. Der 33-Jährige hätte gern sogar bis 2030 verlängert, doch beide Seiten fanden einen Kompromiss: Bayern kam Kane unter anderem beim Gehalt und bei den Bildrechten entgegen, wie die AZ erfuhr. Der Vertrag enthält keine Option auf ein weiteres Jahr bis 2030.

Dreesen preist Kanes Signalwirkung für den FC Bayern
"Der weltbeste Stürmer hat bei der Adresse unterschrieben, die damit zeigt, dass sie sportlich und wirtschaftlich zu den attraktivsten Adressen im internationalen Fußball gehört", sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen. Dies unterstreiche, "dass wir auch künftig davon ausgehen können, dass der FC Bayern nach wie vor die großen Spieler Europas an sich binden kann und wir uns damit weiterentwickeln können", ergänzte der CEO, der schon an Kanes Verpflichtung vor gut drei Jahren maßgeblich beteiligt war.
Acht Verhandlungsrunden bis zur Einigung
Auch diesmal brachte Dreesen die Verlängerung ins Ziel. Seit Sommer verhandelte der Bayern-Boss in acht Runden mit Kanes Bruder Charlie und Vater Patrick, die den Stürmer beraten. Die finale Einigung kam am Mittwoch zustande.

"Für mich war die Vertragsverlängerung wirklich einfach", sagte Kane: "Wir haben den Vertrag gestern unterschrieben. Aber die Entscheidung ist vor langer Zeit gefallen." Es gab bei ihm keine ernsthaften Gedanken an einen anderen Verein, eine andere Liga oder an eine frühzeitige Rückkehr in die englische Heimat.
"In meinen Vorstellungen wollte ich hierbleiben und fortsetzen, was wir hier aufgebaut haben. Ich freue mich darauf", führte der Torjäger aus: "Meine ganze Familie ist hier sehr glücklich. Ich möchte mit diesem großartigen Verein noch viele Titel gewinnen."
Kane und die Torrekorde
Kane ist mit den Bayern bislang zweimal deutscher Meister (2025, 2026) und einmal DFB-Pokalsieger (2026) geworden. Dreimal wurde er Torschützenkönig in der Bundesliga. Mit 156 Toren in 161 Pflichtspielen hat er einen Rekord nach dem anderen gebrochen – national wie international.
Was noch fehlt, ist die Champions League. In der Königsklasse gehören die Münchner auch in dieser Saison wieder zu den Favoriten, 2028 findet das Finale dann in der Allianz Arena statt. Mit Kane und weiteren Superstars wie Michael Olise stehen die Chancen nicht schlecht. Der Franzose, der noch einen Vertrag bis 2029 besitzt, soll eine Gehaltserhöhung erhalten. Dreesen kündigte baldige Gespräche mit Olise an.

Finanzielle Vernunft trotz sportlicher Ambitionen
Der Vorstandschef machte zugleich noch einmal deutlich, dass die Münchner auch weiterhin finanziell keine Risiken eingehen werden. Es sei zwar klar, "dass wir wirtschaftlich stark sein müssen, wenn wir attraktiv sein wollen in der europäischen Spitze. Aber es kommt für uns darauf an, solide zu sein, wirtschaftlich vernünftig zu sein", sagte Dreesen.
Kane als Motor für Wachstum und neue Partner
Man versuche, "diesen Spagat zu gehen gegen durchaus auch anders aufgestellte Klubs. Wir wollen jeden Cent, den wir verdienen, einsetzen, um so gut zu sein, wie es irgendwie geht. Das oberste Ziel ist: Wir wollen die beste Mannschaft haben und wir wollen gewinnen. Und diese zwei Sachen zu vereinbaren gegen eine teilweise Übermacht, ist nicht einfach, aber das gelingt uns ganz gut und dafür ist Harry das beste Beispiel." Zweifellos.
Durch Ballon-d’Or-Gewinner Kane erhöhe man aber auch "die Aufmerksamkeit und damit am Ende des Tages auch das Geschäft", ergänzte Dreesen. Es sei eine "Wechselwirkung". Der FC Bayern gewinne "neue Partner" und könne damit sein "wirtschaftliches Fundament noch stärker machen, um noch viele Harrys in Zukunft zu uns holen zu können".
