Ausgerechnet Dreesen: Bayern-Boss fordert Milde für nächsten Bundesliga-Gegner der Münchner

Jan-Christian Dreesen ist am Sonntag zu Gast in der Kultsendung Doppelpass. Bei einem Thema hat der Bayern-Boss eine Idee und erhält dafür Applaus vom Publikum.
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Vorstandsboss des FC Bayern: Jan-Christian Dreesen.
Vorstandsboss des FC Bayern: Jan-Christian Dreesen. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Seinen souveränen Auftritt garnierte Vincent Wagner mit einigen flotten Sprüchen. "Gold" sei bei der SV Elversberg leichter zu bekommen als Tickets für das Spiel gegen den Rekordmeister, gab der Trainer der Stunde im ZDF-Sportstudio zum Besten. Und zu allem Überfluss habe sein Schwager, "leider Bayern-Fan", eine seiner vier Eintrittskarten ergaunert, indem er sich selbst eingeladen habe. Dass Wagner ebenfalls einen Platz auf der Tribüne braucht, ging im Gelächter des Publikums fast unter.

Die am Samstagabend zur Schau gestellte gute Laune des 40-Jährigen ändert nichts daran, dass er die bisher größte Partie seiner Trainerkarriere am kommenden Sonntag gegen das Münchner Starensemble verpassen wird. Der Coach hatte beim wilden 4:3 (1:2) des überraschend starken Neulings bei Borussia Mönchengladbach die Gelb-Rote Karte gesehen. Nur eine Woche nach der erfolgreichen Bundesliga-Premiere gegen Bayer Leverkusen (3:2) schockierte der saarländische Dorfklub den nächsten Favoriten und legte dabei eine irre Aufholjagd hin - die Wagner selbst von der Tribüne aus verfolgen musste.

Wagner gesperrt gegen Bayern: Dreesen mit Vorschlag an den DFB

Was war passiert? Beim Stand von 1:1 hatte der Gladbacher Stürmer Tim Kleindienst im Zweikampf mit Felix Keidel den Ball zuletzt berührt. Folglich hätte es Einwurf für Elversberg geben müssen. Doch Kleindienst führte diesen schnell selbst aus, leitete den Angriff ein und Doppelpacker Hugo Bolin vollendete gegen überrumpelte Elversberger kurz vor der Pause zum 2:1.

Wagner protestierte, sah Gelb, diskutierte nach Abpfiff der ersten Halbzeit weiter - und wurde von Schiedsrichter Martin Petersen beim Gang in die Kabine des Feldes verwiesen. "Es ist ein Novum für mich", sagte Wagner bei Sky. Er sei das erste Mal seit seiner Zeit als U19-Assistenzcoach beim FC Kray "vom Platz geflogen". Schiedsrichter-Chef Knut Kircher bezeichnete das Ganze am Sonntag im Doppelpass bei Sport1 als "in Summe eine unglückliche Situation". Insgesamt sorgte der Platzverweis für viel Diskussion im Nachgang – auch im Doppelpass. Ausgerechnet Jan-Christian Dreesen, am Sonntag Gast in der Kultsendung, forderte jetzt Fingerspitzengefühl beim DFB: "Es wäre ja möglich, für das nächste Spiel keine Sperre auszusprechen", sagte der Boss der Münchner und ergänzte: "Wenn das alle so sehen …" Für diesen Vorschlag erhielt Dreesen Applaus vom Gegner. Lässt der DFB nun Milde walten?

Wagner sah eine "sensationelle Mannschaftsleistung" von der Tribüne aus

Auf der Tribüne sah der Lehrer für Sport und Geschichte jedoch eine "sensationelle Mannschaftsleistung" seines Teams. Weder die Gladbacher Treffer von Bolin (11./44.) und Joe Scally (56.) noch die Einwurf-Aufregung konnten Elversberg aufhalten. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch David Mokwa (29.) drehten Keidel per sehenswertem Freistoß (80.) und Joker Maurice Krattenmacher (66./90.+2) die Partie. Wagner fieberte aus der Ferne mit.

Ein Vorgeschmack auf den Sonntag (17.30 Uhr/DAZN), wenn die Bayern in der Stadion-Baustelle an der Kaiserlinde gastieren. Dann rücken nun eben "die Jungs" aus seinem Trainerteam noch einmal ein bisschen "mehr nach vorne", sagte Wagner: "Das haben sie auf jeden Fall verdient."

Elversberg in der Tabelle vor Bayern

Nicht unverdient war laut Wagner der zweite Sieg des aufmüpfigen Bundesliga-Zwerges im zweiten Spiel. Bei seinem ersten Aufwärtsauftritt überzeugte der Underdog wieder mit Mentalität. Diese wird es auch gegen Harry Kane und all die anderen brauchen. Doch er sei sich "sicher", hatte Wagner bereits in der Woche zuvor betont, "dass die Bayern gar nicht zittern".

Zumindest in der Tabelle hat der mit 13.000 Einwohnern kleinste Erstliga-Standort der Historie derzeit die Nase vorne. Nach dem Patzer bei Schalke 04 (0:0) liegt der schier übermächtig erscheinende Gegner nun vorerst hinter dem Neuling.

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